Schule am Grafel: Unterricht an der frischen Luft mit Biologin Anja Schulenberg

Die Ohren gespitzt und der Natur gelauscht

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Biologin Anja Schulenberg zeigt, was sich im Boden unter dem Gras verbirgt.

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Über die feuchte Wiese neben der Straße „Im Teich“ in Rotenburg wehte am Dienstagmorgen eine kräftige Brise. Es war kalt, der Boden vom Regen aufgeweicht und die Graslandschaft mit Pfützen übersät. Das schien den Zweitklässlern der Schule am Grafel aber nichts auszumachen. Sie waren unter den Anoraks warm „eingepackt“ und trugen Stiefel oder festes Schuhzeug. Beste Voraussetzungen also für ihre winterliche Exkursion in die Natur mit der Biologin Anja Schulenberg vom Umweltbildungszentrum Wümme. Dieser Ausflug ist Teil des Umwelt-Projektes „Vier Jahreszeiten – vier Lebensräume“ an der Rotenburger Grundschule.

Der Sachunterricht an der Schule am Grafel wird nicht nur an der Tafel und auf Papier durchgeführt. Im Frühling, Sommer, Herbst und Winter erkunden die Kinder Lebensräume von Pflanzen und Tieren in der Natur. Gestern waren 23 Schüler der Klasse 2b auf Exkursion. „Wir werden die Wiese in diesem Jahr noch dreimal besuchen und näher unter die Lupe nehmen“, erklärte die Biologin Schulenberg. Das habe seinen Grund: „Ich möchte mit den Kindern die Veränderungen, die sich in den Jahreszeiten abspielen, hautnah miterleben lassen.“

Zum „Warm up“ des Unterrichts durften die Kinder zunächst auf der Wiese herumlaufen, um auf diese Weise spielerisch das gesamte Umfeld zu erkunden. Besondere Anziehungskraft übten die Pfützen auf viele Schüler aus. So testeten einige von ihnen, ob das Wasser beim Hineinspringen ebenso hochspritzt wie auf Fußgängerwegen. Ergebnis: Ja, das tut es!

Dann wurde es spannend. Die Kinder stellten sich im Kreis auf, schlossen die Augen und spitzten die Ohren, um der Natur zu lauschen. Der Wind war für alle unüberhörbar, aber der eine oder andere Schüler nahm dazwischen das Gekrächze von Krähen wahr, die nicht in den Süden ziehen. „Im Frühling, wenn die Natur erwacht, wird mehr zu hören sein“, erzählte Schulenberg. Sie erklärte, wie sich Tiere im Winter verhalten und warum Vögel ihr Gefieder aufplustern, um sich gegen die Kälte schützen.

Schnell fanden die Kinder heraus, dass die Pflanzen eine Winterruhe eingelegt haben. Sie haben das Wachsen eingestellt. „Deshalb müssen wir zu Hause im Winter auch keinen Rasen mähen“, erkannte ein smarter Schüler. „Die Pflanzen speichern in dieser Zeit ihre Energie in den Wurzeln“, stellten jungen „Forscher“ fest. Um das zu beweisen, hob die Biologin mit Hilfe eines Spatens eine Pusteblume aus dem Boden. Die Blume hatte eine starke Wurzel entwickelt, war zu erkennen. Selbst ein Regenwurm kringelte sich tief in der Erde. Fazit der Schüler: Ein spannender Tag, der richtig Spaß gemacht hat.

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