Brandschützer und Ordnungsamt geben Hinweise zur Verwendung von Feuerwerk

Sicher ist sicher

Damit Menschen, Tiere und Gebäude Silvester und Neujahr unbeschadet überstehen, sollten Feuerwerk und Böller gemäß der Herstellerangaben verwendet werden. - Foto: imago

Rotenburg - Von Farina Witte. Bunt und laut, die einen haben großen Spaß daran, andere empfinden es eher als unnötig. Ohne Zweifel aber gehören Silvesterraketen und Böller zum Jahreswechsel dazu. Am Freitag startete bereits der Verkauf in den Läden, und die ersten Heim-Feuerwerker haben sich schon mit Pyrotechnik eingedeckt.

Wie in jedem Jahr unterliegt der Verkauf von Silvester-Knallern bestimmten Regularien. Beachten müssen Supermarktbetreiber dabei nicht nur die Verkaufszeiten, die sich 2018 vom 28. bis zum 31. Dezember erstrecken. Normalerweise ist Verkaufsstart immer erst der 29. Dezember. Allerdings fällt das Datum in diesem Jahr auf einen Samstag und die Veräußerung von Feuerwerk begann somit bereits am Freitag. Supermarktbetreiber müssen den Verkauf jedes Jahr anmelden, erklärt Bernd Grünberg, stellvertretender Ordnungsamtsleiter der Stadt Rotenburg. Reglementiert wird der Verkauf vor allem wegen des Brandschutzes. Daher dürfen nur bestimmte Mengen gelagert, und Löschmittel müssen korrekt in den Verkaufsräumen platziert werden. „Da gibt es in Rotenburg aber kaum Probleme“, sagt Grünberg. Bei Neueröffnungen bespreche das Ordnungsamt die Regelungen mit dem Inhaber und dann laufe es auch meistens.

Wer sich mit Feuerwerk oder Böllern eingedeckt hat, darf aber nicht direkt loslegen. „In diesem Jahr hat der Landkreis keine Sonderregelungen herausgegeben“, berichtet Grünberg. Das bedeutet, dass vom 31. Dezember bis zum 1. Januar geböllert werden darf. In der Vergangenheit habe es schon mal zusätzliche zeitliche Beschränkungen gegeben. Wer sich nicht an diese Zeiten hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Grünberg weist außerdem darauf hin, dass nur von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) zertifizierte Feuerwerkskörper verwendet werden sollten.

In der Nähe von Kinder- und Altenheimen, von Kirchen, Krankenhäusern, Fachwerkhäusern oder reetgedeckten Gebäuden darf keine Pyrotechnik gezündet werden, erklärt Dennis Preißler, stellvertretender Ortsbrandmeister und Sprecher der Feuerwehren im Südkreis. Nah heißt eine Entfernung von 200 Metern, wie das Land Niedersachsen festgelegt hat. „Im dörflichen Bereich gilt dies sicher auch für Scheunen oder Ställe mit Tieren“, meint Preißler. Nicht nur setze der Lärm die Tiere unter Stress, es bestehe auch die Gefahr, dass sie ausbrechen.

Auch der BUND weist darauf hin, dass der durch die Explosionen verursachte Lärm für Menschen und Tiere eine enorme Geräuschbelastung darstellt. Viele Tiere hätten ein wesentlich empfindlicheres Gehör als der Mensch. Starke Detonationen können zudem ihren Orientierungssinn beeinträchtigen oder sogar Schockzustände auslösen, schreibt die Umweltorganisation in einer Pressemitteilung. Betroffen sind nicht nur Haus- und Nutztiere, sondern auch Wildtiere. Für Vögel und Fledermäuse könne der Lärm mitunter sogar eine lebensbedrohliche Störung darstellen.

„Generell gilt, dass man die Feuerwerkskörper und Böller so anzünden sollte, wie der Hersteller es empfiehlt“, betont Preißler. Viele Vorfälle seien auf Anwendungsfehler zurückzuführen, etwa wenn eine Rakete keinen sicheren Stand hat und nicht senkrecht nach oben fliegt. Fehlgezündete Pyrotechnik sollte nicht erneut angezündet werden. „In dem Fall: Zwei Stunden liegen lassen und vor der Entsorgung in einen Eimer Wasser legen“, erklärt der Brandschützer. Besondere Vorsicht ist auch deshalb geboten, weil die Trockenheit nach wie vor vorhanden ist. Preißler: „Da kann es gefährlich werden, wenn eine Rakete unter eine trockene Hecke gelangt.“

Hausbewohner sollten außerdem Fenster und Türen schließen und bei Effizienzhäusern die Lüftung ausschalten, besonders wenn sie nicht zu Hause sind. „Wird in der Nähe des Hauses viel geknallt, kann Rauch durch das Fenster oder über die Lüftung in das Haus gelangen. Möglicherweise springt der Rauchmelder an und der Nachbar ruft die Feuerwehr“, beschreibt der Feuerwehrmann ein mögliches Szenario.

In der Regel wird an Silvester und Neujahr draußen gezündet. Doch wer Tischfeuerwerk drinnen nutzt, sollte sich der Gefahr bewusst sein, meint Preißler. Auch dort könne es zu einem Brand kommen. „Am besten man stellt brennbare Gegenstände, wie den Weihnachtskranz oder Servietten beiseite und stellt ein Gefäß mit Wasser bereit“, rät er. Gänzlich verboten sind Himmelslaternen, da sie zum Beispiel noch brennend in Bäumen hängen bleiben können. Wer nur zugelassene und zertifizierte Ware verwendet und diese den Herstellerangaben gemäß entzündet, sei auf der sicheren Seite. „Aber am Ende bleibt natürlich immer eine Selbstverantwortung“, meint Preißler.

Verwendung von Feuerwerk

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund gibt einige grundsätzliche Hinweise zur Verwendung von Feuerwerk.

• Nach dem Zünden ist vom Feuerwerk ein ausreichender Sicherheitsabstand einzuhalten.

• Raketen sollten mit dem Führungsstab in Flaschen gestellt und gegen Umfallen gesichert werden.

• Feuerwerkskörper niemals von Balkonen und aus Wohnhausfenstern zünden oder herunterwerfen.

• Nicht auf Menschen oder Tiere zielen.

• In Notfällen (Verletzungen und Brände) sofort die Feuerwehr/den Rettungsdienst über die Rufnummer 112 verständigen.

• Wer knallt, sollte seinen Restmüll selbst ordentlich entsorgen und nicht auf der Straße liegen lassen.

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