Sydney Ellis und Band

Sie liefert den Soundtrack für den „Heimat-Sommer“

Sydney Ellis lehnt lächelnd an einer Außenwand des Rotenburger Heimathauses..
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Sydney Ellis gastiert am Samstag in Rotenburg. Die US-Amerikanerin lebt seit einigen Jahren in Visselhövede.

Rotenburg – Diese Frau soll 73 Jahre alt sein? Niemals, möchte man meinen. Doch Sängerin Sydney Ellis, die zu diesem Pressegespräch hinsichtlich des Rotenburger „Heimat-Sommers“ in Jeans und T-Shirt kommt, ihren Gesprächspartner mit einem herzerfrischenden Lächeln begrüßt und so großartig über ihr Leben und ihre Musik spricht, ist eben nicht nur fünffache Mutter, sondern auch siebenfache Großmutter. Ein Urenkel gehört ebenfalls zur Familie. Es stimmt also.

„Ich möchte heute nicht mehr jung sein. Mit dem Alter kommt ja auch die Weisheit“, sagt die US-Amerikanerin, die seit acht Jahren in Visselhövede zu Hause ist und von dort aus eigentlich zu 40 bis 60 Auftritten pro Jahr aufbricht. Jetzt, in der Pandemie, ist alles anders. Umso mehr freut sie sich, dass es wieder so langsam losgeht. Am Samstag ist sie mit drei Musikern ihrer „Midnight Preachers“ beim „Heimat-Sommer“ auf dem Rotenburger Heimathausgelände zu erleben. „Ich freue mich sehr darauf“, sagt sie. Und das liege nicht zuletzt an dem Format.

Der „Heimat-Sommer“ ist eine Einladung an alle Rotenburger zu einem gemütlichen Picknick auf dem Gelände des Heimathauses. Jeder kann sich mitbringen, was er möchte, aber auch der Biergarten wird Speisen und Getränke für einen entspannten Nachmittag auf der mitgebrachten Decke im Angebot haben. Sydney Ellis findet das spannend, spielt sie mit ihrer Band doch eigentlich Konzerte und Festivals mit dem Publikum direkt vor der Bühne.

„Wo wird eigentlich die Bühne stehen?“, fragt sie zu Beginn dieses Treffens mit unserer Redaktion, um gleich danach einen Blick in den Himmel zu richten. „Hoffentlich gibt es keinen Regen.“ Das norddeutsche Wetter und seine Tücken kennt die Musikerin mittlerweile sehr gut. Bereits 1993 ist sie nach Deutschland gekommen – und geblieben. Ein Bekannter habe ihr seinerzeit diesen Schritt empfohlen. „Wir hatten noch Erspartes und haben uns auf den Weg gemacht.“ Zusammen mit ihrem zweiten Mann Kevin lebt sie nun von ihrer Musik. „Wir haben nur eine kleine Wohnung“, erklärt sie, um deutlich zu machen, dass sie bescheiden ist.

Mit ihrer Musik begonnen hatte sie zwei Jahre zuvor. Vor allem im kalifornischen Orange County, in Los Angeles und in den Städtchen drumherum war sie auf vielen Bühnen in mehr als 300 Clubs zu Gast. Ihre Musik, erklärt sie, sei von ihrem afroamerikanischen Erbe geprägt. „Mit R & B bin ich aufgewachsen, aber ein Freund hatte mir geraten, mit Blues anzufangen“, erinnert sich die Großmutter an die Anfänge als Musikerin.

Das war 1991. Bis dahin hatte sie eigentlich nur die musikalischen Erfahrungen aus dem Kirchen- sowie aus dem Schulchor. „Ich wollte immer Musik machen, aber ich hatte keine Gelegenheit.“ Das sollte sich dann ändern. Neben ihrem Job in einem Krankenhaus stand sie viele Abende im Monat auf den Bühnen. Blues, Jazz, Folk – in ihren Songs finden sich verschiedene Stilrichtungen, die vom Ausdruck ihrer Stimme leben und unter die Haut gehen.

Sydney Ellis hat einen Flyer mitgebracht, der das Wichtigste über sie und ihre Musik zusammenfasst. „Westafrikanische Musik und Tradition treten bei der Sängerin in den Dialog mit 400 Jahren amerikanisch geprägter Adaption und Weiterentwicklung“, heißt es da. Die Rede ist von europäischer Instrumentierung, die ihr helfe, aus diesen Zutaten eine ganz besondere musikalische Kunstform zu kreieren – die „African-Amercan Folk Music“.

1947 in Red Jacket, einem kleinen Ort in West Virginia, geboren, hat sie dort die ersten acht Jahre ihres Lebens verbracht. „Mein Vater hat in einer Kohlemine gearbeitet.“ Danach ging es nach Cleveland, Ohio. Irgendwann landete sie in Kalifornien. Dann der Schritt nach Europa. Die ersten zwei Monate verbrachte sie in München, später in Würzburg. Unterwegs allerdings war sie in mehr als 20 Ländern, um mit ihrer Musik die Menschen zu begeistern. Endlich ist sie auch in Rotenburg zu sehen. Aber Sydney Ellis korrigiert: „Ich habe auch hier schon mal gespielt – es war bei einem Weihnachtsmarkt.“ Jetzt kommt sie wieder an die Wümme – mit dem Soundtrack für den „Heimat-Sommer“. Um 16 Uhr beginnt die Show.

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