Rotenburger Kulturbankett in der Realschule

Schmelztiegel der Nationen

Der Stationsarzt der Kardiologie im Diako, Ahmed Ishmela (l.) mit Ehefrau stößt mit seinen deutschen Gästen auf die gelungene Veranstaltung an. Freddy Lützow (3.v.r.) ist Patient auf seiner Station gewesen. Umso größer war die Wiedersehensfreude. - Foto: Goldstein

Rotenburg - Auch die vierte Auflage des Rotenburger Kulturbanketts konnte nicht, wie eigentlich geplant, am Stadtstreek über die Bühne gehen. Die Wetterprognosen prophezeiten Regen und Gewitter. So entschieden sich die Organisatoren, die Veranstaltung in die Realschule in der Ahe zu verlegen. Das tat der Stimmung der rund 280 Teilnehmern aber keinen Abbruch. „Es war ein harmonischen Abend mit Menschen ethnischer Gruppen aus Europa, Afrika und dem Nahen Osten, die gemeinsam mit den Bürgern der Stadt speisten und ein vielfältiges und sehr unterhaltsames Kultur- und Sportprogramm erlebten“, zieht Reinhard Lüdemann, der „Kulturminister“ der Stadt, eine positive Bilanz.

Die Speisekarte des Banketts war bunt gemischt. So gab es deutsche Gerichte, aber auch Spezialitäten aus Nordafrika oder dem Orient. Heiner Tamm ist Flugkapitän und trifft berufsbedingt oft auf Menschen verschiedenster Nation. Er lobte das „Wir-Gefühl“ und internationale Flair in der Aula der Realschule und sagte begeistert: „Unser Gastgeber an diesem Tisch ist Ahmed Ishmela aus Libyen. Er ist Stationsarzt im Rotenburger Diako. Gemeinsam mit seiner Ehefrau hat er unsere Gaumen mit Kuskus und Lammfilet, gefüllten Auberginen und Baklava verwöhnt“, schwärmte er von den Kochkünsten des Ehepaares aus Nordafrika.

Ein Zufall wollte es, dass auch Freddy Lutzow mit zu den Gästen des Arztes gehörte. „Ich bin nach meinem Herzinfarkt von ihm auf seiner Station behandelt worden“, freute er sich auf den gemeinsamen Abend mit dem libyschen Ehepaar.

Solche und viele andere Begegnungen hatten den Reiz der Veranstaltung ausgemacht, so Lüdemann. Das gemeinsame Miteinander, und das trotz mancher Sprachbarrieren, habe nach außen hin die Botschaft signalisiert: „Wir hier gehören alle zusammen“. Ein Gast hatte einen wunderbaren Vergleich gebracht: „Die Teilnehmer aus den vielen Nationen sind heute Abend in einem Tiegel zu einer Gemeinschaft verschmolzen“.

Genau das sei das Ziel, was die Veranstalter mit dem Kulturbankett bezwecken, so die Organisatoren. „Allein 40 Gastgeber kamen aus den Integrationsgruppen der Rotenburger Volkshochschule“, so Lüdemann. Das Kulturbankett ging bis spät in den Abend hinein, doch langweilig wurde niemandem. Das lag sicherlich auch an dem variantenreichen Programm. Auf der Bühne der Aula wechselten sich Sportaktionen mit Tänzen sowie Musikvorführungen mit Theaterspiel und Poetry-Slam ab. Alle Akteure erhielten lautstarken Applaus.

Die Organisatoren überlegen nun, ob sie das Kultubankett zukünftig als reine Innen-Veranstaltung konzipieren. Von den vier Banketts seit 2008 mussten allein drei reingelegt werden. „Ein organisatorischer Mehraufwand, der wegfallen würde“, so Lüdemann. Zudem hätte das „Roulettespielen“ mit den Wetterbedingungen ein Ende. Lüdemann: „Wir werden uns Gedanken machen, welcher Ort dafür in Frage kommen könnte.“ - go

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