Mehr Platz fürs Erfolgsmodell

Rotenburger Werke starten Bau der neuen Fachpflege

Spatenstich für Fachpflegeeinrichtung.
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Alle packen mit an: Der erste Spatenstich sieht schwungvoll und damit vielversprechend aus.

Rotenburg – Mit dem ersten Spatenstich am Freitagnachmittag haben die Rotenburger Werke ihr größtes Neubauprojekt seit vielen Jahren gestartet. Auf einem rund 30 000 Quadratmeter großen Grundstück an Brockmanns Wiesenweg in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Neubaugebieten an der Brockeler Straße entsteht bis Ende des nächsten Jahres eine neue Fachpflegeeinrichtung mit angeschlossener Tagesförderstätte. 17 Millionen Euro nehmen die Werke für dieses Vorhaben in die Hand.

Die Zahlen allein sind schon beeindruckend. Unter der Regie des Architekturbüros von Edgar Rathjen entstehen mehrere, überwiegend eingeschossige Gebäude mit einer Grundfläche von mehr als 6 500 sowie einer Nutzfläche von 5 700 Quadratmetern. Drumherum bleibt ausreichend Platz, um dem Neubau nicht nur Siedlungscharakter zu verschaffen, sondern um den dann 80 Bewohnern ein großes Maß an Lebensqualität zu bieten. Die Fachpflege ist bislang auf dem Kalandshof an der Verdener Straße untergebracht – und zurzeit nur halb so groß. Jutta Wendland-Park spricht bei der mit einer Tagesförderstätte gekoppelten Fachpflege von einem Erfolgsmodell.

Die Werke-Geschäftsführerin hätte zu diesem offiziellen Baustart gerne viel mehr Gäste begrüßt – allen voran die Nachbarn. Die waren von dem Projekt wegen befürchteter Lärmbelästigungen und zu großer Dimensionierung nicht alle begeistert. Das war aufgrund der Pandemie allerdings nicht möglich. Sie zeigte sich dennoch glücklich, denn trotz eines langen Vorlaufs – Rathjen hatte seinen Entwurf vor etwas mehr als zwei Jahren fertig – kann es jetzt endlich losgehen. Und mit dem Bau passen sich die Werke einem zunehmenden Fachpflege-Bedarf an.

Der demografische Wandel vor allem mache zusätzliche Plätze erforderlich, sagte Wendland-Park im Gespräch mit der Kreiszeitung. In der Fachpflegeeinrichtung leben Menschen mit geistigen Behinderungen und einem erheblichen Pflegebedarf. Künftig ist ihrem Wohnbereich auch eine dazu passende, weil darauf ausgerichtete Tagesförderstätte angegliedert. Bürgermeister Andreas Weber (SPD) sowie Landrat Hermann Luttmann (CDU) nahmen am ersten Spatenstich teil und lobten das Projekt. „Hieran zeigt sich die gute Zusammenarbeit in Rotenburg“, sagte Luttmann. Er sei sehr gespannt darauf, wie sich diese Einrichtung entwickelt. Weber ergänzte passend dazu: „Ich freue mich, dass dieses Vorhaben jetzt Wahrheit wird.“

Genau an der Ecke, wo der Brockmanns Wiesenweg auf die Brockeler Straße trifft, befindet sich die Einfahrt zum 30 000 Quadratmeter großen Grundstück, auf dem die Rotenburger Werke bis Ende des 2022 eine neue Fachpflegeeinrichtung entstehen lassen.

Denn in der Tat: „Es ist ein besonderer Tag heute – nach einem langen Weg“, erklärte Wendland-Park. Froh sei sie darüber, dass es ein Neubau mit Siedlungscharakter wird. „Das war uns ganz wichtig für eine gute Nachbarschaft.“ Sie hat aber eben nicht nur diesen Neubau im Blick, sondern behält auch den Kalandshof im Auge. Dort, wo Platz frei wird, wolle man dafür sorgen, den Menschen ein zusätzliches Stück Lebensqualität zu verschaffen.

„Die alte Fachpflegeeinrichtung der Werke, die 2005 am Kalandshof eröffnet wurde, wird dem Bedarf an Wohnplätzen nicht mehr gerecht“, sagte André Veenstra, Leiter der Abteilung für pflegebedürftige und ältere Menschen mit Behinderung. Nicht nur er, sondern auch Anke Duschat, Geschäftsfeldleitung der Tagesförderstätten und Projektleiterin des Neubaus, hat am Freitag zum Spaten gegriffen, um am symbolischen Akt teilzunehmen. Veenstra machte deutlich, dass auch jüngere Menschen mit hohem Assistenzbedarf hier einmal wohnen können. Die Einrichtung an Brockmanns Wiesenweg wird sich am Ende aus sieben Gebäudeteilen zusammensetzen. Wohnbereiche für die Bewohner, ein Verwaltungstrakt und ein Gebäudeteil für die Tagesförderstätte sind geplant. Es wird eine umfangreiche Förderung für die Bewohner angeboten.

Zwischen den Gebäudeteilen soll eine Art Marktplatz entstehen, wo auch interne wie öffentliche Feiern und Veranstaltungen durchgeführt werden können. Auf dem Gelände werden parkähnliche Grünflächen erhalten bleiben, die von der Gärtnerei der Rotenburger Werke gestaltet werden. Ist dann Ende nächsten Jahres alles fertig, soll es ein Fest geben – in der Hoffnung, dass die Pandemie dann Geschichte ist.

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