Ehemalige Scheeßelerin in zwei Fällen des Betruges für schuldig gesprochen

„Das sind keine Zufälle“

Am Amtsgericht wurden Betrugsfälle einer ehemaligen Scheeßelerin verhandelt. - Foto: Krüger

Rotenburg - Am Ende wollten ihr weder Gericht noch Staatsanwaltschaft Glauben schenken: Eine ehemalige Scheeßelerin ist vom Amtgericht Rotenburg in zwei Fällen des Betruges wegen für schuldig gesprochen und verurteilt worden. Sie hatte gebrauchte Reitsättel im Internet verkauft – und diese nicht geliefert.

Die Post habe die Pakete verloren oder falsch ausgeliefert. Sie habe aus Versehen falsch etikettiert, die Sendebestätigung sei während eines Umzugs verschollen. Und immer wieder: Sie sei keine Betrügerin. Die Verteidung der 52-Jährigen, die mittlerweile in der Nähe von Berlin lebt, stand auf schwachen Füßen. Sie war ohne Anwalt zur Verhandlung erschienen. Dieser hatte zwischenzeitlich sein Mandat abgegeben.

Der erste Fall liegt bereits zwei Jahre zurück. Über das Internetprotal „Ebay Kleinanzeigen“ hatte sie einen Sattel für 550 Euro an einen Mann aus Visselhövede verkauft. Er zahlte, bekam den Sattel aber nie zu Gesicht. Das Paket soll nach Aussage der Angeklagten falsch geliefert worden sein, bei einer schließlich geplanten, direkten Übergabe tauchte sie nicht auf.

Beim zweiten verhandelten Fall, aus dem November vergangenen Jahres, hatte sie anstatt des für 614,50 Euro verkauften Sattels einen minderwertigeren und jede Menge Kleinkrams verschickt. Angeblich gab es eine Verwechslung mit den Paketen. Dieses sollte eigentlich an ihre neue Adresse verschickt werden.

Dennoch: Ein Austausch wurde von ihr abgeblockt, in beiden Fällen das Geld von ihr ausgegeben. Sie sei damals in finanzieller Not gewesen, sagte sie. Zunächst wurde auch ein dritter Fall verhandelt. Wieder hatte sie das Geld bekommen aber nicht geliefert. Geschädigter hier: Ein Mann aus Pforzheim, der im März 2014 1.410 Euro für einen Sattel, der ebenfalls nie ankam, an die Frau überwies. Dieser tauchte nicht zur Verhandlung auf, das Verfahren wurde abgetrennt. In allen Fällen hatte sie keine Anstalten gemacht, die Schäden wieder gut zu machen.

Kontaktaufnahmen von den Anwälten der Geschädigten ignorierte sie oder beantwortete sie nur unzureichend. Die Staatsanwaltschaft war überzeugt: „Diese drei Fälle sind keine Zufälle“, hieß es. Sie sah den Vorwurf des Betruges gegeben und forderte eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen à 25 Euro sowie Schadensersatz für den Visselhöveder. Die Richterin folgte dem Antrag.

mro

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