Innungsmitglieder tagen in Mulmshorn

Skandal hält Kraftfahrzeug-Betriebe auf Trab

Obermeister Norbert Schmudlach (v.l.) ehrte die beiden Innungsbesten bei der Gesellenprüfung 2016, Amon Wondra aus Scheeßel und Tjark Weinholz aus Eversen. - Fotos: Goldstein

Mulmshorn - Von Heinz Goldstein. Der Abgasskandal wirkt sich auch auf die hiesige Region aus – das ist eine der Nachrichten, die auf der Frühjahrsversammlung der Innung des Kraftfahrzeughandwerks Rotenburg im Heidejäger in Mulmshorn deutlich wurde. Obermeister Norbert Schmudlach hat die 52 Mitglieder über die allgemeine Lage der Autobranche in der Region informiert, berichtete über erste Kontakte nach der Fusion der Kreishandwerkerschaft Elbe-Weser im Januar und schaute auf das abgelaufene Geschäftsjahr zurück.

Das Jahr 2017 startete wie erwartet mit der Fusion der Kreishandwerkerschaften Elbe-Weser und Rotenburg. Seither ist die hiesige Kreishandwerkerschaft ein gleichberechtigter Teil der Kreishandwerkerschaft Elbe-Weser. Jene vereinigt damit unter ihrem Dach 51 Innungen mit insgesamt 1 600 Mitgliedsbetrieben. „Durch die Fusion ist damit eine der größten Kreishandwerkerschaften Niedersachsens entstanden“, so Schmudlach. Die Geschäftsführung im Hauptamt hat unter anderem Eginhard Engelke aus Verden inne, der im Verlauf des Abends eine positive Bilanz der Innung vorlegte. Die Geschäftsstelle in Rotenburg bleibt wie gewohnt erhalten, sodass die hiesigen Mitglieder die altbekannten Ansprechpartner vor Ort haben.

Geschäftsführer Eginald Engelke stellte sich der Innung vor.

Der Obermeister schaute etwas genauer auf die Situation in der Branche und stellte fest, dass der Abgasskandal die Betriebe auf Trab hält. „Da ist noch kein Ende in Sicht.“ So habe Volkswagen den Skandal noch lange nicht überstanden, und weitere Autohersteller kämen ins Visier der Ermittler. Insgesamt seien 17 Unternehmen betroffen. „Allein deutsche Marken müssen 630 000 Fahrzeuge zurückrufen“, sagte Schmudlach. Die Auswirkungen auf Dieselfahrzeuge bekämen auch die hiesigen Kfz-Unternehmen zu spüren. „Bei Dieselfahrzeugen wird bei Inzahlungnahme durch die Autohäuser mit Abschlägen kalkuliert“, so der Obermeister.

Durchschnittlich stünden Dieselfahrzeuge zwölf Tage länger auf den Ausstellungsflächen als Benziner. Der Gebrauchtwagenmarkt zeige seit April deutliche Bremsspuren. „Die Nachfrage sank um 9,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.“ Auch im Segment der Gebrauchten mit alternativen Antrieben (Elektro, Hybrid, Erdgas) habe ein größeres Kaufinteresse gefehlt. Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, bis 2020 eine Million E-Autos auf deutsche Straßen zu bringen. „Die Experten der Autoindustrie halten dieses Ziel nicht für realistisch“, so Schmudlach.

Verkauf, Wartung, Reparatur

Kraftfahrzeuge werden nicht nur verkauft, sondern müssen auch repariert oder gewartet werden – und da verlässt der Autofahrer sich auf gut ausgebildete Fachkräfte in den Werkstätten. Fachkräfte sind aber Mangelware. Die Rotenburger Innungsbetriebe setzen auf gute Nachwuchsausbildung. Insgesamt 93 Azubis werden im Südkreis ausgebildet. „Da dürfen wir nicht nachlassen, egal, welchen Weg der einzelne Betrieb einschlägt“, mahnte Schmudlach die Mitglieder. Praktika seien ein guter Weg, das Interesse für die Berufe des Kfz-Handwerks zu wecken. Eine Besonderheit sei zu beachten: Es gelten seit Jahresbeginn neue Regelungen im Führerscheinrecht für Fahrer von Klein-Lkw, Kleintransportern und Kleinbussen. Das sei bei der Einstellung von jungen Mitarbeitern zu berücksichtigen.

Die Versammlung hatte einiges mehr auf dem Zettel. Dazu gehörten auch einige Ehrungen. Die Innungsbesten der Prüflinge 2016, Amon Wondra und Tjark Weinholz, erhielten ein Stipendium für Weiterbildungsmaßnahmen der Firma Matthies. Zudem verlieh der Kreishandwerksmeister und Obermeister der Innung, Norbert Schmudlach, dem Kfz-Mechanikermeister Detlef Köster als Anerkennung für seine langjährige Arbeit in der Innung den Ehren-Meisterbrief.

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