Wann kommt der Paketbote?

Schulen im Landkreis Rotenburg warten auf Corona-Schnelltests

Ein Corona-Schnelltest auf einem Schultisch.
+
Der Corona-Test wird auch in der Region bald zum Schulalltag gehören. Momentan sind allerdings zur Organisation noch viele Fragen unbeantwortet.

Schnelltests in den Schulen sind schon lange ein Wunsch vieler Eltern, Schüler und Lehrer. Das soll jetzt umgesetzt werden, doch noch sind die Kits nicht eingetroffen.

  • Die Vorbereitungen in den Schulen laufen auf Hochtouren.
  • Eltern müssen Einverständnis geben.
  • Ältere Schüler führen Tests selber durch.

Rotenburg / Scheeßel – Eigentlich ist fast alles geklärt. Nur eine ganz entscheidende Frage ist noch offen: Wann erreichen die Corona-Test-Kits die Schulen, mit denen Schüler, Lehrer und alle weiteren Mitarbeiter noch vor den Osterferien erste Schnelltests vornehmen sollen? Im Rotenburger Ratsgymnasium, in der Eichenschule in Scheeßel und auch in der Rotenburger Kantor-Helmke-Schule sind sie bis Freitag noch nicht eingetroffen. Wann also kommt der Paketbote? „Ich hoffe, spätestens bis Montagmittag – dann könnten wir am Mittwoch einen ersten Probelauf durchführen“, sagt Iris Rehder, Leiterin des Ratsgymnasiums.

Die Vorbereitungen in den Schulen laufen bereits auf Hochtouren. „Es gibt ein Konzept vom Kultusministerium, und das haben wir auf unsere Schule heruntergebrochen“, so Rehder. Grundlage dafür sei die inzwischen 13. „Rundverfügung“ des Ministeriums in diesem Kalenderjahr. Damit verbunden ist ein hoher formeller und organisatorischer Aufwand. „Ja, es ist sehr viel in kurzer Zeit, und es ist anstrengend“, berichtet Rehder. Aber sie sagt auch: „Es ist ein sinnvolles Verfahren und eine ganz wichtige Säule in der Strategie im Kampf gegen die Pandemie.“ Jede Menge Holz also, aber in der Einschätzung ist man sich einig.

Catrin Cramme als Leiterin der Kantor-Helmke-Schule und auch Karsten Frick als stellvertretender Leiter der Eichenschule stoßen ins gleiche Horn. „Das bringt deutlich mehr Sicherheit“, erklärt Cramme. Frick sagt: „Lieber früher als später.“

Selbsttest unter Aufsicht

Über die Server der Schulen, aber zum Teil auch ausgedruckt auf Papier erreichen die Eltern in diesen Tagen jede Menge Informationen zu den Selbsttests und den Abläufen in den Schulen. Aber auch das Einsammeln von Einverständniserklärungen hat bereits in dieser Woche begonnen. Die ist nämlich Grundlage für die freiwilligen Tests der Schüler.

In den weiterführenden Schulen wird es sich um Schnelltests handeln, die die Schülerinnen und Schüler unter Aufsicht und Anleitung der Lehrer selbst durchführen sollen. Für die Grundschulen ist vorgesehen, dass diese Tests zu Hause erfolgen.

„Die Testergebnisse werden dokumentiert. Bei einem positiven Testergebnis würden betroffene Schüler von der Schule zunächst betreut werden, bis sie von Ihnen abgeholt werden“, ließ Eichenschul-Chef Christian Birnbaum die Eltern in einer E-Mail vom Mittwoch wissen. Anschließend sei die Durchführung eines PCR-Tests durch Fachpersonal zwingend vorgeschrieben. Auch Iris Rehder betont, dass man die Schüler in keinem Fall allein lasse, sollte der Selbsttest einen Hinweis auf ein positives Ergebnis geben.

Die Grundschulen, aber auch die weiterführenden Schulen, befinden sich zurzeit im Wechselbetrieb. In den weiterführenden Schulen allerdings erst von Montag an wieder für alle Jahrgänge. In dieser Woche waren nur die Jahrgänge 5 bis 7 sowie 12 in der Schule anzutreffen. Jetzt kommen die Jahrgänge 8 bis 11 hinzu. „So hat jeder Schüler mindestens zwei Tage Präsenzunterricht vor den Ferien“, so Rehder.

Pro Woche mehr als 500 Tests am Ratsgymnasium

Sie weist darauf hin, dass sämtliche Informationen in Sachen Schnelltests auf der Homepage der Schule einsehbar seien. Und sie betont, dass im Umgang mit den Daten größte Sorgfalt verpflichtend sei. Zugleich hofft sie darauf, dass sich möglichst viele Eltern mit dem Vorgehen einverstanden erklären. „Es ist existenziell, dass sich viele testen lassen.“ Für das Ratsgymnasium sind pro Woche mehr als 500 Tests erforderlich, um einmal in der Woche jeden Schüler testen zu lassen. Die Bestellung der Kits habe das Land übernommen.

Es ist existenziell, dass sich viele testen lassen.

Iris Rehder, Schulleiterin Ratsgymnasium

Die Tests selbst sollen an den jeweiligen Tagen im Klassenraum vorgenommen werden. Die Wattestäbchen seien bis zu 2,5 Zentimeter tief in die Nase einzuführen und mehrmals zu drehen und zu bewegen. Dann erfolge das Aufbringen auf das Test-Kit, nach 15 bis 20 Minuten liegt das Ergebnis vor, erklärt Iris Rehder das Prozedere.

Karsten Frick hält die Strategie zwar für richtig. Er sagt aber auch: „Es gibt keine Schutzausrüstung für die Lehrer. Aus meiner Sicht besteht da ein Ansteckungsrisiko, und das wird ausgeblendet.“ Er hätte sich gewünscht, dass professionelle Teams die Schulen aufsuchen. In der Eichenschule wechseln die Präsenzzeiten übrigens täglich, die im Ratsgymnasium in Blöcken von zwei beziehungsweise drei Tagen am Stück.

Jetzt heißt es also warten. Warten auf den Paketboten von DHL. Und der wird sich in den kommenden Wochen wohl häufiger in den Schulen blicken lassen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Perfekt für den Frühling: Weinpaket „Grün, Grüner, Veltliner“

Perfekt für den Frühling: Weinpaket „Grün, Grüner, Veltliner“

Trotz großem Kampf gegen Man City: Aus für den BVB

Trotz großem Kampf gegen Man City: Aus für den BVB

Smartes Housekeeping: Haushaltshilfe einfach online buchen

Smartes Housekeeping: Haushaltshilfe einfach online buchen

Bindung zu Ihrem Hund stärken – Jetzt kostenlos an einem Online-Kurs teilnehmen

Bindung zu Ihrem Hund stärken – Jetzt kostenlos an einem Online-Kurs teilnehmen

Meistgelesene Artikel

Diako-Pflegepersonal hat die Nase voll – und zieht Konsequenzen aus der Personalnot

Diako-Pflegepersonal hat die Nase voll – und zieht Konsequenzen aus der Personalnot

Diako-Pflegepersonal hat die Nase voll – und zieht Konsequenzen aus der Personalnot
Wahl in Sottrum: CDU nominiert Wolf Linne, doch der schmeißt hin

Wahl in Sottrum: CDU nominiert Wolf Linne, doch der schmeißt hin

Wahl in Sottrum: CDU nominiert Wolf Linne, doch der schmeißt hin
Neuer Kita-Standort in Visselhövede unklar

Neuer Kita-Standort in Visselhövede unklar

Neuer Kita-Standort in Visselhövede unklar

Kommentare