Wirtschaftsforum bringt Projekt „Pop-Ups und Start-Ups“ in Gang

Rotenburgs Weg zum Gründerzentrum

Das Grundkonzept steht: Heiko Kehrstephan und Corinna Müller-Suszek erörtern noch einmal die Pläne für das geplante Gründerzentrum.
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Das Grundkonzept steht: Heiko Kehrstephan und Corinna Müller-Suszek erörtern noch einmal die Pläne für das geplante Gründerzentrum.

Rotenburg – Die Idee, in Rotenburg ein Gründerzentrum zu etablieren, spukt schon länger in den Köpfen der Mitglieder des Rotenburger Wirtschaftsforums (RWF) herum. Bislang fehlte lediglich die Zeit, es zu realisieren. Doch nun geht es voran, ein erstes Grundkonzept steht und Corinna Müller-Suszek hat dieses vor Kurzem während eines Runden Tischs der Stadtverwaltung und Rotenburger Gewerbetreibenden vorgestellt und ist dort auf positive Rückmeldung gestoßen, eine Möglichkeit sowohl für Start-Ups als auch Pop-Ups zu schaffen.

Angelehnt ist die Idee an ein Projekt der Stadt Wittlich in Rheinland-Pfalz, die sich seit 2015 aktiv bemüht, Leerstände zu beseitigen. Dazu wurden Leerstandslotsen eingesetzt, in Zusammenarbeit mit der Stadt und des dortigen Gewerbevereins, die sich um die Vermietung leerstehender Verkaufsflächen gekümmert haben. 2018 ist daraus durch einen studentischen Praktikanten „ALWIN“, also Aktives Leerstandsmanangement Wittler Innenstadt, entstanden.

Die Rotenburger Idee geht einen Schritt weiter: So möchte das RWF jungen Existenzgründern die Chance geben, sich und ihre Idee auf einer auch vor Kunden präsentablen Fläche in einem Leerstand zu zeigen. Start-Ups, die vielleicht ihre Firma von zuhause betreiben. „Wir möchten kreative Gründer und junge Unternehmer vom heimischen Schreibtisch wegholen und in ein Gründerzentrum bringen, wo sie sich zeitweise zeigen und ausprobieren können“, so Müller-Suszek. Gleichzeitig wollen sie Pop-Up-Geschäfte in Leerständen ermöglichen. „Es sind zwei Ideen, die ineinandergreifen“, nennt es RWF-Vorsitzender Heiko Kehrstephan.

Sowohl Start-Ups als auch Pop-Ups können alles mögliche sein und sind nicht nur auf Rotenburger beschränkt. So wäre es beispielsweise denkbar, dass sich einer oder mehrere Läden vorübergehend zu einer Art Pop-Up-Outlet zusammenschließen, um die Ware, die während des Lockdowns nicht verkauft werden konnte, an die Kunden zu bringen. Aber auch jede andere Idee ist willkommen, denn es geht um Kreativität und Belebung. „In einem Gründerzentrum kann man seine Kreativität gegenseitig anstacheln“, so Kehrstephan.

Dafür gibt es ein Grundkonzept. Es wird schlicht, ein Co-Working-Space mit Schreibtischen, Regalen, einem Konferenztisch für Kundengespräche, einer Küchenecke. Alles einheitlich, wenig Investitionen. Es muss mobil sein, schnell ab- und wieder aufgebaut werden können, wenn das Gründerzentrum umziehen muss. Auch das RWF selbst möchte mit seinem Büro einziehen. Der Vorteil in der Planung: Beim RWF sind zwei Projektmanager angestellt, die das Ganze vorantreiben. „Allein ehrenamtlich wäre das nicht zu wuppen“, meint Müller-Suszek.

Wichtig ist: Das RWF schafft die Basis, die Mieter müssen Eigenverantwortung zeigen. Aber: „Es ist immer jemand greifbar.“ Die Gründer können ein Netzwerk schaffen, testen, wie ihre Idee ankommt. „Natürlich müssen diejenigen so weit sein, dass sie sich selbstständig machen können“, so Kehrstephan.

All das gehe aber nur in Zusammenarbeit. „Es ist ein dickes Brett, das man bohren will, aber da steckt Futter drin“, meinte IG-Citymarketings-Vorsitzende Cornelia Gewiehs während des Runden Tischs. Auch der Bürgermeister zeigte sich dabei positiv. „Es muss natürlich einiges bedacht werden, ein gewisser Anspruch muss da sein“, so Andreas Weber (SPD). Mit einem festen Konzept könne man Fördermöglichkeiten evaluieren. In weiteren Gesprächen mit Lokalpolitikern sei das RWF ebenfalls ermuntert worden. Zudem stehen bereits 20 000 Euro unter Vorbehalt im Rotenburger Haushalt. Auch die Wirtschaftssenioren und die Wirtschaftsförderung des Landkreises wolle man gerne ins Boot holen.

Viele Ideen werden gerade gewälzt. Unter anderem ist es wichtig, dass die Gründer zunächst eine günstige Miete haben. Es muss möglichst unbürokratisch gehen, dennoch braucht es „klare Regeln“, betont Müller-Suszek. Allen sei bewusst, dass es viel Arbeit und Engagement erfordert, dass man sicher nachjustieren muss. Aber dank des Supports von vielen Seiten könne man es sicher „spannend gestalten, hier ist viel Potenzial“. Es ist keine langfristige Lösung für Einzelne, aber es soll im Ganzen ein auf Dauer angelegtes Projekt werden. Gründer können so für sich herausfinden, ob ihre Idee funktioniert. Wenn sie ihren Plan weiterverfolgen, könnte das RWF zum Beispiel später bei Gesprächen mit Vermietern unterstützen.

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