IGS-Eltern halten an Wunsch nach eigener Oberstufe fest

Sie sind sauer und enttäuscht

Diese fünf Eltern aus der Arbeitsgruppe kämpfen stellvertretend für die IGS-Oberstufe.

Rotenburg – Im Rotenburger Stadtrat fällt am Donnerstagabend die Entscheidung. Wird es eine Oberstufe an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Rotenburg geben? Die Eltern bringen alles andere als Hoffnung zum Ausdruck, wenn sie auf die bevorstehende Sitzung blicken. „Wir sind sauer und enttäuscht“, sagt Regina Schütz. Heike Gringmuth, Wenke Hammerschmidt, Marje Grafe und auch Cornell Nordt nicken zustimmend.

Sie alle engagieren sich in einer Arbeitsgruppe, die sich mit der Einrichtung einer Oberstufe an ihrer Schule befasst. Und für den Fall, dass es am Donnerstagabend erneut nicht klappt mit dem grünen Licht für einen entsprechenden Antrag bei der Landesschulbehörde, kündigen sie schon jetzt an, dass es im kommenden Jahr einen erneuten Anlauf geben wird. Das gefällt Klaus Rinck gar nicht, er zweifelt am Demokratieverständnis, weil das Thema erneut auf dem Tisch liegt, obwohl sich die Umstände nicht geändert hätten. Marje Grafe: „Das ist lächerlich.“ Regina Schütz versichert: „Wir wollen die Schule komplett machen.“ Das Konzept einer IGS beinhalte schließlich die Jahrgänge 5 bis 13.

Klaus Rinck, Vorsitzender der CDU-Fraktion, hatte im Interview mit unserer Zeitung signalisiert, dass er zwei Oberstufen – am Ratsgymnasium sowie an den Berufsbildenden Schulen (BBS) – auf Grundlage einer Kooperation mit der IGS für ausreichend halte. „Die IGS ist zu einer Kooperation bereit – aber nicht unter diesen Bedingungen“, sagt Marje Grafe. Die IGS dürfe dann nämlich nur Schüler, Lehrer und Räume liefern, verliere aber definitiv Lehrer mit gymnasialer Befähigung und Schüler, weil die IGS ohne Oberstufe zu einer Oberschule werde.

Wenn Klaus Rinck betont, dass die Zahlen eine entscheidende Rolle spielten, frage man sich in der Arbeitsgruppe, warum in Zeven bei ungefähr gleicher Einwohnerzahl eben dieser Bedarf für drei Oberstufen gesehen werde, in Rotenburg aber nicht. Gibt es an der IGS keine Oberstufe, sei aber nicht davon auszugehen, dass IGS-Schüler, die das Abitur anstreben, zwangsläufig nebenan im Ratsgymnasium landen. Schütz schaut sich für ihr Kind ebenso nach Alternativen um wie Gringmuth. Ihre Kinder sind in der zehnten Klasse und werden womöglich nach Scheeßel, Sottrum oder Oyten wechseln.

Die Arbeitsgruppe ist sich einig: Es sei nicht die Aufgabe der Politik, die Schülerzahlen im Hinblick auf eine dritte Oberstufe zu bewerten. Dies sei die Aufgabe „der unabhängigen und qualifizierten“ Landesschulbehörde. „Es ist auch nicht fair, der IGS mangelnde Kooperationsbereitschaft vorzuwerfen. Das Gegenteil ist der Fall. Aber auf Augenhöhe“, sagen die Eltern. Hammerschmidt: „Warum lehnt man eine dritte Oberstufe mit Kooperationen ab, wenn sich dadurch doch die Chancen für alle erhöhen würden?“ Es werde der IGS immer vorgeworfen, nicht kooperationsbereit zu sein. Und das, obwohl die IGS bereits ihren ersten Konzeptentwurf komplett auf die Kooperation mit dem Ratsgymnasium und der BBS ausgerichtet habe. Auch in den Gesprächen der Schulleiter habe die IGS weitere Zugeständnisse gemacht, „um die Angst bei den anderen beiden Schulen zu nehmen. Als Beispiel: Begrenzung der Schülerzahlen in der IGS-Oberstufe“, erklärt die Arbeitsgruppe. Was diese Gruppe stört, ist auch das: Die BBS hätten inzwischen einen Schülerrückgang in der Oberstufe von 36 Prozent zu verzeichnen. Wenn jedoch 23 Schüler durch die IGS-Oberstufe verloren gingen, werde so getan, als breche das gesamte Schulangebot zusammen.

Mit Blick auf Donnerstagabend bringt Heike Gringmuth die Stimmungslage in der IGS-Oberstufen-Arbeitsgruppe so auf den Punkt: „Mit einem Nein fährt der Stadtrat die eigene Schule vor die Wand.“

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