Rund 5000 Jugendliche am Bullensee / Viel zu tun für die Polizei

Party-Sause mit viel Müll

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Völkerwanderung am Maifeiertag zum Bullensee: Volksfeststimmung bereits auf dem Anmarsch.

Rotenburg - Etwa 5000 Jugendliche sind Jahr für Jahr am 1. Mai auf Schusters Rappen zum Bullensee unterwegs, um dort ausgelassen zu feiern. Bereits am Morgen sammelten sich gestern die Wanderer in Rotenburg und Unterstedt. Als die Karavane sich Richtung See bewegte, hinterließ sie eine Spur voller Müll, leeren Flaschen und Glasscherben. Das alles sehr zum Unmut der Anwohner. Dem Party-Treck aus Rotenburg folgte ein Tross von Leergutsammlern, denen wiederum Fahrzeuge der Stadtreinigung hinterher fuhren, die zumindest die Fahrbahn von Scherben und Müll befreite.

Bei kühlen Temperaturen begann die Party an den üblichen Sammelstellen recht früh. Bereits um 9 Uhr zogen die ersten Gruppen mit ihren durch viele Getränke mit und ohne Alkohol überladenen Bollerwagen durch Rotenburg mit dem Etappen-Zielen Aldi-Parkplatz und Knickchaussee. Die Polizei hatte eine Hauptstrecke zum See eingerichtet. Nebenstrecken, die durch dichte Wohngebiete führten, hatten sie für die Bullensee-Wanderer gesperrt.

Die Jugendlichen akzeptierten die Lösung und waren in bester Party-Laune. Bereits auf dem Marsch zum See herrschte beste Volksfeststimmung. Aus überdimensionalen Lautsprechern oder auch „Ghetto-Blastern“ dröhnte laute Musik.

Auf dem rund dreistündigen Fußmarsch legten die Wandergruppen an den Weggabelungen Pausen ein, um sich für den Bullensee warm zu feiern. Einige Pärchen hatten sich auf dem Marsch besonders lieb und tauschten so manches Küsschen aus. Gegen 16 Uhr am Nachmittag war dann der Großteil der Menschen am See angekommen. Mit Cateringständen hatten die Ordnungskräfte den öffentlichen Parkplatz für die Party-Gäste besonders attraktiv gemacht. Dennoch begaben sich die meisten Besucher wieder ans Ufer des Moorgewässers.

Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber machte sich am frühen Nachmittag ein erstes Bild an der Knickchaussee. Zu der Zeit war noch alles ziemlich friedlich. Nur der viele Müll störte. „Ich bin früher auch zum Bullensee gepilgert, aber solch eine Müllspur haben wir nicht hinterlassen“, so Weber.

„Bis 15 Uhr war alles relativ entspannt und friedlich, danach wurde es spürbar aggressiver“, zog Polizeisprecher Heiner van der Werp gestern Abend eine erste Bilanz des Einsatztages, der viel Personal band.

Immer wieder sei es rund um den neu eingerichteten Spielplatz zu Schubsereien und auch Schlägereien zwischen den zumeist mehr oder weniger stark alkoholisierten Jugendlichen gekommen. Dabei habe vor allem eine Gruppe aus Visselhövede die vor Ort eingesetzten Ordnungshüter auf Trab gehalten. „Die sind bei uns schon länger bekannt und wir hatten sie ständig im Auge“, so van der Werp.

Im Übrigen sei der Tag so verlaufen, wie es sich die Polizei vorgestellt hatte: „Besonders durch den übermäßigen Alkoholkonsum kippte manchmal die Stimmung, aber darauf waren wir entsprechend vorbereitet.“

Tausende auf dem Weg zur Party am Bullensee

Maitour zum Bullensee - Teil 2

Maitour zum Bullensee - Teil 3

Maitour zum Bullensee in Rotenburg / 4

Maitour zum Bullensee in Rotenburg / 5

Maitour zum Bullensee in Rotenburg / 6

Bei den sternförmigen Fußmärschen der jungen Leute in Richtung Bullensee hätte die Polizei am Vormittag nur ganz vereinzelt einschreiten müssen: „Hier mal eine blockierte Hauseinfahrt, dort mal ein Anlieger, der sich über den Müll und urinierende Jugendlichen im seinem Vorgarten beschwerte“, listete der Polizeisprecher auf. Bis zum Anbruch der Dunkelheit fuhren die Beamten regelmäßig Streife rund um das weitläufige Gelände. Und die eine oder andere Gruppe wurde auch intensiver begleitet.

go

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