Rotenburgs Ausschüsse plädieren für zweiten Standort in der Realschule

Jahrgang sieben der IGS zieht in die THS

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Die Pestalozzischule als IGS-Standort ist aus dem Rennen. Die Stadt soll auf weitere Verhandlungen mit dem Landkreis verzichten, haben die Ausschüsse empfohlen.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Nach drei Stunden stand am Mittwochabend die Empfehlung für den kommende Woche tagenden Verwaltungsausschuss: Es soll eine Lösung mit zwei Standorten für die Integrierte Gesamtschule (IGS) in Rotenburg geben. Der siebte Jahrgang zieht in einen Ausbau an der Theodor-Heuss-Schule an der Gerberstraße, die höheren Jahrgänge sollen in Zukunft im Gebäude der heutigen Realschule unterrichtet werden. Details bleiben aber auch nach der gemeinsamen Sitzung des Schul- und Planungsausschusses offen.

Viel wurde noch einmal diskutiert, Argumente ausgetauscht, wie die IGS künftig gestaltet werden kann. Eine Entscheidung muss her, verdeutlichte Bürgermeister Andreas Weber (SPD). Dem einst einstimmigen Beschluss, die IGS auf den Weg zu bringen, folgte lange Zeit keine konkrete Planung. Jetzt aber ist die Schule da, und die Schüler brauchen Platz. Den haben sie im An- und Neubau an der THS in diesem Schuljahr mit den ersten beiden Jahrgängen bezogen, doch was mit den nun anwachsenden Jahrgängen sieben, acht, neun und zehn passiert, ist ungeklärt. Ein Versäumnis, waren sich alle Ausschussmitglieder im Ratssaal einig. Nur wie es weitergeht, darüber besteht weiter Dissens.

Was kann sich Rotenburg leisten? Sieben Varianten wurden in den vergangenen Wochen diskutiert, vom 15-Millionen-Neubau-Traum bis zum CDU-Sparmodell für rund drei Millionen Euro. Stadtkämmerer Hans-Joachim Bruns erstickte in dieser zeitweise turbulenten Sitzung jedoch schon recht frühzeitig alle großen Wünsche: „Eigentlich können wir uns nichts leisten.“ Um Erhöhungen von Grund- und Gewerbesteuer komme man nicht herum, selbst ohne die IGS-Investitionen, in welcher Höhe auch immer, liege das Defizit 2016 bei mindestens zwei Millionen Euro. Bürgermeister Weber stimmte seinem Finanzchef zu, forderte die Ausschussmitglieder aber auch auf: „Wir können die kritischen Fragen nicht weiter vor uns her schieben!“

Ob aus Reihen der CDU, der SPD, der Grünen oder der FDP: Alle betonten in Anwesenheit von IGS-Schulleiter Sven Thiemer, die Schule fördern zu wollen – das Bestmögliche umsetzen zu wollen. Der Minimalkonsens fand sich dann in drei neuen Beschlussvorlagen, die Oliver Credo (CDU) als Leiter der Sitzung mit der Verwaltung formulierte.

Zum Ersten, dafür gab es eine Mehrheit von 11 zu 7 Stimmen, soll die Stadt auf weitere Verhandlungen mit dem Landkreis über eine Nutzung der Pestalozzischule verzichten. Weber hatte dazu angedeutet, dass der Landkreis als Träger der auslaufenden Förderschule dies begrüße – die Berufsbildenden Schulen wollen die Räumlichkeiten nutzen. Zum Zweiten haben sich sämtliche Ausschussmitglieder dafür ausgesprochen, den Verwaltungsvorschlag zum Um- und Neubau eines Gebäudetraktes an der THS für den siebten IGS-Jahrgang auf den Weg zu bringen. Für zwei Millionen Euro soll so Platz geschaffen werden für fünf weitere Klassen in unmittelbarer Nähe der IGS-Klassenstufen fünf und sechs. Und zum Dritten wurde mehrheitlich dem Zwei-Standorte-Modell zugestimmt. Die Stufen acht bis zehn sollen ab 2017 in der Realschule unterrichtet werden. Nur bleibt bislang offen, wie die Schule umgebaut und ausgestattet wird. Das soll nun in den Fraktionen weiter diskutiert werden und auch erst in der November-Ratssitzung auf die Tagesordnung kommen. Vorher werden zudem Finanz- und Schulausschuss die Ausbauvarianten und vor allem -kosten öffentlich diskutieren. Den THS-Neubau für die Stufe sieben könnte der Stadtrat aber bereits in zwei Wochen beschließen. Baubeginn wäre dann im Sommer – Einzug zum Schuljahr 2017/2018.

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