Bundesverkehrswegeplan: Ortsumgehung Scheeßel und „Alpha E“ sollen kommen

Scheeßel wird wieder vorrangig behandelt

Ob Scheeßel tatsächlich eine Ortsumgehung erhält, bleibt noch offen. Die Chancen steigen wieder. - Foto: Menker

Rotenburg - Mehr als 260 Milliarden Euro will der Bund in den kommenden Jahren in Straßen, Schienen und Wasserwege investieren. Das geht aus dem neuen Bundesverkehrswegeplan bis 2030 hervor, den Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Mittwoch vorgestellt hat.

Auch die Region könnte demnach mehr profitieren als bislang angenommen – zum Beispiel wird die Ortsumgehung Scheeßel wieder im vordringlichen Bedarf gelistet. „Unser Einsatz hat sich gelohnt. Die Ortsumgehung wird hochgestuft und hat somit erstmals seit über zehn Jahren die Chance, umgesetzt zu werden“, berichtet der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil, der als Sprecher der SPD-Landesgruppe Niedersachsen nach eigenen Angaben eng an den Beratungen beteiligt gewesen sei. „Dieser Rückenwind von vor Ort hat in den Verhandlungen geholfen“, so Klingbeil. „Hier hat sich unsere jahrelange beharrliche und intensive Arbeit ausgezahlt“, freut sich auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel aus Rotenburg. Auf 15,1 Millionen Euro wird das 4,8 Kilometer lange Bauprojekt entlang der Bundesstraße 75 aktuell beziffert. Scheeßels Bürgermeisterin Käthe Dittmer--Scheele (CDU) in einer ersten Reaktion: „Ich freue mich sehr, am Ende hat sich die Hartnäckigkeit doch ausgezahlt. Mein Dank gilt allen Abgeordneten auf Landes- und Bundesebene, die zu dem Gelingen beigetragen haben.“

Ein weiteres, wichtiges Projekt für die Region im vordringlichen Bedarf ist die im Dialogforum Schiene beschlossene erweiterte Alternative „Alpha E“ statt der Y-Trasse. Beim Ausbau dieser Schienenstrecken zeige sich laut Grindel aber, dass das Bundesverkehrsministerium nach der erst vor Kurzem erfolgten Entscheidung für die Alpha-Variante die Planungen noch nicht vollständig anpassen konnte und die Bewertungen im ersten Planentwurf zunächst offen lassen musste. Im Laufe der weiteren Bearbeitung des Bundesverkehrswegeplans sei aber zu erwarten, dass die Y-Trasse endgültig beerdigt werde und danach die Gemeinden vor Ort die Planungshoheit für die Trasse zurückerhalten würden. Grindel: „Ich erwarte, dass der Ausbau der Strecke Rotenburg-Verden im weiteren Planverfahren in den vordringlichen Bedarf eingestuft wird. Er bietet die große Chance, dass die Anwohner an der schon seit Jahren durch den Güterverkehr immer stärker belasteten Strecke nun guten Lärmschutz auf dem Niveau einer Neubaustrecke erhalten können.“

Der Parlamentarischen Staatssekretär im Verkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU) aus Cuxhaven, bezeichnet den Plan als „enormen Schub für die Region“. Er setze einen klaren Schwerpunkt für im Norden. 12,3 Prozent des Gesamtinvestitionsaufkommens für Aus- und Neubauprojekte in Bundesfernstraßen entfallen demnach auf Niedersachsen. Ferlemann: „Es freut es mich sehr, dass sämtliche in der Region besonders wichtigen Straßenverkehrsprojekte wie der Neubau der Küstenautobahn A 20 in ganzer Länge mit Elbtunnel und der Autobahn A 26 – sogar bis zur neuen Anschlussstelle Stillhorn –, die B 73 mit der Ortsumgehung Cadenberge, die B 74 Ortsumgehung Ritterhude, die Ortsumgehung Scheeßel und die B71 Ortsumgehung Zeven in den vordringlichen Bedarf eingestuft wurden und damit sicher realisiert werden. Ebenfalls in den vordringlichen Bedarf aufgenommen wurde der Ringschluss Bremen der A 281 einschließlich des Wesertunnels.“

Grindel weist zudem darauf hin, dass der Bund mit dem Bekenntnis zum weiteren zeitnahen Ausbau der A 7 über Fallingbostel hinaus bis zur Anschlussstelle Soltau-Ost die Priorität des Ausbaukorridors zwischen Hamburg und Hannover bestätige.

An diesem Montag soll eine Online-Bürgerbeteiligung starten. Hinweise sollen aufgenommen und geprüft werden, ehe der Plan voraussichtlich im Sommer vom Bundeskabinett verabschiedet wird. Der aktuelle Verkehrswegeplan stammt von 2003.

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