Wie sich lokale Buchhandlungen in Rotenburg gegen die Konkurrenz behaupten

Die mit dem Trend gehen

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Buchhändlerin Astrid Schloo setzt auf Stammkunden.

Rotenburg - Von Jessica Ginter. Im Zeitalter von Internethändlern wie Amazon haben klassische Buchhandlungen es immer schwieriger, mit der Digitalisierung Schritt zu halten. Die drei Rotenburger Buchhandlungen haben ihre jeweils ganz eigenen Tricks und Ideen entwickelt, um gegenüber dem schnellen Internetgeschäft konkurrenzfähig zu bleiben.

Cornelia Mansfeld, Inhaberin von C. J. Müller‘s Buchhandlung, setzt mit ihrem Online-Shop auf Schnelligkeit. So würden keine 24 Stunden vergehen und der Käufer halte sein am Tag zuvor bestelltes Buch in den Händen. Ebenfalls ein Vorteil gegenüber Internet und Großkonzernen sei die Rückzugsmöglichkeit, die die Buchhandlung ihren Kunden biete. „Wir pflegen den persönlichen Umgang sehr, und die Schönheit unseres Ortes zu erhalten, ist uns wichtig“, erzählt die Inhaberin weiter. Außerdem sei es für sie – und auch ihre Kunden – wichtig, lokal einzukaufen. Die Gewerbesteuern würden so in der Region und der Stadt bleiben.

Nicht nur auf Bücher, sondern auf ein erweitertes Sortiment setzt Regina Mauer, die seit 1986 ihren Buchladen an der Großen Straße betreibt. Neben Romanen und Krimis verkauft sie außerdem Schmuck, Taschen, Nähutensilien, Puppen, Spielwaren und Geschenkartikel. Zu Handarbeitsbüchern bietet sie beispielsweise auch Wolle an. Zwar sei ihre Buchhandlung dadurch keine klassische mehr, das erweiterte Angebot trage aber zum Gewinn bei. „Durch diese Ideen machen sich stationäre Buchhandlungen interessanter“, so Mauer.

Das eigentliche Problem sieht sie nicht bei Amazon: „Das Internet macht nur ein paar Prozent des Marktes aus.“ Der Auslöser dafür, dass es immer weniger klassische Buchhandlungen gebe, sei die Veränderung des Zeitalters und die Digitalisierung der Welt. Wofür der Kunde früher ein Lexikon nutzte, könne heutzutage im Internet nachgeschlagen werden. So würden beispielsweise bestimmte Enzyklopädien nicht mehr gedruckt.

Astrid Schloo von „Buch & Aktuelles“ zeigt sich ebenfalls enttäuscht über die sinkenden Verkaufszahlen der örtlichen Buchgeschäfte. Sie setzt viel Hoffnung in ihre Stammkundschaft, die ihr seit Jahren die Treue hält. Neben einem erweiterten Sortiment ist sie außerdem im sozialen Netzwerk Facebook aktiv. Dort stellt sie zum Beispiel ihre aktuellen Neuerscheinungen vor und verbreitet Nachrichten aus der Literaturszene.

Um Internethändlern die Stirn zu bieten, legen alle drei Buchhandlungen großen Wert auf die persönliche und fachkundige Beratung, die ihre Kunden im Netz nicht erhalten würden. Auch Lesungen und Ausstellungen gehören mittlerweile zum Standardprogramm.

Immer mit dem Trend zu gehen – das sei die Voraussetzung, um das Fortbestehen von örtlichen Buchhandlungen zu sichern. Denn: „Nichts im Handel ist so beständig wie der Wandel", sagt Regina Mauer.

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