Rotenburger erfüllt sich seinen Traum mit Arbeit, Talent und viel Fleiß

Als Mode-Designer ganz nach oben

Lennart Krause im eigenen Entwurf.
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Lennart Krause im eigenen Entwurf.

Lennart Krause weiß ganz genau, was er will: Es als Mode-Designer ganz nach oben schaffen. Der junge Rotenburger ist dafür auf dem richtigen Weg.

  • Lennart Krause hat viele Ideen für seine Entwürfe.
  • Der Nachwuchs-Designer träumt vom eigenen Label.
  • Erster Platz beim T-Shirt-Wettbewerb von Jane Goodall.

Rotenburg – Am Besprechungstisch im Konferenzraum der Rotenburger Kreiszeitung sitzt – mit großem Abstand zum Reporter – ein junger Mann, der genau weiß, was er will. Und das mit 20 Jahren. Er studiert an der Hamburger Akademie für Mode und Design und sagt mit klarer Stimme: „Ich möchte nach ganz oben.“ Dabei orientiert er sich nicht unbedingt an einem Karl Lagerfeld und distanziert sich klar von der Kommerzialisierung namhafter Design-Häuser. Ruhm und Geld, betont er, seien ihm egal. „Mir geht es um die Reichweite. Dann habe ich eine Stimme und werde gehört.“

Lennart Krause aus Rotenburg sieht sich als Künstler. Er kreiert Mode, er näht nach eigenen Entwürfen, und er fotografiert. Das Portfolio auf seinem Tablet-Computer ist beeindruckend. Die Aufnahmen, die er mit seiner Canon bislang gemacht hat, wirken inspiriert, dynamisch, technisch ausgereift und klar in ihrer Bildsprache. Die Lust an Mode, die Freude daran – das alles ist spürbar. Und das gilt auch für das Gespräch mit dem jungen Mann.

Arbeit, Talent und viel, viel Fleiß: Nur damit sei es möglich, sich den Traum zu erfüllen, also den, nach ganz oben zu kommen. Der Traum vom eigenen Label, der Traum von der Fashion Week in New York, bei der die Models seine Kreationen präsentieren. „Man kann es auch in Berlin schaffen, aber London, Paris oder auch Amsterdam reizen mich schon sehr“, sagt Krause. Sein Plan ist es, das Praxissemester in einer dieser Städte zu absolvieren.

Krause „brennt für die Mode“

Das Studium an der privaten Akademie ist nicht günstig. „Und ich habe auch keine reichen Eltern“, betont er. Es ist sein ausgezeichnetes Abitur mit einem Durchschnitt von 1,4, das ihm ein Stipendium ermöglicht hat. Und weil er noch zu Hause bei seinen Eltern in Rotenburg lebt und nach Hamburg pendelt, halten sich die Kosten im Rahmen. Nach dem Abitur 2018 hat sich der junge Mann für ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Lebenshilfe entschieden. Es war das Jahr, in dem er seinen beruflichen Weg gewählt hat. Das Thema Mode indes hat ihn schon immer gereizt. Doch erst mit 15, als er sich als homosexuell bekannt hat, begann für ihn die Zeit, in der er anfing, mit seinem Outfit Stellung zu beziehen. „Mein Coming Out war für mich kein Problem. Eigentlich habe ich nur gesagt, was ich schon immer fühle.“ Die Mode gebe ihm die Möglichkeit zu sagen: „Das bin ich. Und ich fühle mich gut.“

Antonia Borgas im Krause-Kleid.

