„Songs & Whispers“ in der Michaelskirche bekommt Überraschungsbesuch

Stimmung auf Arabisch

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Singer-Songwriter Dan Wolff (r.) und Steve Mead von Muddy Crows hatten jede Menge „Anti-Lovesongs“ im Gepäck.

Rotenburg - Von Ulla Heyne. Ein paar unbekannte Künstler, gerne aus dem Ausland, eine kleine Soundanlage, ein wenig Licht, dazu eine stimmige Location: fertig ist ein typisches Konzert der „Songs & Whispers“-Reihe. Die „Zutaten“ waren auch am Dienstagabend in der Rotenburger St.-Michaelskirche die gleichen: Mit Muddy Crows aus Washington D.C. hatte das Bremer Musiknetzwerk eine Formation nach Rotenburg vermittelt, die in Triobesetzung eine solide Mischung aus eigenen und Coversongs zwischen Americana und Folk-Rock mit einer Prise Country bot.

Musikalischer Kern war dabei die ausdrucksstarke Stimme von Singer-Songwriter Dan Wolff, die bei eingängigen Melodien mit transparenten Akkordfolgen Akzente setzte. Die musikalischen Geschichten, die der sympathische Amerikaner mit seinen beiden Mitstreitern an Bass und Keyboard erzählte, handeln immer wieder von der Liebe – vom „Falling in Love and out of Love“, also vom Ver- und Entlieben, wie Wolff mit einem Augenzwinkern verkündete. Und so entpuppte sich so mancher Song, der als Lovesong daherkommt, bei näherem Hinhören als das genaue Gegenteil.

Rund vier Wochen sind die drei Amerikaner auf Tour, 23 Gigs an 25 Tagen, „zwischen Harsefeld und Belgien – da weiß man gar nicht, wo man gerade ist“, erzählt Wolff.

Lag’s am kirchlichen Ambiente, dass trotz handwerklich tadelloser Leistung der drei gut gelaunten Musiker, die die „Zuhördisziplin“ der Zuschauer lobten und sich immer wieder um Interaktion bemühten, bei den rund 70 Besuchern nicht so recht Stimmung aufkommen wollte? Da halfen auch Coversongs mit Mitklatschgarantie wie von den Beatles, dem „Ho Hey“ von The Lumineers oder „Proud Mary“ von Tina Turner nichts.

Die Wende bringen zwei Überraschungsgäste von weit weg, und doch aus der direkten Nachbarschaft. Als sich zwei der rund 15 jungen Männer aus der Flüchtlingsunterkunft „Campus Unterstedt“ ans Mikro trauen, um ihren Dank für die Gastfreundschaft mit einem Lied auf Arabisch auszudrücken, tobt der Saal. Das Eis ist gebrochen, und die „schlammigen Krähen“ mit Eric Grabow am Bass und Steve Mead (Keyboard, Tambourin) reiten für den Rest der zwei Stunden auf der Welle des Enthusiasmus.

Initiator Frank Lumplesch vom Kirchenvorstand ist zufrieden. Der Versuch, „Berührungspunkte auch für Menschen zu schaffen, die keine typischen Gottesdienstbesucher sind“, scheint geglückt: „Dass wir auch beim nächsten Circuit dabei sind, steht außer Frage!“ So sind in diesem Jahr noch zwei weitere Termine eingeplant, nämlich am 21. Juni und 8. November.

Und die drei Herren aus Washington freuen sich, dass die Einnahmen aus dem Hut, der an diesem Abend ganz nach „Songs & Whispers“-Manier kreist, für einmal „Kohl und Pinkel“ reichen, „was auch immer das ist“.

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