Sechsjährige graben bei der Lent-Kaserne einen vermeintlichen „Zünder“ aus

Experte gibt Entwarnung

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Eigentlich wollte der junge Mann im Garten seiner Eltern vor der Lent-Kaserne nur ein bisschen buddeln.

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Zwei sechsjährige Jungen wollten am Wochenende in einem Garten direkt vor der Lent-Kaserne mit ihren kleinen Handschaufeln im Gemüsebeet ein unterirdisches Lager bauen. Dabei stieß einer von ihnen auf einen undefinierbaren zylindrischen metallischen Gegenstand.

Das Ding weckte seinen Entdeckergeist, und so brachte der Junge das Ding mit nach Hause. Wie die Eltern in Zusammenarbeit mit der Polizei feststellten, lag die Vermutung nahe, dass es sich um einen Granatenzünder aus dem Zweiten Weltkrieg handeln könnte. Am Dienstagvormittag gab ein aus Hannover angereister Sprengmeister nach genauerer Untersuchung aber Entwarnung.

Viel Glück für den Sechsjährigen, dass es sich bei dem vermeintlichen Zünder um eine alte Taschenlampenbatterie handelte. Der junge Finder hatte vom „komischen Metallteil“ aus dem Garten nämlich erst einmal die Erde entfernt und unter einem Wasserhahn sauber geschrubbt. Das hätte bei einem echten Zünder kräftig ins Auge gehen können, so die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Hannover. Als der Vater des Jungen auf den Gegenstand aufmerksam wurde, hat er ihn sofort an sich genommen. Da im Bereich der Lent-Kaserne schon einige Munition aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden wurde, lag bei ihm die Vermutung nahe, dass es sich um ein Munitionsteil aus jener Zeit handelte. Er fotografierte den unbekannten Gegenstand und setzte sich mit der Rotenburger Polizei in Verbindung. Zudem schickte er das Foto vom „Zünder“ per E-Mail an die Beamten. Diese informierten und aktivierten daraufhin den Kampfmittelbeseitigungsdienst. Bis zum Eintreffen des Sprengmeisters am Dienstagmorgen erhielt der Vater einige Tipps, wie er mit dem Gegenstand umgehen sollte: trocken lagern und nicht fallen lassen. Falls der Verdacht sich bestätigen sollte, könne so gelagert nichts passieren, erzählt er.

Kein Zünder, sondern eine alte Taschenlampenbatterie.

Dienstagmorgen traf der Experte vom Kampfmittelbeseitigungsdienst aus der Landeshauptstadt in Rotenburg ein, nahm den vermeintlichen „Zünder“ näher unter die Lupe und gab schnell Entwarnung. „Es handelt sich um eine alte, verrottete Taschenlampenbatterie“, informierte er die Familie und lobte auf der einen Seite das besonnene Handeln des Familienvaters. Er riet aber auf der anderen Seite, bei solchen Funden den Gegenstand nicht zu berühren, dort zu lassen, wo er gefunden wurde und sofort die Polizei zu informieren. Denn in diesem Fall hätte einiges schief gehen können.

Info: Verhalten beim Munitionsfund

Thomas Döring vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Niedersachsen gibt auf Anfrage der Kreiszeitung einige Tipps und Informationen zum richtigen Verhalten bei Fundmunition: Wichtig sei erstmal „Hände weg!“ – so können Unfälle vermieden werden. Eltern sollten präventiv ihre Kinder über die Gefahren solcher Funde aufklären. Zudem sollten sie die eigene und die Sicherheit anderer nicht gefährden. „Melden sie Kampfmittel sofort der nächsten Polizeidienststelle, dem Ordnungsamt oder dem Kampfmittelbeseitigungsdienst“, so Döring. Oft werde Munition durch anhaftende Erde oder Rost gar nicht als solche erkannt. Das habe schon zu schweren Unfällen geführt. Kampfmittel seien unberechenbar. Auch wenn sich der Verdacht auf ein Munitionsteil, wie in diesem Fall, nicht erhärte, für die Experten sei der Schutz von Leben und Gesundheit erstes Gebot.

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