Serviceberater Christoph Künzel aus Rotenburg gewinnt Volkswagen-Titel

Weltmeister am Kunden

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Christoph Künzels Paradedisziplin: die Beratung des Kunden im Autohaus.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Den besten Service der Welt gibt es in Rotenburg. Wer hätte das gedacht? Christoph Künzel selbst garantiert nicht. Im Herbst hatte er aus Neugier am nationalen Vorentscheid für die „Volkswagen Retail Qualification World Championship“ teilgenommen. Dass er dabei nicht ganz schlecht abgeschnitten hatte, wurde schnell klar. Erst holte er den Titel in Deutschland, nun weltweit. Der 34-jährige Serviceberater des Autohauses „Schmidt + Koch“ darf sich jetzt VW-Weltmeister nennen.

„Ich habe eine Woche gebraucht, um zu realisieren, was passiert ist“, erzählt der Rotenburger nach den aufregenden Wochen mit dem internen Wettbewerb des Unternehmens. 251 Finalisten aus 67 Ländern kämpften in Berlin und Wolfsburg um die höchsten Mitarbeiterwürden des VW-Konzerns. Vier Weltmeister in vier Kategorien wurden gesucht. Und gefunden wurde ein junger Mitarbeiter aus der Kreisstadt.

„Man muss auch mal Glück haben, dass die Aufgaben nicht fern des Arbeitsalltags liegen“, stapelt Künzel tief. Arbeitsalltag bedeutet für ihn: Kunden empfangen im Autohaus an der Brauerstraße, Probleme anhören, Lösungen finden. „Jeder Kunde sollte zufrieden vom Hof gehen“, beschreibt er sein eigentlich ziemlich einfaches Erfolgsrezept. Dass er auf dem Weg dorthin ein bisschen besser vorgeht als tausende Kollegen weltweit, stellte er schließlich beim Wettbewerb unter Beweis.

Ging es in der ersten Runde der nationalen Meisterschaft noch darum, 60 Fragen aus dem VW-Beratungsalltag zu beantworten, mussten Künzel und seine Kollegen in Berlin und Wolfsburg praktisch arbeiten. Es galt, bei der sogenannten Dialogannahme an einem präparierten Fahrzeug versteckte Mängel wie fehlende Kühlflüssigkeit oder defekte Leuchten zu entdecken. Und das tat der 34-Jährige mit dem Röntgenblick offensichtlich etwas besser.

Der Autokonzern aus Wolfsburg richtet die „Retail Qualification World Championship“ alle zwei Jahre aus, 2015 zum sechsten Mal. Künzel ist allerdings über alle Kategorien (Teiledienst, Verkauf, Servicetechnik und Serviceberatung) hinweg erst der zweite Deutsche, der sich einen Titel sicherte. „Uns war klar, dass er seine Arbeit gut beherrscht“, freut sich Künzels Chef, Serviceleiter Joachim Zachau. Er verstehe sein Fach und sei sehr wissbegierig. Dass er nun auch weltweit der Beste seines Fachs sei? „Sensationell.“

Irgendwann habe ihn der Ehrgeiz im Wettbewerb gepackt, sagt Künzel. „Sechs Wochen lang habe ich mich durch alle Artikel gelesen“, sagt er. Volkswagen will mit der Meisterschaft die Mitarbeiter motivieren, die Konzernrichtlinien bestmöglich umzusetzen. Eine einheitliche Arbeitsweise weltweit – die dann eben auch vergleichbar ist. Künzel hat dieses Handeln verinnerlicht und seine VW-Karriere stetig vorangetrieben. Nach der Lehre zum Kfz-Mechaniker folgten Lehrgänge und Fortbildungen: Service-Techniker, Kfz-Meister, Betriebswirt und weitere Qualifizierungen. Seit Januar 2011 sitzt Künzel auf seinem heutigen Arbeitsplatz, doch mit dem Erreichten gibt er sich nicht zufrieden. „Natürlich kann man seinen Job auch ganz normal machen, aber man sollte auch immer rechts und links schauen.“ Nur dann sei es auch gewährleistet, sich auf jeden neuen Kunden gezielt einstellen zu können. Und, nicht zuletzt: „Man sollte auch Spaß an der Marke haben.“

Den Spaß hatte Künzel auch beim Finale der VW-WM in Berlin. Der Gala-Abend mit der Verleihung der Titel und der anschließenden Party mit den Kollegen aus aller Welt im Hotel Estrel sei ein tolles Erlebnis gewesen. Und der Spaß geht noch etwas weiter. Denn neben Urkunde und Pokal war mit dem Titelgewinn auch eine Reise verbunden: Im August geht es zur Rallye-Weltmeisterschaft nach Trier.

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