Australier Ben Ford-Davies wärmt bei Open-Air-Gig im Strandhouse Rotenburg die Seelen

Songs wie eine Beziehungstherapie

Mit viel Charme und australischem Temperament heizen Ronnie Taheney (r.) und Ben Ford-Davies den Open-Air-Besuchern im Strandhouse ein. - Foto: hey

Rotenburg - Die Zuhörer in den Liegestühlen vor der Bühne am Weichelsee mussten warten: Ben Ford-Davies musste sich erstmal einen Wollmantel holen. Tapfer den Temperatursturz wegsingend, brachte der Australier mit der ausdrucksstarken Stimme, mal samtig, mal soulig ein Stück „Easy Living“ ins Strandhouse.

Im Gepäck hatte die Neuentdeckung der Folkszene wunderschöne, eingängige Melodien, minimalistisch begleitet an Gitarre und Keyboard – nichts lenkte von der Strahlkraft der Stimme ab. Zwischenmenschliches, vom Verlassen werden wie im Opener „Water Song“, aber auch von dem Gefühl, drittes Rad am Wagen zu sein, wenn der beste Freund mal wieder eine Freundin hat – seine Songs sind auch eine Art Beziehungstherapie, verrät er.

15 Konzerte in den rund vier Wochen hat der sympathische Australier auf seiner ersten Deutschlandtour bereits hinter sich, neun sollen noch folgen. Von Deutschland ist er begeistert, vor allem „von der Architektur und den freundlichen Menschen hier und ihrer Hilfsbereitschaft.“ Dass ihn seit seiner Ankunft ein Bandscheibenvorfall plagt, merkt man dem Strahlemann nicht an.

Das letzte Lied des ersten Sets gibt einen Ausblick darauf, was nach der Pause folgen soll: Managerin Ronnie Taheny übernimmt Tasten und Backing Vocals. Dabei setzt sie kongenial mit sicherem Gespür für Harmonien nicht nur die Stücke ihres Landsmannes in Szene, sondern auch die ihrer neuesten eigenen Scheibe, die nach sechs Jahren Abstinenz just erschienen ist. Das quirlige Energiebündel macht den zweiten Teil des Konzerts noch einmal zu einem besonderen Genuss.

Nicht nur das Publikum ist angetan; auch die Veranstalter Uwe Goldschmidt von der Kulturinitiative Rotenburg und Hausherr Uli Schorpp sind zufrieden, auch wenn man mit dem Testballon keine schwarzen Zahlen geschrieben habe. Schorpp: „Ich hoffe auf viele weitere Konzerte gemeinsam mit der Kulturinitiative.“  

hey

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