Seit Montag läuft der Sportunterricht in der IGS-Turnhalle in Rotenburg

Über die Ziellinie

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Annette Kläner-Brandt (l.) und Ines Stein in der neuen Turnhalle.

Rotenburg - Von Inken Quebe. Punktlandung: Wie geplant hat am Montag erstmals Sportunterricht in der neuen Turnhalle der Integrierten Gesamtschule (IGS) an der Gerberstraße in Rotenburg stattgefunden. Ines Stein, zuständig für Gebäudemanagement bei der Stadt, und Annette Kläner-Brandt vom beteiligten Architekturbüro zeigten sich bei einem Rundgang mit dem Ergebnis zufrieden.

Bis zuletzt wussten beide nicht so ganz, wie das fertige Innere aussieht. „Vieles war noch mit Folie bedeckt, damit nichts verschmutzt. Nach und nach haben sich die Puzzleteile dann zusammengefügt“, sagt Kläner-Brandt, Architektin bei Kläner Berndt Partner Architekten aus Rotenburg, „das ist jedes Mal wieder spannend“. Für Ines Stein, die als Architektin für die Stadt tätig ist, ein Grund, direkt auf der Tribüne Probe zu sitzen. Dort finden bei Veranstaltungen bis zu 200 Besucher Platz. Steins Fazit: „Es ist doch etwas anderes, alles erst in einer Zeichnung zu sehen und dann in der Realität.“

Die Halle nutzen die fünften und sechsten Klassen der IGS, die Jahrgänge sieben bis neun der Theodor-Heuss-Schule (THS) sowie nach Schulschluss und am Wochenende vier Rotenburger Vereine. Im Eingangsbereich sticht vor allem der Tresen hervor. Dahinter ist eine kleine Küche zu sehen. „Wenn Veranstaltungen stattfinden, gibt es die Möglichkeit, Getränke und Speisen anzubieten“, erklärt Kläner-Brandt. Es gibt außerdem WC-Räume – darunter auch einen behindertengerechten. „Es war eine der Kernaufgaben, das Thema Inklusion zu berücksichtigen“, berichtet sie.

Das haben Stadt und Architekturbüro auch beim Sanitätsraum beachtet. Dieser hat noch eine weitere Funktion, dort finden sich auch eine Dusche und ein WC – beides ebenfalls barrierefrei. „Wir wollten möglichst viel multifunktional gestalten, um die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen“, so Kläner-Brandt. Falls es also in einer der vier Gruppenumkleiden – jede für bis zu 30 Personen – einmal nicht genügend Platz für mehrere Menschen mit Handicap gibt, besteht dort eine Ausweichmöglichkeit.

In der Halle selbst springt der grüne Fußboden, den viele verschiedene Linien zieren, ins Auge. Damit habe man sich lange beschäftigt. „Das Farbkonzept haben wir in Absprache mit den Nutzern entwickelt“, berichtet Kläner-Brandt. Es hatte regelmäßig Treffen mit Vereinen und der Schulleitung gegeben, um die Anforderungen aller wenn möglich zu berücksichtigen. Die Halle musste zum Beispiel trennbar sein. Um aber die Geräuschkulisse so gering wie möglich zu halten, gibt es an den Wänden einen speziellen akustischen Belag. Kläner-Brandt: „Dann kann in einem Hallenteil etwas erklärt werden, während im anderen gespielt und gejubelt wird.“

Auch in Sachen Licht haben sich die Beteiligten Gedanken gemacht. „Wir wollten ein Gleichgewicht zwischen natürlicher Beleuchtung und künstlicher Belichtung“, erklärt Kläner-Brandt. Damit die Sonne nicht zu sehr blendet, sind die seitlichen Fenster mit Folie beschichtet worden.

Mit der Planung und Bau sind die zwei Frauen, die für dieses Projekt mehr als ein Jahr im Team gearbeitet haben, zufrieden. „Die Abstimmung lief sehr gut“, urteilt Stein. Die anvisierte Ziellinie ist überquert: „Nach den Herbstferien sollte die Halle in Betrieb genommen werden“, berichtet sie. Vorher hatten die Schüler vor allem auf der Außensportanlage oder in den Ausweichhallen Unterricht. Auch finanziell sei das Projekt, an dem rund 30 Firmen beteiligt waren, im veranschlagten Rahmen geblieben. Das können Kläner-Brandt und Stein verraten, obwohl die Halle noch nicht abschließend abgerechnet ist. Kläner-Brandt: „Wir liegen auf jeden Fall unter 3,4 Millionen Euro.“

Der Schulausschuss der Stadt befasst sich am Donnerstag auch mit der Namensgebung für die neue Turnhalle. Der Vorschlag von Bürgermeister Andreas Weber (SPD) dürfte dabei von allen politischen Seiten begrüßt werden, wie im Vorfeld zu vernehmen ist: Bodo-Räke-Sporthalle. Der 2004 gestorbene Ex-Bürgermeister der Kreisstadt wäre nach Adolf Rinck der zweite Politiker Rotenburgs, nach dem eine Turnhalle benannt werden würde. Räke war von 1969 bis 1994 Lehrer an der Realschule. Politisch aktiv war er von 1972 bis 2004 im Stadtrat, 15 Jahre lang währenddessen von 1986 bis 2001 als ehrenamtlicher Bürgermeister. Im Kreistag saß er von 1991 bis 2004, zudem war der SPD-Politiker für vier Jahre von 1994 bis 1998 Landtagsabgeordneter. „Schulleitungen und Lehrerkollegium begrüßen diesen Vorschlag“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

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