Kenntnisse der Nato-Kommunikationssprache wichtig

Soldaten büffeln Englisch

Soldaten vom Jägerbataillon 91 aus Rotenburg wollen in nur 40 Unterrichtsstunden ihre Sprachkenntnisse erweitern. - Fotos: Goldstein

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Es ist eine Ausbildung, die für die Soldaten der zweiten Kompanie des Jägerbataillons 91 aus der Rotenburger Lent-Kaserne ganz anders ist als gewohnt. Ab 2018 sind sie Teil einer speziellen Einsatzgruppe der Nato, die sich durch sehr hohe Einsatzbereitschaft auszeichnet. Im Rahmen dieser arbeiten sie mit Kameraden aus den Niederlanden oder auch aus Norwegen zusammen – kommuniziert wird dabei auf allen Ebenen in englischer Sprache. Damit das gut funktioniert, vertiefen sie bereits jetzt ihre Kenntnisse.

Hauptgefreiter Mirco Baron liest nach der ersten Lektion vor.

„I am Harold Beel“, stellt sich der Englischlehrer der Deutschen Angestellten Akademie (DAA) seinen neuen Schülern vor. In dieser Woche soll er in nur 40 Unterrichtsstunden zwölf Soldaten so weit bringen, dass sie Sätze und häufig gebrauchte Ausdrücke auf Englisch verstehen. Zudem sollen sie sich in einfachen, routinemäßigen Situationen verständigen können. In denen geht es in der Regel um einen einfachen und direkten Austausch von Informationen über vertraute und geläufige Dinge. Zwar haben die Männer in der Schule Englisch als Unterrichtsfach gehabt, dennoch ist bis Freitag kräftig büffeln angesagt. Bei den Offizieren und Unteroffizieren ab dem Rang eines Feldwebels gehört das Fach Englisch noch zur Regelausbildung. Allerdings: „In der untersten militärischen Ebene, den bei Mannschaften, ist es keine Pflicht. Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass bei Auslandseinsätzen auch dort Kommunikation funktionieren muss“, erklärt Einheitsführer Sven Schuster.

Harte Ausbildung

Die am Sprachunterricht teilnehmenden Soldaten hätten sich demnach alle freiwillig zu dieser Ausbildung gemeldet. Der Unterricht wird als dienstzeitbegleitende Maßnahme des Berufsförderungsdienstes der Bundeswehr angeboten und ist für die Teilnehmer kostenlos.

Diese Sprachausbildung sei aber nur ein kleiner Teil der Vorbereitung für den Einsatz in der „schnellen Eingreiftruppe“, die Ende 2018 ihre Aufgaben in Brigadestärke (5.000 Soldaten) aufnehmen soll. Bis dahin müssen die Soldaten eine harte Ausbildung durchlaufen. „Den größten Anteil nimmt die Gefechstausbildung ein“, erklärt der Einheitsführer der „Zweiten“, Schuster. Unter der Bezeichnung „Very High Readiness Joint Task Force“ (Einsatzgruppe mit sehr hoher Einsatzbereitschaft) werden Soldaten aus Deutschland, den Niederlanden und Norwegen mit Teilstreitkräften als Nato-Eingreifverband zur Verfügung stehen. Bis dahin werden 2017 noch einige gemeinsame Übungen über die Bühne gehen und Irritationen behoben werden – und das nicht nur bei der Sprache.

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