Borcheler Bogenschützen nutzen Pause für Ausbesserungen

Schießanlage in neuem Glanz

Kinderferienprogramm in Borchel: Ludwig Richters übt mit dem Nachwuchs. Archivfoto: go

Borchel - Von Heinz Goldstein. Seit dem 15. März ist der Sportbetrieb der Bogenschützen in Borchel eingestellt. Sowohl Wettkämpfe als auch Training sind auf Anordnung der Bundesregierung wegen der Corona-Pandemie seither nicht mehr gestattet. Nun gibt es auf vielen Ebenen erste Lockerungen. Schritt für Schritt mehr Normalität wagen – das Ziel hat sich auch der Deutsche Schützenbund gesetzt, und damit gestartet wird auch auf der Anlage der Borcheler Bogenschützen.

Gemeinsam mit den Landesverbänden hat der Schützenbund für seine Vereine ein Positionspapier entworfen, um die Wiederaufnahme des Sportbetriebs zu ermöglichen. „Es darf seit Anfang Mai unter bestimmten Vorgaben zumindest wieder trainiert werden“, erklärt Ludwig Richters, Spartenleiter der Bogenschützen-Abteilung aus Borchel. Einige Mitglieder Bogensportler seien aber in der Zwangspause nicht untätig gewesen. Sie haben in die Hände gespuckt und selbst kräftig angepackt, um ihre gesamte Schießanlage gleich neben dem Schützenhaus zu sanieren.

„Wir haben bei den Arbeiten peinlich genau darauf geachtet, dass die Sicherheitsvorgaben und hier besonders die vorgeschriebenen Abstände zwischen den Personen eingehalten wurden“, betont Richters. Die Stadt habe außerdem den vom Borkenkäfer befallenen Nadelbaumbestand gefällt und neue Bäume dafür eingepflanzt. In jenem Bereich sei der Schutzwall um drei Meter versetzt, und damit ist die 70-Meter-Schießanlage, auf zwölf Meter verbreitert worden. Der so entstandene neue Wall ist in Eigenarbeit des Vereins neu bepflanzt worden. Zudem hätten handwerklich geschickte Mitglieder einen neuen Pfeilfang-Zaun gebaut, erklärt der Spartenleiter. Die zweite Schießanlage (30 Meter) war intakt und musste nicht saniert werden.

„Für uns sind die Auflagen des Deutschen Schützenbundes für den Start des Trainingsbetriebes einfach einzuhalten“, so Richters. Er habe einen Maßnahmenkatalog für die Bogenschützen entworfen. Der erfülle die Vorgaben der einzuhaltenden Abstände, der Hygiene-Vorschriften und der Sicherheit. Dazu gehöre auch, dass die Sportler in kleineren Gruppen trainieren als normalerweise. „Außerdem sind der Zugang zum Platz und das Verlassen über zwei getrennte Wege möglich, um sich auch hier nicht zu begegnen.“

Die 70-Meter-Anlage ist um eine Schießbahn reduziert worden. Damit sei ein Zwei-Meter-Abstand zwischen den Schützen gewährleistet. Das Training ist ab sofort wieder mittwochs von 16.45 bis 18.15 Uhr und von 18.30 bis 20 Uhr sowie sonntags von 9.30 bis 11 Uhr und von 11.15 bis 12.45 Uhr möglich. Die Teilnehmer der Gruppen werden vorher festgelegt.

„Da die Meisterschaften und viele Turniere für die Außensaison in diesem Jahr bereits abgesagt wurden, freuen wir uns umso mehr auf den noch nicht bestätigten Beginn der Hallensaison im Oktober“, so Richters. Alles hänge von der Entwicklung der Corona-Pandemie ab.

„Die Bogensportgruppe ist im Jahr 1996 durch unseren Schützenbruder Hans-Hinrich Dunker gegründet worden. Im gleichen Jahr ging ein erstes Schnupperschießen über die Bühne, um weitere Mitglieder zu werben“, erklärt Richters. Der Schützenverein Unterstedt habe für diese erste Veranstaltung die Sportbögen und auch Beratung durch erfahrene Bogenschützen aus ihren Reihen unterstützt. Die Veranstaltung war damals ein voller Erfolg.

„Nach zehn Jahren Amtszeit hat Hans-Hinrich diesen Posten an mich übergeben“, so Richters, der seit 2006 die Bogensport-Abteilung des Borcheler Schützenvereins leitet. Aktuell betreiben 31 Jugendliche, Männer und Frauen in Borchel den Bogensport. „Unser Vereinsgelände hat eine Größe von rund 2 500 Quadratmetern. Das ermöglicht uns, die Schießscheiben auf alle Entfernungen zu stellen und aktuell die Vorgaben für den Trainingsbetrieb für Außenanlagen zu erfüllen“, beschreibt Richters. „In unserem Verein wird Recurve-Bogen und Compound-Bogen geschossen.“ Ein eigenes Vereinsheim sei ein Teil dieser Anlage, es werde aber zurzeit wegen der Corona-Krise nicht als solches genutzt.

Borcheler haben in den vergangenen Jahren bei Kreis- sowie Landesmeisterschaften mehrere vordere Plätze belegt. Corinna Ying aus Rotenburg sei durch die Teilnahme ihres Sohnes Malte beim Kinder-Ferienprogramm 2016 zu den Bogenschützen nach Borchel gekommen. Nach nur kurzer Zeit ist sie zweimal Kreismeisterin in der Damenklasse geworden. „Auch Teilnehmer an Deutschen Meisterschaften, Nationale und Internationale Fita-Sternträger sind in den Reihen der Borcheler Bogenschützen“, so der Spartenleiter. In diesem Jahr ist die Teilnahme am Kinderferienprogramm gestrichen worden. Nun hoffen alle Borgenschützen aus Borchel, dass sich der Trainingsfleiß lohnt und sie während der Meisterschaften im Herbst in der Halle ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen können.

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