Sabine Rückert, Johanna Haberer und Dirk Ippen am 10. März in Rotenburg

Trio aus der Medienbranche für die nächste Tafelrunde

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Ehrengast der Niedersächsischen Tafelrunde am 10. März: Verleger Dirk Ippen.

Rotenburg - Die Niedersächsische Tafelrunde feiert bei ihrer 26. Auflage am 10. März im Rotenburger Heimathaus gleich zwei Premieren: Erstmals leitet Michael Schwekendiek als Nachfolger von Karsten Müller-Scheeßel an der Spitze des Kuratoriums die Veranstaltung, und erstmals wird es zwei weibliche Rednerinnen geben: Die stellvertretende Chefredakteurin der Zeit, Sabine Rückert, hält den Festvortrag, die „Geistliche Nachlese“ leitet Johanna Haberer.

Dazu überbringt Dirk Ippen das „Nachbarschaftliche Grußwort“ – der zwar in München wohnt, als Verleger auch der Kreiszeitung aber eben auch hier heimisch ist.

Die stellvertretende Chefredakteurin der Zeit, Sabine Rückert:

Für Schwekendiek, ehemaliger Vorsteher des Diakonissen-Mutterhauses und seit einiger Zeit auch als freier Auto für unsere Zeitung tätig, stand schnell fest, zum eigenen Einstand das Thema Medien in den Mittelpunkt zu rücken: „Vor einiger Zeit habe ich in einer Runde Jugendlicher gefragt, wer von ihnen Zeitung liest. Niemand meldete sich. Ich fand das erstaunlich. Für mich gehören Zeitungen zum Leben. Sie bieten mehr Informationen als die kurze Nachrichtensendung im Fernsehen, mehr als ein Dreizeiler bei Twitter. Die jungen Leute meinten, dass sie sowieso schon alles wüssten, bevor es in die Zeitung käme.“ Ihn hätten daraufhin Fragen bewegt wie: Geht da wieder ein Stück unserer Kultur? Sterben die Zeitungen – oder gibt es auch andere, neue Trends? Müssen Zeitungsleute auch etwas anders machen?

Antworten sollen die Ehrengäste der Tafelrunde geben, die jedes Jahr rund 150 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im Rotenburger Heimathaus für einen guten Zweck begrüßt. Hauptrednerin Rückert ist stellvertretende Chefredakteurin der Wochenzeitung „Die Zeit“. Das Phänomen dort: Die Auflage der Zeitung ist – anders als in den meisten anderen Verlagshäusern Deutschlands – nicht nur stabil, sondern leicht gestiegen. Rückert ist in der Chefredaktion in erster Linie verantwortlich für den Titel, also die erste Seite; und damit auch für die Entscheidung des vorübergehenden Lesers: kaufen oder nicht? „Eine echte Powerfrau, die mitreißen kann, ganz gewiss auch die Gäste bei der Niedersächsischen Tafelrunde“, so Schwekendiek.

Professorin Johanna Haberer

Als „ferner Nachbar“ spricht Dirk Ippen, wohnhaft in München, aber auch Verleger der hiesigen Kreiszeitung. Ippen gilt laut Schwekendiek als „Deutschlands heimlicher Medienmogul“, einer der größten Verleger im Lande, der aber vor allem viel kleine, regional erscheinende Zeitungen aufgekauft und zu einem Unternehmen zusammengefügt hat. Dabei, so die Meinungsforscher, sei die Luft gerade auf dem Sektor der kleineren Zeitungen dünner geworden. Wie schafft es Ippen gegen den Trend? Und wie sieht er die Zukunft der Lokalblätter? Ist hier auch „Sterben“ angesagt? Darum werden sich die Worte des Verlegers drehen.

Zur Tafelrunde gehört seit ihrer Gründung durch Schwekendieks Vorgänger im Mutterhaus und bei der Tafelrunde, Pastor Hans Willenbrock, auch immer die „Geistliche Nachlese“. Professorin Johanna Haberer stammt aus München und hat inzwischen den Lehrstuhl für Christliche Publizistik an der Universität Nürnberg-Erlangen. Nach Studium und einer Zeit als Pfarrerin im Schongau ist sie sehr früh im Medienbereich tätig gewesen. Viele Jahre lang sprach sie das „Wort zum Sonntag“, hat für verschiedene Rundfunk- und Fernsehsender gearbeitet und 2001 den Ruf als Professorin an die Erlanger Uni erhalten.

mk

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