37-Jähriger verging sich an seiner unehelichen Tochter

Sechseinhalb Jahre Haft für schweren sexuellen Missbrauch

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Der 37-jährige Angeklagte verdeckt sein Gesicht mit einer Akte. Sein Anwalt Michael Helwig beantragt eine angemessene Strafe. Heraus kommen sechseinhalb Jahre Haft. 

Rotenburg / Verden - Von Wiebke Bruns. Vor Gericht hatte ein Vater aus Rotenburg das Umgangsrecht für seine uneheliche Tochter erstritten. Als das Kind dann 14-täglich an den Wochenenden bei ihm war, begann der schwere sexuelle Missbrauch. Dienstag musste sich der 37 Jahre alte Mann vor dem Landgericht wegen seiner Taten verantworten. Die 3. Große Strafkammer verurteilte ihn wegen fünf dieser Verbrechen zu sechseinhalb Jahren Haft.

Erst drei oder vier Jahre alt war das in Bremerhaven lebende Mädchen, als der Vater es erstmalig sexuell missbrauchte. „Extrem jung“, betonte der Vorsitzende Richter Lars Engelke mehrfach in der Urteilsbegründung. Sie sollte den Vater oral befriedigen. „Um zu verdeutlichen, was dieses kleine Kind tun sollte, hat der Angeklagte ihr ein Video vorgespielt, wo der Oralverkehr eines anderen kleinen Kindes zu sehen war“, erklärte der Vorsitzende. Die Tat auf dem Video wurde durch einen anderen Täter verübt. Bei dem zweiten Anklagevorwurf filmte der Vater seine Tochter während einer solchen Tat. Das Gericht rechnete ihm seine Reue an, aber die kam offenbar erst spät. Als Begründung für das Video gab er an, dass er dies einfach nur so „aus Spaß“ gemacht habe. Er habe das Handy in der Hand gehabt, so der Angeklagte.

Durch die Erstellung des Videos machte er sich zudem des Besitzes kinderpornografischer Schriften schuldig. „Im Hintergrund sieht man einen Kinderfilm laufen“, erklärte Engelke. In einem nicht öffentlichen Teil des Prozesses hatten sich die Juristen und Schöffen das knapp zwei Minuten lange Video angesehen.

Drei weitere Taten gab es, die ebenfalls detailliert in dem Prozess erörtert wurden. „Es könnte nur die Spitze des Eisberges sein, aber aburteilen können wir nur, was beweisbar ist“, betonte der Vorsitzende in der Urteilsbegründung.

Aufgeflogen waren die Taten, nachdem das Kind Verhaltensauffäligkeiten gezeigt hatte. Wenn die Wochenenden bei Papa näher rückten, soll das Mädchen Tapeten von den Wänden gerissen und Aggressionen gezeigt haben. Als es gegenüber der Mutter Andeutungen machte, informierte diese einen Familienhelfer. Dann kam alles ans Licht. Zunächst wurden die Besuchskontakte eingestellt, die Anzeige wurde erst später erstattet. Im Januar 2018 folgte die Festnahme des ansonsten nicht vorbestraften Mannes.

Der Angeklagte legt ein Geständnis ab

Hoch angerechnet wurde dem 37-Jährigen von der Kammer sein umfassendes Geständnis, mit dem er seiner Tochter wenigstens die Aussage in dem Prozess erspart hat.

Strafverschärfend wurde das ganz junge Alter gewertet und als Besonderheit von dem Vorsitzenden bezeichnet. Außerdem dürften die Taten psychisch Folgen haben, auch wenn es dem Kind derzeit gut gehen soll.

Oberstaatsanwältin Carola Oelfke hatte neun Jahre beantragt, und Verteidiger Michael Helwig eine angemessene Strafe. Der Haftbefehl wurde aufrecht erhalten, aber mit einer schnellen Rechtskraft des Urteils ist nicht zu rechnen.

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