Krause empfindet sich als Künstler. „Ich brenne für die Mode, und sie geht mir ständig durch den Kopf.“ Er sammelt die Ideen und bringt sie zu Papier. Es sei eine ständige Suche. Fleißig ist er in jedem Fall. Und das Talent ist ihm schon während der ersten drei Semester bestätigt worden. „Es gibt in der Akademie in jedem Semester einen Wettbewerb.“ Er beteiligt sich – mit Erfolg: Beim ersten Mal ging es um Masken und Kopfbedeckungen für das Jubiläum eines Mode-Magazins. Krause landete bundesweit unter jenen vier Studenten, die ausgewählt wurden. Im zweiten Fall hatte die Umweltaktivistin Jane Goodall einen T-Shirt-Print zum Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz bundesweit ausgeschrieben – Krause sicherte sich den ersten Platz. „Das T-Shirt wird jetzt gedruckt und verkauft – ein Teil des Erlöses ist für einen guten Zweck.“

Mode soll Reaktionen auslösen

Noch wichtiger für ihn: „Es gab ein Shooting in München, und ich durfte dabei sein. Das war mein bisheriges Highlight.“ Kontakte konnte er knüpfen und ein wenig hineinschnuppern in die Welt, die seinen Traum so sehr prägt. Krause: „Ich weiß genau, ich bin an der richtigen Stelle, und das, was ich mache, funktioniert.“ Dabei sei er selbst sein größter Kritiker, seine Mutter hingegen sein größter Fan. Darauf ist er stolz.

Nicht immer fühlte sich der heute 20-Jährige an der richtigen Stelle. In der Schule hätten ihn viele nicht gemocht. Er war irgendwie anders. Der Weg über die Mode – eine Möglichkeit für ihn, sich abzugrenzen und einen Schutz zu errichten. „Ich liebe es, der Welt zu zeigen, dass ich keine Angst habe.“ Mit der Auswahl seiner Kleidung zieht er die Blicke ganz bewusst auf sich. „Es beflügelt mich, die Grenzen noch weiter zu pushen.“

Lennart Krause definiert sich selbst über die Mode. Er will provozieren und damit Reaktionen bei den Menschen auslösen. Das geht in Rotenburg besser als in Hamburg. In der Großstadt fällt er weniger auf, ist er einer von vielen, die den eben nicht gewöhnlichen Weg bei der Wahl ihrer Kleidung gehen. Aber ob in Hamburg oder in Rotenburg – es gelte immer das Gleiche: „Macht was Ihr wollt, solange Ihr niemandem schadet!“ Das ist eine seiner Botschaften.

An der Meinungsfreiheit: Lennart Krause bezieht mit Mode Stellung.

An der richtigen Stelle empfindet sich Lennart Krause auch, weil es in seinem Studium sowie in den vielen Wettbewerben um Nachhaltigkeit geht. Nachhaltigkeit in der Mode ist inzwischen ein großes Thema. Ein Thema, das Designern ganz neue Ansätze bietet, um sich zu entfalten und Ideen zu entwickeln. Von diesem Gedanken ist auch der dritte Wettbewerb des Mode-Unternehmens Uniqlo geprägt, an dem sich Lennart Krause ebenfalls beteiligt hat. Die Aufgabe: Aus aussortierter Kleidung sollte neue, moderne Kleidung entstehen. Der Rotenburger hat gewonnen, schon bald – da der Einzelhandel wieder öffnen darf – wird sein Einzelstück in den beiden Shops in Hamburg sowie in Berlin ausgestellt.

Krause konzentriert sich vor allem auf weibliche Mode. Viele, aber eben nicht alle Entwürfe, setzt er am Ende in greifbare Mode um. „Aber da ist schon einiges zusammengekommen“, sagt er. Nicht alles jedoch ist auch tragbar – was sich aber ändern lasse. Es liegt alles zu Hause in Kisten verwahrt. Natürlich ist es der Wunsch eines jeden Designers, dass seine Mode getragen wird. „Mode glänzt erst so richtig am Menschen, erst dann erwacht sie so richtig zum Leben.“ So schließt sich der Kreis bei diesem Treffen. Denn nur wenn Mode getragen wird, zieht sie die Blicke auf sich, erzielt also eine Reichweite, von der dieser Nachwuchs-Modedesigner spricht.

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