Erst Gewalt, dann Wasser

Rotenburg: Vandalismus-Schaden in Sporthalle höher als zunächst angenommen

Handwerker haben die Decke freigelegt, um den Schaden zu erfassen. Dach und Innendecke werden wahrscheinlich komplett erneuert.
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Handwerker haben die Decke freigelegt, um den Schaden zu erfassen. Dach und Innendecke werden wahrscheinlich komplett erneuert.

Die Sporthalle des Rotenburger Ratsgymnasiums wurde durch Vandalismus beschädigt. Der Schaden ist offenbar höher als bisher angenommen.

  • Unbekannte dringen in Sporthalle ein und richten hohen Schaden an.
  • Polizei hat einen möglichen Tatverdächtigen im Fokus.
  • Schaden deutlich höher als zunächst angenommen.

Rotenburg – Der Schaden, den unbekannte Täter am vergangenen Wochenende in der Sporthalle des Rotenburger Ratsgymnasiums angerichtet haben, ist deutlich höher als zunächst angenommen. Das teilt die Sprecherin des Landkreises Rotenburg, Christine Huchzermeier, auf Anfrage mit. War man zunächst von 130.000 Euro ausgegangen, liegt die Schadenshöhe inzwischen schon bei rund 230.000 Euro. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir in den letzten Jahren einen Fall von Vandalismus dieses Ausmaßes hatten“, sagt Jens Platen, Sprecher der Rotenburger Polizei. Immerhin: Die Ermittler haben einen möglichen Tatverdächtigen im Fokus, heißt es.

Eine erste Begehung der Halle mit einem Dachdecker und einem Spezialisten für Trocknungen habe gezeigt, dass die Schäden schwerwiegender sind, als zunächst angenommen. Aufgrund des eingedrungenen Wassers sei ein Austausch des gesamten Sportbodens in der kleinen Halle notwendig. „Durch die beschädigte Dachhaut konnte aufgrund der Regenfälle am Wochenende Wasser in die Dachkonstruktion eindringen, so dass dieser Dachbereich als auch die Decken darunter erneuert werden müssen“, teilt Huchzermeier mit.

Die Oberlichter und das Dach der Halle sind zerstört.

Die Polizei geht von mindestens zwei Tätern aus, die in der Nacht zum Samstag über die Oberlichter in die Halle eingedrungen sind. Sie zerstörten fünf der sechs Fenster und die Dachhaut. Sie rissen außerdem Fallrohre ab und schraubten Fassadenplatten von der Wand. In den Sanitärräumen der Halle zerschlugen sie anschließend mehrere Waschbecken und drehten Wasserhähne auf. Einige Abflüsse haben sie darüber hinaus verstopft. Dadurch gelangte das Wasser ungehindert in die Räume, so dass auch in den Umkleiden und der kleinen Halle Schäden an den Böden entstanden, heißt es. Der Landkreis geht davon aus, dass allein aus den Hähnen etwa zehn Kubikmeter Wasser die Halle sowie die Nebenräume geflutet hat. Die Sporthalle ist bis auf Weiteres nicht mehr nutzbar. Weitere Teile der Inneneinrichtung sowie Leuchten gingen die Täter ebenfalls an.

Auch in den Sanitärbereichen haben die Vandalen gewütet.

Nur durch das schnelle Handeln von Landkreismitarbeitern sei weiterer Schaden verhindert worden. Nachdem die Polizei den Vorgang aufgenommen hatte, konnten das Wasser in den Räumen entfernt und offene Bereiche abgedeckt werden, so die Landkreissprecherin. „Zurzeit werden Gespräche mit der Versicherung und verschiedenen Handwerkern geführt. Es muss ein Sanierungskonzept erstellt werden. Erst danach können dann Aufträge zur Instandsetzung vergeben werden“, erklärt sie. Daher lassen sich die erforderlichen Maßnahmen nur ansatzweise beschreiben: In Teilbereichen ist ein neues Dach mitsamt Decken über dem Umkleidebereich und eine neue Dachabdichtung erforderlich. Dachkuppeln sind ebenfalls wieder einzubauen, hinzu komme die Instandsetzung der Fassadenplatten und der Fallrohre. Ein neuer Boden in der Gymnastikhalle sowie in den umliegenden Fluren und Umkleiden dürften ebenfalls fällig werden, heißt es.

Es ist ein Versuch: Vielleicht lässt sich der Boden in der großen Halle per Lüftung retten.

In der großen Halle läuft bereits ein Trocknungsversuch, um den Fußboden eventuell doch noch zu retten. „Wir haben eine Lüftung installiert“, sagt ein Mitarbeiter der dafür beauftragten Firma. Luft wird an mehreren Stellen in den Boden gepustet und an anderen Stellen wieder herausgesogen. „Das lassen wir jetzt mindestens 14 Tage laufen“, so der Experte. „Dann sehen wir weiter.“ Ein Filter sei dazwischen geschaltet. Unabhängig davon werden sich andere Fachleute mit der Instandsetzung der Sanitäranlagen, der Lüftung sowie der Elektrik beschäftigen müssen. Trockenbau sowie Maler- und Reinigungsarbeiten kommen hinzu.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Rotenburg: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

In der Halle gibt es weder eine Alarmanlage noch Überwachungskameras. Daher hofft die Polizei bei der Suche nach den Tätern auf Hinweise aus der Bevölkerung. Der Landkreis hat eine Belohnung in Höhe von 1 000 Euro für Mitteilungen ausgesetzt, die zur Ergreifung der Täter führen. Zwei Hinweise gibt es, sie helfen aber noch nicht weiter.

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