Schatz der Kammermusik

Saison-Programm für die Rotenburger Konzerte steht

+
Die beiden Vereinsvorsitzenden, Wilhelm Hahne (l.) und Niels Kruse, präsentieren das Programm der Rotenburger Konzerte.

Rotenburg - Von Joris Ujen. Ihren Namen trägt die Aula der Realschule Rotenburg seit Anfang des Jahres. Und auch das Erbe von Lucia Schäfer (1889 bis 1976), die von ihr im Jahr 1950 gegründete Rotenburger Konzertgemeinde, wird vom Verein Rotenburger Konzerte weitergeführt. Zusammengezählt startet im Herbst die 69. Saison der Musikreihe mit klassischer Musik. Und eines hat sich in all der Zeit nie geändert: der Fokus auf Kammermusik. Der Auftakt der Rotenburger Konzerte im Lucia-Schäfer-Saal ist am 20. September und birgt auch gleich ein Novum, erzählen die beiden Vereinsvorsitzenden.

Im Namen des Ensembles Percussion Posaune Leipzig steht eigentlich schon das, was die Zuschauer erwartet: Drei Posaunisten und ein Percussionist, die aus der sächsischen Großstadt kommen. Zu den vier Männern gesellen sich auch zwei Frauen, die allerdings nicht eben jene Instrumente spielen, sondern durch ihren Gesang und Stepptanz das Quartett ergänzen. Kora Lang und Ulrike Michaelis sind ausgebildete Musicaltänzerinnen, erklärt Niels Kruse, künstlerischer Leiter und zweiter Vorsitzender der Rotenburger Konzerte. „Das wird ein peppiger Auftakt“, so Kruse. Der Verein sei zwar immer offen für etwas Neues, bewahre aber den „Schatz der Kammermusik“.

Und der Fokus auf klein besetzte Instrumentalmusik zeigt sich gleich beim nächsten Konzert der Reihe am 18. Oktober. An dem Tag spielt das „einzige Violinduo auf der Welt“, so der künstlerische Leiter. „The Twiolins“ ist ein Geschwisterpaar aus Mannheim. Zu ihrem Repertoire zählen unter anderem Werke von Charles Dancla und Sergej Prokofiew. Das Zusammenspiel von Marie-Luise und Christoph Dingler „hat einen irren Reiz, wenn gleichhohe Instrumente miteinander musizieren und sich umgarnen“, schwärmt Niels Kruse. Am Tag nach dem Konzert laden das Duo und der Konzertverein erneut in den Saal. Die Schüler der Integrierten Gesamtschule, die dann in der sechsten Klasse sind, dürfen mit „The Twiolins“ musizieren. Das Vorhaben hat laut Wilhelm Hahne, erster Vorsitzender, auch einen pädagogischen Aspekt: Es geht um das Miteinander, das in der Gruppe mit den Musikern erlebt werden soll.

Das Ensemble Percussion Posaune Leipzig kommt mit zwei Musicaltänzerinnen nach Rotenburg.

Knapp einen Monat später, 15. November, folgt das Eliot Quartett mit Kompositionen von Schubert, Haydn, Mozart und vielen anderen namhaften Künstlern. Die zwei Violinisten, Maryana Osipova und Alexander Sachs, sowie Violist Dimitry Khakhalin und Cellist Michael Preuß verstehen ihr Handwerk: In diesem Jahr gewann das Quartett den Nachwuchspreis beim Deutschen Musikwettbewerb. Und hier zeigt sich auch die Herangehensweise der Veranstalter der Rotenburger Konzerte: „Es sind nicht nur alte Hasen, die wir einladen, sondern auch immer junge aufstrebende Musiker“, sagt Kruse. Die Mischung verschiedener Generationen habe sich auch in den vergangenen Jahren im Publikum gezeigt. „Es besuchen auch immer mehr junge Menschen unsere Konzerte“, freut sich Hahne.

Die „heißen Zeiten“, wie Kruse den Dezember umschreibt, lässt der Verein aus, erst am 17. Januar geht die Konzertreihe mit dem Kammermusik-Ensemble „Il gioco col suono“ weiter. Gründer Krzysztof Wegrzyn möchte sich aber noch nicht auf ein genaues Programm festlegen, erzählt Kruse. „Divertimento“ von Igor Frolov, „Salut d’amour“ von Edward Elgar sind nur zwei Beispiele, die eventuell im Saal erklingen werden. Die Gruppe um den Violinpädagogen Wegrzyn besteht überwiegend aus Studierenden und jungen Absolventen der Hochschule für Musik Theater und Medien Hannover.

Am 21. Februar folgt das Weimarer Bläserquintett (WBQ), das unter anderem Stücke von Gioachino Rossini und Joseph Haydn auf Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott spielt. Wie schon „The Twiolins“ nimmt es auch am pädagogischen Programm des Vereins teil und besucht am Folgetag die Schule am Grafel, wo 250 Kinder auf sie warten. Die können dann erleben, wie Puste zum Klingen kommt.

Den Abschluss der Rotenburger Konzerte, am 21. März, setzen Simon Höfele, „einer der besten Trompeter Deutschlands“, so Kruse, und Magdalena Müllerperth am Klavier. Das Duo spielt neben älteren Kompositionen auch zeitgenössische Musik von Daniel Schnyder.

Alle sechs Konzerte sind immer an einem Donnerstag ab 19.30 Uhr im Lucia-Schäfer-Saal. Die Eintrittspreise sind konstant geblieben und es gibt sogar einige Vergünstigungen, versprechen die Vorsitzenden. Nähere Informationen erhalten Interessierte am Sonnabend von 9 bis 12 Uhr am Neuen Markt in Rotenburg an einem Stand des Vereins sowie im Internet.

www.rotenburger-konzerte.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

WM: England, Belgien und DFB-Gegner Schweden mit Siegen

WM: England, Belgien und DFB-Gegner Schweden mit Siegen

Kane-Doppelpack zum Sieg: England bezwingt Tunesien 2:1

Kane-Doppelpack zum Sieg: England bezwingt Tunesien 2:1

Belgien siegt nach Startproblemen gegen Panama souverän

Belgien siegt nach Startproblemen gegen Panama souverän

Schweden nach Sieg "glücklich und stolz"

Schweden nach Sieg "glücklich und stolz"

Meistgelesene Artikel

Kräuter stehen in Horstedt im Mittelpunkt

Kräuter stehen in Horstedt im Mittelpunkt

50 Jahre Naturlandhof Wiederhold in Bellen

50 Jahre Naturlandhof Wiederhold in Bellen

Stadtradeln endet mit Rekord

Stadtradeln endet mit Rekord

„Brennholz-Manni“ Manfred Wahlers stellt zweites Benefiz-Fest auf die Beine

„Brennholz-Manni“ Manfred Wahlers stellt zweites Benefiz-Fest auf die Beine

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.