Horst Hansemann (83) aus Worth

Seit 50 Jahren auf dem Chefsessel

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Horst Hansemann fühlt sich in der Werkstatt sehr wohl.

Rotenburg - Fast auf den Tag genau vor 50 Jahren hat der damalige Gemeindebürgermeister Fritz Wulf den Tischlermeister Horst Hansemann aus Hastedt-Worth ermutigt, sich dort selbstständig zu machen. Heute blickt der 83-Jährige als Chef der Tischlerei Hansemann auf ein halbes Jahrhundert Selbstständigkeit zurück.

Gemeinsam mit seinen aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern hat der Inhaber am Dienstag das Firmenjubiläum im Betrieb gefeiert. „Wulf wollte damals unbedingt Handwerker in seine Gemeinde Hemsbünde holen“, erinnert sich der Jubilar, der 1934 in Worth geboren und auch dort aufgewachsen ist. Hier habe er auch die Schule besucht und danach von 1948 bis 1951 eine Lehre bei der damaligen Tischlerei Friedrich Rinck in Rotenburg gemacht. 

Nach dem Tod seines Arbeitgebers wechselte er zur Tischlerei Köster in Rotenburg. Hier holte sich der Geselle Hansemann den letzten Schliff für seine Prüfung zum Tischlermeister. Am 30. April 1965 hielt er das Zertifikat mit der Gesamtnote „gut“ in der Hand.

Zur Gründung überredet

Zwei Jahre später habe ihn Wulf, wie bereits berichtet, zur Gründung eines Tischlerbetriebes überredet. „Ich habe ganz klein angefangen“, sagte er lächelnd und erzählte weiter, dass er sich zunächst als Ein-Mann-Betrieb in die Selbstständigkeit begeben hatte. Dann sind im Laufe der Jahre einige Lehrlinge und Gesellen hinzugekommen.

Der Obermeister der Rotenburger Tischlerinnung, Helmut Siegmann (l.) , überreichte dem Jubilar Horst Hansemann als Anerkennung für 50 Jahre Selbstständigkeit eine Urkunde der Handelskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade und einen bunten Blumenstrauß.

„Mein erster Auszubildender war 1970 Alfred Becker. Er hat mir 44 Jahre die Treue gehalten. Leider musste er krankheitsbedingt den Beruf an den Nagel hängen“, erzählt Hansemann. Insgesamt habe der Meister rund 50 Lehrlinge ausgebildet und auch einige davon im Betrieb übernommen. Unter ihnen ist auch Gerhard ter Schmitten, der bereits 43 Jahre der Firma angehört und auch heute noch ein wertvoller Geselle ist.

Zwischenzeitlich habe er sich verliebt und 1967 seine Anneliese geheiratet. „Sie ist stets mein großer Rückhalt gewesen.“ Anneliese habe die Büroarbeit erledigt und arbeitet noch heute gemeinsam der Schwiegertochter Anja (seit 2007) in der Buchhaltung.

1983 ist sein Sohn Klaus im Betrieb mit eingestiegen. Auch er hat die Tischlermeisterprüfung gemacht (1993) und wird den Senior zum Januar 2018 als Chef des Unternehmens ablösen. Dann will sich Hansemann aus dem Geschäft zurückziehen.

Hansemann auch viele Jahre Obermeister

Die Tischlerei hat sich auf die Anfertigung von Möbel, Holz- und Kunststofffenster sowie Türen spezialisiert und sich immer auf dem neusten Stand der Technik gehalten, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

In der Rotenburger Innung war Hansemann viele Jahre als Obermeister aktiv. Sein Nachfolger Helmut Siegmann überreichte bei der Feier in den Räumen der Worther Werkstatt Blumen und eine Ehrenurkunde der zuständigen Handelskammer.

Von Heinz Goldstein

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