Schüler probieren sich aus

Der neunte Jahrgang der IGS Rotenburg absolviert zweiwöchiges Praktikum

Christina Rosbach beim Bücher Einsortieren in der Stadtbibliothek.

Rotenburg - Von Carlotta Röhricht. Ihr erstes Praktikum haben die Schüler des neunten Jahrgangs der Integrierten Gesamtschule (IGS) Rotenburg nach den Herbstferien absolviert. Zwei Wochen lang konnten sich die Schülerinnen und Schüler an den unterschiedlichsten Arbeitsplätzen ausprobieren. Sie waren dabei auf der Suche nach dem passenden Beruf für sich.

In den Beruf der Förderschullehrerin schnupperte Judith Kruschinski in der Lindenschule rein. Sie war eine Begleitperson und unterstützte die Lehrer. „Jeder Schüler ist ganz besonders, man muss auf sie eingehen“, sagt sie über den Beruf. In ihrer Familie ist sie aber nicht die Einzige, die sich für die sozialen Berufe interessiert. Sowohl ihre Mutter als auch ihre Oma arbeiten in diesem Feld. Judiths Entscheidung, bei der Lindenschule ein Praktikum zu machen, entstand aber aus eigenem Interesse. Sie möchte später in eine pädagogische Richtung gehen. Praktikanten dürfen nicht immer jede Aufgabe wahrnehmen, und so ging es auch Judith. „Bei Anfällen oder Ausrastern durfte ich nichts machen“, erklärt sie. „Der Beruf wird oft unterschätzt und er ist schwieriger, als man denkt. Man muss gute Nerven haben, tolerant und strapazierfähig sein, man muss wissen, wie man mit den Schülern umgeht und es wird viel Energie benötigt“, zählt sie auf.

Judith Kruschinski unterstützt Schüler und Lehrer der Lindenschule.

Für einen ganz anderen Beruf interessiert sich Tiziana Ehlers. Ihr Kindheitstraum war schon immer, Architektin zu werden. Ob er das nach dem Praktikum immer noch ist? Um das herauszufinden, machte Tiziana ihr Praktikum bei PGN. Viel Mathe war hier gefragt und sie ergänzt: „Man musste mit vielen verschiedenen Menschen arbeiten, wie zum Beispiel mit Bauarbeitern.“ Wie in Judiths Familie gibt es auch bei Tiziana auch jemanden, der mit Häusern zu tun hat. Ihr Vater arbeitet als Makler und Hausverwalter. Das Interesse aber, sagt sie, besteht bei ihr unabhängig davon. In der Zeit bei PGN haben ihr nicht alle Bereiche Spaß gemacht. Die 14-Jährige durfte auch in die Bauleitung, wo man viel rechnen muss, reinschnuppern. Das habe ihr nicht so gut gefallen. Da lief die zweite Woche in der Abteilung Architektur schon besser „Ich möchte immer noch in die Richtung Architektur gehen. Ich mag das Skizzieren und toll war, dass ich mein Traumhaus entwerfen durfte.“ Um ihren Kindheitstraum wahr werden zu lassen, muss sie Architektur studieren und dann mit einem Master die Ausbildung abschließen. „Das Faszinierende daran ist, dass jedes Bauobjekt individuell ist“, sagt sie über den Beruf.

Tiziana Ehlers unterstützt fleißig in der Bauleitung und die Architekten bei PGN.

Bücher einsortieren, CDs etikettieren und gut mit dem Computer umgehen können musste Christina Rosbach. Sie hat ihr Praktikum in der Stadtbibliothek Rotenburg gemacht. Auch den Umgang mit Menschen dürfen Bibliothekare nicht scheuen, erklärt Christina. Ihr Berufswunsch ist eigentlich, Bankkauffrau zu werden. Wieso dann ein Praktikum in der Bibliothek? „Ich war häufig mit meiner Familie hier“, berichtet sie. Dabei kam die Idee auf, das Praktikum in der Einrichtung im Kantor-Helmke-Haus zu absolvieren. „Wenn man Bibliothekarin werden möchte, ist ein Realschulabschluss und eine Ausbildung erforderlich“, weiß sie.

Zur Person

Mein Name ist Carlotta Röhricht, ich bin 15 Jahre alt und gehe in die neunte Klasse der IGS Rotenburg. Ich habe mein Praktikum bei der Kreiszeitung gemacht. Dadurch, dass wir in der Familie die Zeitung abonniert haben, bin ich darauf aufmerksam geworden. Ich wollte mein Praktikum nicht bei einem langweiligen Arbeitsplatz machen, sondern wo ich etwas erlebe und erfahren kann. Bei der Zeitung ist ein Teil der Arbeit, Meldungen zu schreiben. Ich wurde aber auch zu Interviews und Terminen mitgenommen. Es ist toll, dass man jeden Tag Neues erfährt. Ich habe auch selbst kleine Interviews mit anderen Praktikanten geführt, wodurch ich auch etwas über ihr Praktikum erfahren habe. Ich bin froh, meine zwei Wochen hier verbracht zu haben und kann es nur weiterempfehlen. Ich kann mir auch vorstellen, diesen Beruf in der Zukunft zu erlernen.

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