In der Schwebe

La Strada: Fachausschuss stellt Fördersumme mit Sperrvermerk in Haushalt ein

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2018 fand die zehnte Ausgabe von La Strada statt. Ob die Veranstaltung im kommenden Jahr stattfindet, ist noch unsicher. Die Kir hat signalisiert, die Veranstaltung nicht ausrichten zu wollen.

Rotenburg - Von Farina Witte. Die Sitzung des Kulturauschusses der Stadt Rotenburg hat zumindest mit Blick auf die Finanzen für Klarheit zur Zukunft des Straßenzirkus La Strada gesorgt. Die Mitglieder haben die Empfehlung gegeben, die Summe im Haushalt mit einem Sperrvermerk einzustellen. Ob La Strada im kommenden Jahr stattfinden wird, werden die betroffenen Organisatoren in der nächsten Zeit klären.

Einig waren sich die Politiker, Bürgermeister Andreas Weber (SPD) und Kulturamtsleiter Rainer Lüdemann darin, dass man, bevor eine endgültige Entscheidung gefällt wird, zunächst noch einmal das Gespräch mit der Kulturinitiative Rotenburg sucht. Deren Vorsitzender Uwe Goldschmidt hatte am Wochenende erklärt, 2019 werde es kein La Strada geben. Der Verein, der die Veranstaltung seit der ersten Stunde mitorganisiert und viele ehrenamtliche Helfer stellt, brauche eine Pause, hieß es in der Stellungnahme. Das müsse man respektieren, betonte Weber in der Sitzung.

Allerdings lag seitens der Kir schon ein Antrag für eine Förderung vor. Vier Tage vor der Mitteilung, dass die Kir La Strada 2019 nicht organisiert, sei er eingegangen. Uwe Goldschmidt erklärte auf Anfrage, dass der Verein fristgerecht die Anträge gestellt hatte, um sicherzustellen, dass Geld vorhanden ist, sollte sich ein Organisator finden. 

„Wir gehen weiterhin von diesem Antrag aus“, erklärte der Bürgermeister in der Sitzung. Andernfalls würde die Stadt stellvertretend diesen Antrag stellen. Ein Zuschuss in Höhe von 21.000 Euro waren angefragt. Jedoch sei man sich in den Vorbesprechungen zum Haushalt einig gewesen, dass man den Straßenzirkus nicht mit dieser Summe fördere, sondern wie in den Vorjahren mit 17.000 Euro. „Die zehnte Ausgabe soll besonders bleiben“, so Weber. 2018 zum Jubiläum war mehr Geld in La Strada geflossen.

Der Ausschuss will die Option für La Strada offenhalten

Sowohl für den Bürgermeister als auch für Lüdemann kam die Nachricht der Kir überraschend. Bislang habe es auch noch keine Gespräche gegeben. Mit Blick auf die Haushaltsplanungen für 2019 musste nun aber im Kulturausschuss eine Entscheidung getroffen werden: Stellt die Stadt Geld zur Verfügung oder nicht?

„Ich möchte da nicht vorpreschen“, sagte Ausschussmitglied Hartmut Leefers (CDU) dazu. Die Kir sei von Beginn an der maßgebliche Organisator, deshalb sollte man die Veranstaltung nur gemeinsam mit allen Beteiligten durchziehen. Sein Vorschlag: Die Fördersumme in Höhe von 17.000 Euro mit einem Sperrvermerk im Haushalt einstellen. Damit bleibt den beteiligten Organisatoren – der Kir, der Stadt und der Bremer Agentur „zweifellos.net“ – Zeit, um über eine Ausrichtung des Straßenzirkus 2019 zu sprechen. Ein Vorschlag, der im Ausschuss auf Zustimmung traf.

Während Leefers klar äußerte, dass er gegen eine Ausrichtung ohne die Kir ist, möchte die Stadt diese Option nicht ausschließen. „La Strada hat inzwischen so eine Tradition und auch solch eine Wirkung nach außen und innen“, betonte Weber. Im Zweifelsfall sei die Stadt bereit, andere Möglichkeiten zu prüfen. 

Die Agentur hält am Straßenzirkus fest

Ähnlich sieht es die die Agentur „zweifellos.net“. „Wir sind fest entschlossen, es auch 2019 auf die Beine zu stellen“, erklärte am Donnerstag Julia von Wild von der Agentur. Gleichzeitig stimmte Weber auch Leefers zu und erklärte, dass die Stadt daran interessiert ist, mit dem Kulturverein gemeinsam über die Organisation zu sprechen. Auch beim Landkreis hat die Kir einen Förderantrag gestellt, der bislang auch nicht zurückgezogen wurde. Der Ausschuss für Sport und Kultur hat dort empfohlen, zunächst La Strada mit 13 .900 Euro zu berücksichtigen.

Der städtische Kulturausschuss hat sich entschieden, die 17 .000 Euro mit einem Sperrvermerk im Haushaltsplan zu belassen. Es sollen nun noch weitere Gespräche geführt werden, an wen letztlich das Geld für die Durchführung von La Strada ausgezahlt werden könnte – sofern das Festival stattfindet. Das letzte Wort hat der Stadtrat.

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