Bei Schnee nicht ohne Winterreifen – das gilt auch fürs Radfahren

Mit Spikes sicherer ans Ziel

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Wer mit dem Fahrrad durch den Schnee möchte, sollte sowohl in der Stadt als auch an seinem Rad einiges beachten.

Rotenburg - Von Jessica Ginter. Überall ist es weiß. Auch auf den Geh- und Radwegen türmt sich der Schnee. Viele bleiben deswegen lieber zuhause. Mit dem Fahrrad auf die Straße? Undenkbar. Es gibt trotzdem Möglichkeiten, den Schneemassen zu trotzen.

Tatsächlich schwingen sich einige Rotenburger aufs Rad. Damit ihnen nichts passiert, versucht die Stadt nicht nur die Straßen, sondern auch Fuß- und Radwege so schnell wie möglich vom Schnee zu befreien.

„Wichtig sind vor allem die Schulwegbereiche, die beispielsweise durch die Nödenwiesen führen und während der Ferien nicht allzu häufig befahren wurden“, sagt Hans Bultmann, Vorsitzender des Rotenburger Ortsverbands des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). „Die meisten Schüler nutzen nunmal das Fahrrad, um zur Schule zu kommen.“ Selbst er als leidenschaftlicher Radler verzichte bei diesem Wetter auf seinen Fahrrad, sagt Bultmann und lacht.

Eine ähnliche Meinung hat auch Heiko Hesse, Chef des Rotenburger Bauhofs. Persönlich rät er: „Wenn man weiß, dass diese Massen an Schnee die Wege unsicher machen, sollte man sich zweimal überlegen, ob man wirklich das Rad nimmt.“

Hilfe bei glatter Fahrbahn bietet der Fachhandel: Sogenannte Spike-Reifen erleichtern den Weg durch den Schnee und den danach entstehenden Schneematsch. Diese helfen auch, auf nicht geräumten und eisigen Straßen sicher unterwegs zu sein, wie die Versicherungsgruppe Ergo in einer Pressemitteilung erläutert.

Bultmann stellt fest: „Als Fahrradfahrer hat man mit den matschigen Schneeresten viel mehr zu kämpfen. Wenn es wärmer wird und die Folgen des Frostwetters hauptsächlich nur noch die Radwege blockieren, kann es ziemlich gefährlich werden.“ Der ADFC-Vorsitzende denkt dabei vor allem an die Verdener Straße, bei der der Radweg Teil der Straße ist.

Ein ähnliches Problem gibt es laut Stephan Lohmann, Amtsleiter für Verkehr, Entsorgung und Umweltschutz der Stadt Rotenburg, auch an der Goethestraße. Die sogenannten roten Angebotsstreifen, die dort von vielen mit einem regulären Radweg verwechselt werden würden, seien bei Schnee kaum zu erkennen. Dieser werde nämlich von der Straße auf die Fußwege und Angebotsstreifen geräumt, so Lohmann.

„Radfahrer dürfen dort durchaus auf der Straße fahren“, sagt er. Sie seien nicht verpflichtet, diesen Streifen zu benutzen. „Deshalb ist es kein Problem, dass sie noch nicht gründlich geräumt wurden.“ Eine Räumpflicht für die Angebotsstreifen an der Goethestraße bestehe nicht. „Vorrangig wird sich um die Schulwegbereiche sowie Straßen und Überwege gekümmert“, erklärt Lohmann.

Diese Wege zu räumen, ist Aufgabe des städtischen Bauhofs. „Seit fünf Uhr morgens sind wir mit der gesamten Mannschaft im Einsatz“, sagt Heiko Hesse. Mit 17 Mitarbeitern versuchten sie in den vergangenen Tagen, die Wege freizuräumen. Mit drei Kleinfahrzeugen und Treckern sind die Männer täglich in der Stadt unterwegs. Sowohl um die Straßen als auch um die Rad- und Fußwege werde sich zeitgleich gekümmert. Hesse: „Das läuft parallel. Da haben Autofahrer keinen Vorrang.“

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