Seniorenbeirat des Landkreises will künftig Vor-Ort-Termine einrichten

Aufruhr um Ampel

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Die Fußgängerampel über die Mühlenstraße wird innerhalb von fünf Sekunden Rot.

Rotenburg - Von Inken Quebe. Eine einfache Ampel hat in der Sitzung des Behindertenbeirates des Landkreises Rotenburg am Donnerstag für Aufregung gesorgt: Viel zu kurz sei die Grünphase für Fußgänger an der Kreuzung Mühlenstraße/Gerberstraße in Rotenburg – besonders für Senioren und Menschen mit einer Gehbehinderung.

Auf die Situation von Sascha Jansen, Bewohner der Rotenburger Werke, angesprochen, merkte Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD) an, dass die zuständige Landesbehörde für Verkehr bisher nicht tätig geworden sei. Weil das Rotenburger Rathaus als Sitzungsort diente, kam er kurzerhand als Gast vorbei. „Ich habe bisher noch keine Rückmeldung erhalten“, so Weber. Er setze sich schon seit einem Jahr für die Verbesserung der Situation an dieser Stelle ein. „Es ist ein Unding, dass die Autofahrer eineinhalb Minuten Zeit haben, um zu fahren, die Fußgänger aber nur fünf Sekunden“, machte er seinem Unmut Luft. Gerade wer körperlich beeinträchtigt ist, gerate dort womöglich in Panik.

Diese Anmerkung brachte die Beiratsmitglieder auf eine Idee: Um solche Punkte künftig besser beurteilen zu können, soll eine der kommenden Sitzungen zur Besichtigung dienen. Auch bei Verkehrsschauen der Kommunen und des Landkreises, so der Wunsch, solle ein Mitglied des Beirates anwesend sein, um die Situation zu verbessern.

Ebenfalls Thema war eine Änderung der Wohnraumförderrichtlinie. Antje Brünjes, Leiterin des Sozialamtes des Landkreises, informierte die Anwesenden darüber, dass es mehr Geld für Bauherren gibt, die durch einen Um- oder Ausbau bereits vorhandener Gebäude kleine, bezahlbare Wohnungen schaffen. Gab es dafür vor dem 1. August vom Landkreis 7500 Euro Förderung, gibt es nun 15000 Euro. Wer nach einer solchen Maßnahme sogar barrierereduzierten Wohnraum anbieten kann, erhält eine Förderung in Höhe von 20000 Euro – vorher war es die Hälfte. Eine weitere Änderung: Künftig gibt es das Geld auch, wenn die Wohnung dann an Asylbewerber beziehungsweise Kommunen zur Unterbringung dieser vermietet werden soll, berichtete Brünjes.

Kreistagsabgeordnete Doris Brandt (SPD) regte an, die Wohnraumförderung stärker zu bewerben: „Die Richtlinie ist zwar auch im Internet abrufbar, aber sie ist noch nicht in den Köpfen der Menschen angekommen.“ In diese Richtung denkt auch die Landkreisverwaltung: In einer speziellen Baubeilage wolle man noch einmal darauf aufmerksam machen, kündigte Brünjes an. Außerdem gebe es eine Broschüre.

Auch die Abgeordnete Gabriele Hornhardt lobte diese Idee der neuen Förderung als „goldrichtig“ und merkte an: „Besonders ältere Menschen leben häufig alleine in großen Häusern, die so umgebaut werden könnten.“ Das bestätigte Brünjes, als sie dem Beirat den Wohnraumbericht des Landkreises vorstellte. Demnach leben 72 Prozent der über 75-Jährigen alleine im Eigenheim.

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