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Werke starten Beteiligungsprozess: Auf der Suche nach Ideen

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Von: Ann-Christin Beims

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Elena Hels und Klaus Brünjes vor der alten Kapelle.
In der alten Kapelle entsteht das „Haus der Geschichte“, über das sich Elena Hels und Klaus Brünjes austauschen. © Beims

Jetzt sind die Ideen und Vorschläge aller Bürger gefragt: Die Rotenburger Werke starten ihre große Öffentlichkeitsbeteiligung für die Umsetzung des Innovationsquartiers.

Rotenburg – Große Baumstämme stehen und liegen verteilt auf dem Gelände, auf dem bis vor einigen Monaten die Wäscherei der Rotenburger Werke stand. Noch ist drumherum nur schlichte Erde. In wenigen Wochen entsteht hier ein blühender Aufenthaltsort. Übergangsweise, denn der Bereich hinter dem Grünen Tor wird umgestaltet. Dort entsteht in den kommenden Jahren das Innovationsquartier. Was bleibt, was wegkommt und was sich verändern wird, ist ein Prozess. Und bei diesem soll die Öffentlichkeit mit entscheiden.

Daher gibt es am Dienstag, 5. April, von 18 bis 20 Uhr eine Zoom-Konferenz unter der Moderation von den Stadtplanern vom Büro PlanZwei aus Hannover, die das Projekt begleiten. Die Auftaktveranstaltung zur Öffentlichkeitsbeteiligung muss pandemiebedingt online stattfinden, Interessierte können sich unter https://bit.ly/3vyzAfm dazuschalten. Geplant sind aber weitere Formate, darunter Ideenwerkstätten, Jugendbeteiligung und weitere Gespräche mit der Stadt. Denn das Quartier ist Teil des Entwicklungskonzepts, mit dem die Stadt in die Städtebauförderung möchte. Außerdem gibt es eine dreijährige Förderung vom niedersächsischen Umweltministerium.

Die Gärtnerei-Mitarbeiter bauen das trostlose Gelände zu einem gemütlichen Aufenthaltsort um.
Die Gärtnerei-Mitarbeiter bauen das trostlose Gelände zu einem gemütlichen Aufenthaltsort um. © Beims

„Wir wollen ein attraktives, buntes Innenstadtquartier schaffen“, erklärt Projektmitarbeiterin Elena Hels. Und zwar eines für alle, für Menschen mit und ohne Behinderung, jung und alt. „In den Köpfen ist das immer noch ein abgetrennter Bereich“, bedauert Hels. Dabei kann schon jetzt jeder das Areal erkunden. „Es ist unsere Aufgabe, die Menschen herzuholen, damit sie es kennenlernen.“ Ein 2021 aufgebauter Infoparcours unterstützt dabei. Alles soll sich mit den Plänen künftig noch weiter öffnen. Wohnen, wofür später Partner benötigt werden, Freizeit, Kultur und Arbeiten werden miteinander verknüpft.

Dabei stellen sich viele Fragen: Was bleibt, was kann weg? Was wird historisch erhalten, wo etwas Neues geschaffen? Was braucht die Stadt, wie wird das Viertel zukunftsfähig? „Die Balance ist wichtig“, sagt Hels. „Es gibt immer mehr dezentrale Angebote, damit verändert sich der historische Kern ohnehin.“ Erste Workshops mit Mitarbeitern der Werke haben zu einem Leitbildentwurf geführt. Sie haben „Bedürfnisse und Wünsche wie jeder andere“, erklärt Hels. „Und dem wird die Bausubstanz hier auch einfach nicht mehr gerecht.“

Genau vor Augen hat Planer Jobst Deventer, wie der Bereich demnächst aussehen soll.
Genau vor Augen hat Planer Jobst Deventer, wie der Bereich demnächst aussehen soll. © Beims

Was im Einzelnen passieren wird, ist noch offen. „Wir stehen ganz am Anfang.“ Umso wichtiger ist jetzt der Beteiligungsprozess, mit dem sie viele Menschen erreichen möchten. So könnten auf dem Gelände Ateliers oder Coworking-Spaces entstehen. Es geht auch um Nachhaltigkeit, sowohl durch energetische Verbesserungen als auch zum Beispiel Carsharing-Angebote. Als einer der ersten Schritte wird die alte Kapelle in ein „Haus der Geschichte“ umgewandelt.

Das Leitbild soll bis Ende des Sommers fertig sein und ist die Grundlage für den geplanten Architektenwettbewerb, damit dann konkret geplant werden kann. Gut zehn bis 15 Jahre wird es dauern, bis alles fertig ist. Doch die Zeit kann sinnvoll genutzt werden. Zum Beispiel bei einem Spaziergang durch das von Jobs Deventer erdachte Areal mit einem Spazierweg, der auch für Rollstuhlfahrer geeignet ist, Sitzmöbeln für eine Pause, insektenfreundlichen Wildflächen und Hochbeeten. Und das ist für alle offen – so, wie es sein soll.

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