Italienische Firma will nach Rotenburg

Landvolk kritisiert Entscheidung gegen Schlachthof-Ansiedlung

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Schweinezüchter fordern mehr Möglichkeiten, ihre Tiere in der Region schlachten zu lassen.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Kritisch äußert sich der Landvolk-Kreisverband zur Ablehnung eines Großschlachthofs durch die Stadt Rotenburg.

Am Montag hatte die Rotenburger Kreiszeitung berichtet, dass sich der Verwaltungsausschuss des Stadtrats einstimmig gegen eine Anfrage des italienischen Unternehmens Bresaole Pini nach Gewerbeflächen entschieden hat. Der Fleischproduzent will sich seit Längerem in Deutschland ansiedeln, hat auch in anderen Kommunen angefragt und wollte nach Angaben von Bürgermeister Andreas Weber (SPD) im Gebewerbegebiet Hohenesch auf rund 100.000 Quadratmetern einen Schlachthof errichten, in dem täglich bis zu 26.000 Schweine verarbeitet worden wären.

„Von uns Landwirten werden immer mehr Tierwohl und kurze Transportwege zu den Schlachtereien gefordert, die durch Schließung von Vion Ende April hinfällig geworden sind. Ein neuer Schlachthof in der Region ist aus unserer Sicht zu begrüßen“, sagen nun die beiden Vorsitzenden Jörn Ehlers (Holtum-Geest) und Christian Intemann (Bothel). Für sie sei es angesichts dieser Entscheidung unverständlich, dass noch im April ein Schrei durch die Reihen der Politik ging, als der Vion-Schlachthof in Zeven seine Schließung verkündete und der Wegfall der rund 300 Arbeitsplätze gefordert wurde – und nun herrsche Einmütigkeit über die Ablehnung des Pini-Projektes, das zu 1000 Arbeitsplätzen hätte führen können.

Längere Fahrtwege bringen höhere Kosten

Der Landvolk-Vorsitzende Ehlers, selbst Schweinezüchter: „Für die Schlachtung von rund 720.000 Mastschweinen aus den Landkreisen Rotenburg und Verden sowie unseren Nachbarlandkreisen mussten nach Ende der Ära Vion neue Betriebe gesucht und längere Fahrzeiten in Kauf genommen werden.“ Das bringe auch höhere Kosten mit sich. 

„Die Verbraucher fordern ja nicht nur mehr Tierwohl, sondern setzten vermehrt auf Regionalität. In den Kreisen Rotenburg und Verden gibt es nur noch sehr wenige kleine Schlachtereien, von denen nur wenige Landwirte profitieren und wo nur geringe Stückzahlen verarbeitet werden. Vion hatte eine ideale, leistungsfähige Größenordnung für diese Region“, so Ehlers am Donnerstag. Ein zusätzlicher Schlachtbetrieb würde sich eher positiv auf die Preisregulierung im Schweinemastbereich auswirken.

Weber hatte den Beschluss gegen die Ansiedelung mit Umweltschutzgründen und der schwierigen Integration vor allem osteuropäischer Bediensteter in der Branche begründet. Der Betrieb hätte in seiner Gesamtstruktur nicht zu Rotenburg gepasst.

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