Nachwuchssuche: Rotenburger Polizei bietet Mittwoch Live-Sprechstunde bei Twitter an

„Schwieriger Job, gutes Image“

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Ein Beamter der Rotenburger Polizeiinspektion beim Blitzmarathon. Auch die Verkehrsüberwachung gehört zu den Aufgaben der Polizisten, die auf Nachwuchskräfte hoffen.  

Rotenburg - Von Guido Menker. Mit einer Livefragestunde auf „Twitter“ stellen sich am Mittwoch Einstellungsberater der Rotenburger Polizeiinspektion den Fragen von jungen Menschen, die den Berufswunsch des Polizeibeamten in sich tragen oder sich einfach nur mal erkundigen wollen.

Damit setzt die Niedersächsische Polizei im Zeitalter der digitalen Medien parallel auf andere Kommunikationswege, als es die Berufspraktika oder Ausbildungsmessen bisher dargestellt haben, so der Sprecher der Rotenburger Polizeiinspektion, Heiner van der Werp.

Heiner van der Werp

Wem die Livefragestunde über den Microbloggingdienst nicht gefällt, der hat am Mittwochnachmittag zwischen 14 und 16 Uhr auch die Möglichkeit, seine Fragen zum Thema „Traumberuf Polizeikommissar“ als Mail aneinstellungsberatung@pi-row.polizei.niedersachsen.de zu richten oder ganz einfach unter der Telefonnummer 04261 / 947105 anzurufen. Dieses Angebot werde die Polizeiinspektion Rotenburg in diesem Jahr in Zeven und Bremervörde und noch einmal in Rotenburg wiederholen. Die Termine werden noch bekannt gegeben, so van der Werp, der uns zu diesem Thema noch ein paar Fragen beantwortet hat.

Die Polizei geht bei der Suche nach Nachwuchs ganz neue Wege. Wie dringend brauchen Sie denn neue Kollegen?

Heiner van der Werp: Ganz klar: „sehr dringend“. Wir werden in diesem Jahr landesweit 1 000 neue Kolleginnen und Kollegen einstellen. Sie beginnen ihr Bachelor-Studium im Oktober an der Polizeiakademie. Im nächsten Jahr haben wir ähnliche Einstellungszahlen. Bewerbungsschluss dafür ist der 31. Oktober. Es ist politischer Wille, die Personalstärke der Polizei aufzustocken. Allerdings erwartet uns auch eine große Pensionierungswelle. Um die gewünschten Zahlen zu erreichen, müssen wir also die Werbetrommel kräftig rühren.

Der Beruf der Polizei hat immer auch mit einem schwierigen Image zu kämpfen. Gerade dann, wenn es Einsätze wie früher beim Castor oder zuletzt beim G20-Gipfel gibt. Wie sehr wirkt sich so etwas auf die Bewerberzahlen aus?

Heiner van der Werp: Unser Beruf polarisiert, aber das war schon immer so. Ich persönlich habe zudem festgestellt, dass der Respekt, der uns noch vor einigen Jahren entgegengebracht worden ist, gelitten hat. Für junge Kolleginnen und Kollegen ist es in diesen Tagen nicht immer leicht, unserem anspruchsvollen Beruf gerecht zu werden. Trotzdem glaube ich, dass er gerade deshalb attraktiv ist. Das zeigen vor allem die hohe Werte bei Umfragen, wenn es um das Berufsimage geht. Schwieriger Job, gutes Image. Deshalb lassen sich Bewerber nicht so leicht abschrecken.

Wer sich jetzt bewirbt, hofft ganz sicher darauf, auch in der Region bleiben zu können. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich dieser Wunsch realisieren lässt?

Heiner van der Werp: Wer in der regionalisierten Einstellung eine Zusage bekommt, der kann fast zu 100 Prozent davon ausgehen, dass er nach Abschluss der Ausbildung und auch schon während der Berufspratika dahin kommt, wo er wohnt oder arbeiten möchte.

Sie selbst sind seit vielen Jahren bei der Polizei. Warum gefällt es Ihnen so gut?

Heiner van der Werp: Ich bin sehr zufrieden mit meiner Berufswahl. Daran hat sich seit meiner Einstellung 1982 nichts geändert. Ich habe spannende Zeiten im Streifendienst erlebt und hatte später die Möglichkeit, viele andere Dinge auszuprobieren. Jetzt bin ich Polizeisprecher. Dass ich das mal machen würde, hätte ich nicht gedacht. So wie es jetzt ausschaut, arbeite ich noch sieben Jahre bis zu meiner Pensionierung. Schauen wir mal, was da noch passiert.

Sie gehen neue Wege, um junge Menschen zu erreichen. Gibt es bezüglich derartiger Livefragestunden eigentlich schon Erfahrungen aus anderen Polizeiinspektionen? Welche?

Heiner van der Werp: Ja, die gibt es. Die Resonanz in den benachbarten Inspektionen auf das neue Angebot war eher bescheiden. Ich hoffe, dass wir das mit der Unterstützung der örtlichen Presse toppen können.

Überhaupt hat sich die Polizei der neuen Medien angenommen. Welche Erfahrungen haben Sie damit bisher im Landkreis Rotenburg gemacht?

Heiner van der Werp: Die Polizei kann sich dem Trend der sozialen Netzwerke nicht entziehen. Wir setzen diese Medien regelmäßig in unserer Öffentlichkeitsarbeit ein. Zuletzt haben wir beim Hurricane-Festival sehr aktiv getwittert. Ob wir dadurch eine positive Wirkung und auch polizeiliche Erfolge erzielen, vermag ich noch nicht wirklich einzuschätzen. Wir sind aber, gerade für den Fall eines größeren Polizeieinsatzes, auf diesen neuen Informationsweg vorbereitet.

twitter.com/Polizei_ROW

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