Kfz-Frühjahrsinnungsversammlung in Waffensen

Schwere Zeiten für das Kfz-Handwerk

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Gerd Stünkel (r.) aus Fintel erhält den „Goldenen Meisterbrief“ von Kfz-Obermeister Norbert Schmudlach.

Waffensen - Von Heinz Goldstein. Die Kraftfahrzeug-Innungsbetriebe haben weiterhin sehr unter dem Dieselskandal zu leiden. Die Kosten für Kältemittel sind explodiert, und das neue Datenschutzgesetz macht den Betrieben zu schaffen. Auf der Kfz-Frühjahrsinnungsversammlung am Mittwochabend im Waffensener Eichenhof hat der Innungsobermeister, Norbert Schmudlach, deutliche Worte gefunden.

„Auch im vierten Jahr nach den ersten Diesel-Skandal-Vorwürfen in den USA und später in Deutschland wird es nicht leise um den Diesel“, so Schmudlach, der die ersten Durchfahrtsbeschränkungen in zwei Hamburger Straßen nicht nachvollziehen kann. Der Grenzwert von 40 Mikrogramm sei zwar um mehr als das doppelte überschritten, aber nun müssten diese Fahrzeuge einen Umweg durch die Stadt in Kauf nehmen, um dannmit einer noch längeren Fahrtstrecke mit mehr Staus eine noch höhere Abgasbelastung zu erzeugen. „Den Gesamtumweltnutzen kann ich hier wahrlich nicht erkennen.“ Aus seiner Sicht müsste die Politik beim Thema „Hardware-Nachrüstung“ bei Diesel-Pkw klare Position beziehen. Die Innung habe sich klar positioniert und fordert „die Hardware-Nachrüstung für Diesel rechtssicher zu regeln“. Dass eine Hardware-Nachrüstung technisch möglich und äußerst wirksam sei, hätten Tests eindrucksvoll bewiesen. Der Verband Zentrales Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) setze sich für die finanzielle Unterstützung der privaten oder gewerblichen Fahrzeugbesitzer bei der Nachrüstung durch ein öffentliches Förderprogramm wie seinerzeit beim Rußpartikelfilter ein.

Ein anderes Thema, aber mindestens ebenso brisant wie der Diesel, sei die Diskussion um das Klimaanlagenkältemittel R134a. Sehr zum Ärgernis von Werkstätten und Kunden. Aufgrund der durch die Gesetzgebung verpflichtenden Reduzierung des Verbrauchs von fluorierten Treibhausgasen (F-Gase) in der Europäischen Union von 2015 bis 2030 haben sich der Beschaffungs- und somit auch der Verkaufspreis dieses Kältemittels drastisch erhöht. Diese Preiserhöhungen führten zu Unverständnis und Unmut bei den Kunden.

Eine Vielzahl von Anforderungen

Auch die Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO) beschäftige derzeit die Betriebe. Eine Vielzahl von Anforderungen sei auf die Betriebe eingestürzt und müssten umgesetzt werden. Die Innungsbetriebe haben die Möglichkeit, sich bei der Kreishandwerkerschaft Elbe-Weser juristisch beraten zu lassen. Diesen Tipp gab Schmudlach den Mitgliedern der Innung, die unsicher sind.

Die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft, Yana Arbeiter, sprach von einer erheblichen bürokratischen Mehrbelastung der Betriebe, die die Politik eigentlich verhindern wollte. „Nun greifen windige Personen bereits dieses Thema für sich auf und versuchen, Abmahnungen mit System vorzubereiten.“ Hier schreite die Kreishandwerkerschaft unterstützend ein.

Die Geschäftsführerin stellte auch das neue Internetportal der Handwerkerschaft Elbe-Weser und die Vorteile für die Innungen vor. „Das neue Informations- und Kommunikationszentrum verbindet Menschen, Betriebe, Wirtschaftspartner und Institutionen zu einer starken Gemeinschaft“, erklärte sie und sagte, dass das Portal im Herbst online gehen wird. Das Herzstück werde eine Handwerkersuche sein, die Kunden, Kollegen, Praktikanten oder Jobsuchende anspricht, wies sie auf Zielgruppen hin. Dirk Wedell, der mit seinem Unternehmen das Portal entwickelt hatte, deutete auf die attraktiven Profilseiten hin, die wichtig seien, um Kunden, Mitarbeiter und Auszubildende zu werben.

Am Ende der Veranstaltung erhielt Gerd Stünkel den „Goldenen Meisterbrief“ vom Obermeister überreicht.

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