Heiligabend bei den DRK-Rettungswachen

Rettungsdienst: Rund um die Uhr startklar

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Bei Dienstantritt müssen die beiden DRK-Rettungsassistenten Florian Kirchhoff und Sabrina Stelljes alles auf Vollständigkeit kontrollieren.

Rotenburg - Von Antje Holsten-Körner. Heiligabend im Kreis der Familie zu feiern, das wünschen sich wohl die meisten Deutschen. Doch es gibt Arbeitsplätze, da muss selbst an Feiertagen gearbeitet werden. Dazu gehören die vier Rettungswachen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Landkreis Rotenburg, die an 365 Tagen 24 Stunden einsatzbereit sind.

Dieses Jahr wird Florian Kirchhoff zu den Rettungsassistenten gehören, die für den 24. Dezember zum Dienst eingeteilt sind. „Ich habe schon mehrmals am Heiligabend gearbeitet“, erzählt Kirchhoff, der bereits seit 14 Jahren den Beruf ausübt. Dabei ist kein Dienst wie der andere. „Es gibt Jahre, da fährt man die ganze Nacht durch, während es ein anderes Mal ruhig ist“, berichtet der 33-Jährige. Etwas Besonderes ist der Heiligabend, wenn der zwölfstündige Dienst um 18 Uhr beginnt, aber schon. „Wir versuchen, uns die Zeit etwas gemütlicher als sonst zu gestalten“, so der Rotenburger. Die Bescherung erfolgt für ihn, zusammen mit seiner Verlobten, am ersten Weihnachtsfeiertag. Ähnlich sieht es Silvester aus. Wenn es die Einsätze zulassen, gab es in Rotenburg sogar schon ein gemeinsames Raclette-Essen. Das neue Jahr wird dann mit Wasser und Cola begrüßt, denn Alkohol im Dienst ist nicht erlaubt. Auch Florian Kirchhoffs Kollegin Sabrina Stelljes verbrachte schon die Heilige Nacht auf der Wache. „Zuhause hat mich besonders mein kleiner Bruder vermisst“, verrät die 22-Jährige. Trotzdem ist die Sottrumerin überzeugt, den richtigen Beruf gewählt zu haben: „Ich habe mir den Job ja ausgesucht und wusste dabei, dass ich teilweise dann arbeiten muss, wenn andere feiern.“

Selbst die Hürde, dass sie ihre Ausbildung zur Rettungsassistentin selbst finanzieren musste, schreckte sie nicht zurück. Ganz soviel Geld brauchte Kirchhoff nicht aufzuwenden, denn er wurde im Rahmen des Zivildienstes zum Rettungssanitäter ausgebildet. Nur die Weiterbildung zum Assistenten erfolgte bei ihm in Eigenregie. „Im Gegensatz zu den Sanitätern haben wir eine Notkompetenz, dürfen also invasive Maßnahmen vornehmen, wenn es notwendig und der Arzt noch nicht vor Ort ist“, erklärt der DRK-Angestellte seinen Beruf. Noch weiter reiche, führt er weiter aus, die Kompetenz nach Abschluss der dreijährigen Ausbildung zum Notfallsanitäter, die noch relativ neu sei.

In Rotenburg, Sottrum, Lauenbrück und Visselhövede werden die Mitarbeiter in Zwölf-Stunden-Schichten eingesetzt, wobei drei bis vier Tagen Dienst zwei freie Tage folgen, bevor es einen Wechsel vom Nacht- in den Tagdienst gibt. Um besser planen zu können, steht schon jetzt der Dienstplan für das ganze Jahr 2016 fest.

Die Aufgaben von Florian Kirchhoff, Sabrina Stelljes und ihren Kollegen sind umfangreich. Auch Bürotätigkeiten gehören dazu. Diese werden auch in der etwa 80 Quadratmeter großen Wache in der Wiestegemeinde, die seit 2009 rund um die Uhr besetzt ist, erledigt. Sie verfügt über einen großzügigen Aufenthaltsraum, eine kleine Einsatzzentrale, Dusch- und Umkleideräume, diverse Nebenräume und natürlich über eine Fahrzeughalle. Dort steht der Mercedes, der sofort einsatzbereit ist. Ob auf der Hinfahrt mit Blaulicht gefahren werden darf, entscheidet die Einsatzleitstelle in Zeven, die den Notruf, der unter „112“ eingegangen ist, angenommen hat. „Die Zusammenarbeit mit den Notärzten klappt reibungslos“, freut sich Kirchhoff. Obwohl nur die Landkreise Rotenburg, Harburg und Soltau im Verbund arbeiten, gibt es auch Fahrten in den Landkreis Verden. „Wenn die Ottersberger bereits einen Einsatz haben, fahren wir, wenn wir gebraucht werden, auch dorthin“, berichtet Sabrina Stelljes. Dann wird nur umgeschaltet, denn Verden funkt auf einem anderen Kanal.

Die beiden sind sich einig, was das schönste Ereignis im Berufsalltag ist. „Eine Geburt“. Schon zweimal durfte Florian Kirchhoff dies miterleben, wobei der 33-Jährige sogar einmal als Hebamme fungierte.

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