Annemarie Weseloh und Elisabeth Hilmer feiern das 60. Einsegnungsjubiläum

Sie sind ein Licht für andere

Oberin Sabine Sievers (v.l.), Schwester Annemarie Weseloh, Schwester Elisabeth Hilmer und Superintendentin Susanne Briese nach dem Jubiläumsgottesdienst in der Kirche „Zum Guten Hirten“. - Foto: Brünjes

Rotenburg - Von Henrik Pröhl. Für zwei Frauen aus Rotenburg ist der 21. Januar ein ganz besonderer Sonntag geworden. Galt es doch, das 60. Einsegnungsjubiläum zweier Diakonissen zu feiern. Und so lud die Kirchengemeinde „Zum Guten Hirten“ zu einem festlichen Gottesdienst. Beim Betreten der Kirche mag mancher Gast über den noch immer vorhandenen Weihnachtsbaum gestaunt haben. Hatte man vor lauter Diensteifer im Mutterhaus etwa vergessen, ihn rechtzeitig hinauszuschaffen?

Den musikalischen Auftakt machte Kantor Stephan Orth mit voller Orgel. Sein Hinweis mit eingeflochtenem „Oh Tannenbaum“ im Spiel war nicht zu überhören. Zur Begrüßung klärte Oberin Sabine Sievers schließlich auf: Bis zum letzten Sonntag nach Epiphanias dürfe der Baum stehenbleiben, und so gab er also dem Anlass des Tages einen festlichen Glanz.

Nicht weniger glänzend war die Anwesenheit von Superintendentin Susanne Briese, der es „eine Ehre“ war, wie sie sagte, dieses besondere Jubiläum der Diakonissen zu begehen. Da saßen beide Jubilare in üblicher Tracht und vorderster Reihe: Schwester Annemarie Weseloh, die an diesem Sonntag auch noch ihren 90. Geburtstag beging, und Schwester Elisabeth Hilmer, gerade mal zwei Jahre jünger.

Es leuchtete ein, dass Superintendentin Briese in Gegenwart dieser beeindruckenden Persönlichkeiten nach erhellenden Worten griff: „Menschen werden zu Licht für andere.“ „Lobe den Herrn“ konnte angestimmt werden, wenn die zahlreichen Gäste es auch schwer hatten, mit ihrem Lobgesang hinterher zu kommen. Das funktionierte bei Psalm 23, „Der Herr ist mein Hirte“, besser, auch das Glaubensbekenntnis folgte mit kraftvoller Überzeugung.

Oberin Sievers ließ es sich nicht nehmen, mit Hilfe alter Fotos aus dem Brünjes-Archiv das Wirken beider Diakonissen kurz nachzuzeichnen. Und so war zu erfahren, dass Annemarie Weseloh viele Jahre als Missionsschwester nach Afrika gereist war, um dort Aufbauhilfe zu leisten. Ihr letzter Flug nach Äthiopien liegt noch gar nicht so weit zurück.

Elisabeth Hilmer blieb hingegen als Diakonisse etwas bodenständiger und hatte stets in Kindergärten des Landkreises zu tun. Noch heute, auf ihren fast täglichen Streifzügen durch die Stadt, werde sie immer wieder von ihren „Kindern“ angesprochen.

Diakonissen im Mutterhaus erhalten zur Einsegnung ein silbernes Kreuz – Inschrift: „Lasst uns den Herrn lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.“ Zur Feier des Tages ließ Oberin Sievers den kostbaren Schmuck aufarbeiten. Beiden Jubilaren wurde nun das frisch polierte Kreuz feierlich überreicht.

In ihrer Predigt zog Superintendentin Briese eine Parallele zwischen den beiden Diakonissen und Mechthild von Magdeburg (christliche Mystikerin im 13. Jahrhundert). Sie war einen gesellschaftlich unkonventionellen Weg gegangen, hatte sich gegen Familie entschieden und war ihrem Glauben gefolgt. Mut und Kraft habe sie für ihren Weg gebraucht, dabei Licht erfahren und weitergetragen. Schön gesagt. Ein Lied über die Freude im Herrn und das „Donna nobis pacem“ besiegelten eben Gehörtes.

Beide Jubilare hatten die Kollekte dieses Sonntags für die Arbeit junger Menschen am Diakonissen-Mutterhaus bestimm, und ließen damit ihre Weitsicht in die Zukunft kommender Tage erahnen. Denn den beiden Diakonissen ist längst klar, dass ihr Berufs- und Glaubensweg in dieser Form ein Auslaufmodell ist. Umso schöner, wenn am Mutterhaus die Tradition der letzten Vertreter dieser Branche, der die Diakonie in Rotenburg unendlich viel zu verdanken hat, noch immer gepflegt wird. Das „Vater unser“, ein Segen und Musik entließen die Gemeinde in diesen besonderen Sonntag.

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