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Schnapszahl-Tag: Hochzeiten im Altkreis am 22.02.2022

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Von: Jens Wieters, Nina Baucke, Ann-Christin Beims

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 Dekoration im historischen Trauzimmer des Meyerhofes.
Erst standen drei Trauungen in Scheeßel für heute an, zwei Brautpaare haben aber wieder abgesagt. Geheiratet wird dort im historischen Trauzimmer des Meyerhofes oder auf der Diele. © Beims

Die Mainzerin Viktoria Wiese und der gebürtige Visselhöveder Jendrik Hogrefe trauen sich: Das Paar gibt sich heute auf dem Visselhöveder Standesamt das Ja-Wort. Sie haben sich dafür mit dem 22.02.2022 einen sogenannten Schnapszahl-Tag ausgesucht – allerdings mitten in der Pandemie. Das lässt viele Brautpaare, die ebenfalls Interesse an dem Tag hatten, zögern, wissen die Standesbeamten im Altkreis Rotenburg.

Rotenburg/Visselhövede – Heute ist der 22.02.2022 – für viele Paare ist das ein besonderes Datum, an dem sie heiraten möchten. Auch in diesem Jahr gibt es für mehrere Schnapszahl-Daten Anfragen in den Standesämtern im Altkreis Rotenburg – pandemiebedingt halten sich diese allerdings in Grenzen. Da die Trauung auf die Brautpaare mit, wenn vorhanden, Kindern beschränkt ist, warten einige lieber noch ab.

Besonders in der Samtgemeinde Bothel häufen sich für Tage wie den 5.5., 6.6. und so weiter die Anfragen in diesem Jahr. Dafür ist für den heutigen Tag lediglich eine Eheschließung geplant. „Auf das gesamte Jahr gesehen haben wir aber nicht mehr Anfragen als all die anderen Jahre“, erklärt Standesbeamtin Daniela Wübbena. Das mag an der pandemischen Lage liegen: Manche Paare verschieben ihre Hochzeit lieber. Andere entscheiden sich – mitunter spontan – genau jetzt zu heiraten. „Natürlich sind die Zahlen etwas rückläufig, von deutlich kann aber nicht die Rede sein. Es ist alles etwas anders, aber trotzdem genauso schön“, findet Wübbena.

Kurzfristige Termine

In Rotenburg ist keine Anfrage für eine Hochzeit eingegangen. Die einzige Reservierung wurde verschoben. „In der jetzigen Lage kann ich keinen klaren Trend zu besonderen Eheschließungstagen erkennen“, sagt Hartwig Röhrs. Die Brautpaare würden sich eher nach der Situation richten und danach entscheiden, wie viele Gäste beispielsweise bei der Trauung dabei sein können. „Hierzu lassen sich jedoch momentan keine längerfristigen Prognosen abgeben.“

In der Gemeinde Scheeßel waren ursprünglich drei Trauungen geplant, jetzt ist es nur noch eine. Ein Brautpaar hat seine Trauung auf das nächste Jahr verschoben, weil dann hoffentlich mehr Gäste dabei sein können, erklärt Sandra Galts. „Gefragt war auch der 02.02.2022 als besonderes Datum.“ Da haben zwei Brautpaare geheiratet. In Scheeßel sei aber in diesem Jahr der 22. mehrere Monate sehr beliebt, ist ihr aufgefallen: „Hier spielt es auch keine Rolle, auf welchen Wochentag der 22. fällt. Grundsätzlich sind die Brautpaare auch in diesem Jahr recht zögerlich, was eine Terminreservierung für eine Eheschließung in 2022 angeht. Dies war auch vergangenes Jahr schon so. Hier wurden dann kurzfristig für Sommer und Herbst Termine reserviert. Damit rechne ich auch in diesem Jahr.“

Jendrik Hogrefe und Viktoria Wiese-Hogrefe.
Jendrik Hogrefe und Viktoria Wiese-Hogrefe heiraten heute im Visselhöveder Standesamt. © Hogrefe

Im Standesamt Lauenbrück in der Samtgemeinde Fintel werden heute zwei Trauungen durchgeführt. Beide Paare haben sich unabhängig voneinander sogar die Uhrzeit 22.22 Uhr gewünscht, „was aber leider nicht angeboten wird“, sagt Catrin Voigts von der Samtgemeinde. „Insgesamt haben wir seit der Pandemie und der Einführung von strengen Einlasskontrollen viel weniger Trauungen als in den Jahren vor 2020. Das merken wir schon.“

In Visselhövede haben sich zwei Brautpaare angemeldet. Unter anderem geben sich die Kriminaloberkommissarin Viktoria Wiese und der Ingenieur Jendrik Hogrefe heute das Ja-Wort im Rathaus. Der Visselhöveder und die Mainzerin haben sich im Auslandsjahr 2012 in Australien in einem Surfcamp kennengelernt, sind dort zusammen gereist und machen das auch heute noch sehr gerne – allerdings natürlich auch in anderen Ländern. „Bedingt durch Ausbildung und Studium haben wir nicht immer zusammengelebt, aber durch die Liebe zueinander haben wir die Entfernungen zusammen bewältigt“, berichtet Hogrefe, dessen Frau übrigens ab heute Wiese-Hogrefe heißt.

Uns erschien der 22.2.22 zu gut, um ihn nicht zu nehmen. Und heiraten wollten wir ja sowieso, warum also Monate warten?

Jendrik Hogrefe

„Obwohl wir in Mainz wohnen, haben wir uns für Visselhövede als standesamtlichen Heiratsort entschieden, weil das natürlich meine Heimat ist und wir für diesen besonderen Tag auch einen besonderen Ort haben wollten. Ich bin quasi für Viktoria nach Mainz gezogen, aber sie kommt zum Heiraten mit in meine Heimat“, sagt Jendrik Hogrefe lachend. Für den Termin hätten sich die beiden sehr spontan entschieden, denn als sie über mögliche Daten nachgedacht haben. „Uns erschien der 22.2.22 zu gut, um ihn nicht zu nehmen. Und heiraten wollten wir ja sowieso, warum also Monate warten?“

Die Schnapszahl-Hochzeit liegt wohl in der Familie, denn auch Jendrik Hogrefes Eltern, Cordula und Henning Hogrefe, blicken auf ein besonderes Datum zurück: Sie haben am 8.8.88 ebenfalls in Visselhövede geheiratet. „Und weil die immer noch sehr glücklich zusammen sind, erschien uns dies als ein gutes Omen.“ Diesen Termin zu bekommen, sei nicht weiter schwierig gewesen: „Ich habe am 23. Dezember im Visselhöveder Standesamt angerufen und gefragt, ob es überhaupt ginge und dann konnten wir sogar die Uhrzeit wählen.“

Große Nachfrage wiederum herrscht in Sottrum: Hier nimmt Standesbeamtin Diana Lohmann an diesem Tag drei Trauungen vor, alles Paare aus der Samtgemeinde. „Wir hätten aber problemlos auch sieben Termine vergeben können“, sagt sie. Mehr als drei seien jedoch nicht möglich. „Dass wir an einem Tag so viele Trauungen haben, kommt im Sommer eher vor, im Februar nicht so. Von daher könnte das schon etwas mit dem Datum zu tun haben“, vermutet Lohmann.

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