Ratsgymnasiast über seine letzte Schulprüfung und den Weg dahin

Ruben Bartel schreibt Abitur mit der Traumnote 1,0

Ruben Bartel im Garten.
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Die letzten Sommerferien stehen jetzt erst einmal für Ruben Bartel auf dem Programm, bevor es für ihn zum Physikstudium geht.

Rotenburg – Entspannt sitzt Ruben Bartel am Gartentisch. Die Anspannung der vergangenen Monate Abiturvorbereitung ist abgefallen, die Bewerbungen für einen Studienplatz sind raus. Da macht sich Erleichterung breit. Dabei muss sich Bartel um eines sicher keine allzu großen Gedanken oder Sorgen machen: Denn für seine Zukunft stehen ihm mit der Traumnote von 1,0 – rein rechnerisch sogar 0,74 – erstmal alle Türen offen.

„Da bin ich schon sehr stolz darauf“, sagt der 19-Jährige – ebenso wie seine Familie, die ihn in der Lernphase immer sehr unterstützt habe. Physik und Mathe sind seine Lieblingsfächer, die beiden sowie Latein, Chemie und Geschichte waren denn auch seine Prüfungsfächer am Rotenburger Ratsgymnasium. Doch zugeflogen ist ihm das nicht, gut gelernt habe er und sich vorbereitet. Ein guter Schüler war er schon immer, „früher musste ich nur weniger lernen“, sagt er und grinst. Und auch ungeliebte Fächer gibt es: Kunst und Englisch. „In den Grundlagen bin ich gut und kann sprechen, das ist für das Studium wichtig, gerade für Fachliteratur.“ Doch der Oberstufen-Englischunterricht mit viel Literatur war nicht seine Welt. Naturwissenschaften schon eher, „die muss man einfach verstehen“.

Für das Abitur hat er schon früh angefangen, sich vorzubereiten. Das hat geholfen, meint der Rotenburger. Strukturiert hat er sich, mehr als 200 ausführliche Lernzettel allein für Mathe geschrieben, Zeichnungen neu erstellt. „Das gibt einem einen guten Überblick“, empfiehlt er sein Vorgehen anderen. „Danach konnte ich schon das meiste.“ Auch Gespräche mit Mitschülern waren gut. Hat ihn jemand um eine Erklärung gebeten und er konnte helfen, war das ein gutes Zeichen: „Wenn man es erklären kann, dann sitzt der Stoff.“ Und ab und an, da ist es auch einfach das stumpfe Auswendiglernen, zum Beispiel von Daten für Geschichte. „Aber da bleibt schon was hängen“, sagt er.

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Nur das Ende seiner Schulzeit, das hätte sich Bartel ein wenig anders gewünscht – keine letzte Kursfahrt nach München, keine Abschlussfahrt nach Lloret de Mar. Dinge, auf die Schüler in Pandemiezeiten verzichten müssen. Und die sie nicht nachholen können. Eine Fahrt nochmal mit einem größeren Kreis aus Freunden ist letztlich auch gescheitert. „Das ist schade“, sagt Bartel, versucht aber zugleich, das Positive zu sehen. Denn immerhin: Einen Abiball konnten sie, wenngleich in abgespeckter Form mit weniger Gästen, veranstalten. „Das war eine schöne Abschiedsfeier.“

Wenn er jedoch an die harten Lockdown-Zeiten zurückdenkt, war es gar nicht so einfach, am Ball zu bleiben: „Grundsätzlich hätte man die Zeit gehabt, sie sinnvoll zu nutzen – aber sich zu motivieren, fiel schwer, weil auch der Ausgleich fehlte.“ Zwar konnte Bartel ein Hobby, das Klavierspielen, fortsetzen, Tennis wie allgemein Sport fielen hingegen aus. So wie das soziale Miteinander, „das fehlte einfach“. Auch im Jahrgang habe sich das bemerkbar gemacht. Zwar ist digital eine Lösung, sowohl privat als auch schulisch, und manchmal fiel es Bartel sogar leichter, Ersatzleistungen statt Klausuren zu schreiben, „da konnte man sich besser vorbereiten“. Doch ist es eben keine Dauerlösung. „Jeder war erleichtert, als es wieder in die Schule ging.“

Der Präsenzunterricht in den Abschlussklassen „war fast wie vor Corona“. Es habe den Abiturienten ein Gefühl von Normalität vermittelt. Und vielen hat es geholfen, wieder einen strukturierteren Alltag zu haben. Dennoch, sagt Bartel, haben sie sich trotz aller Hindernisse gut vorbereitet gefühlt, auch im Fernunterricht. Speziell für die Abiturvorbereitung merkt er sogar an: „Da kann man sich mit Hilfen auch gut selbst vorbereiten und lernt ohnehin viel alleine.“

Dass er Physik studieren möchte, weiß er, wo er landet, noch nicht. Heidelberg wäre schön, die Uni hat in seinem Fachbereich einen guten Ruf. Der Nachteil: Es ist eine große Fakultät. „Da wäre eine kleinere Uni vielleicht besser.“ Er denkt an Aachen. Wie sein Studium aussehen wird, kann er sich noch nicht ganz vorstellen. Ein normales Studentenleben wird es wohl vorerst noch nicht geben, doch genau das wünscht und erhofft sich Bartel. „Das gehört dazu. Und ich hab richtig Lust zu studieren.“ Deswegen sei für ihn ein Freiwilliges Soziales Jahr, was einige seiner Mitschüler beginnen, keine Option gewesen. „Ich hoffe auf Präsenz-Vorlesungen, könnte mir aber vorstellen, dass es noch ein paar Semester bei digitalem Unterricht bleibt – aber hoffentlich nicht das ganze Studium.“

Da er Bachelor, Master und dann seinen Doktor machen möchte, stehen die Chancen gut, dass Bartel einen normalen Studentenalltag erleben wird. Danach könnte er sich vorstellen, an einer Uni in die Forschung zu gehen. Doch gibt es da oft nur Zeitverträge, „und ich hätte lieber einen sicheren Job“. Bislang tendiert Bartel daher dazu, in die Entwicklung zu gehen. Und wenn er weiterhin so Gas gibt, stehen ihm da sicherlich viele Türen offen.

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