Gemeinsamer Appell von Stadtwerken und WVV

Rotenburger Wasserversorger mahnen: Kein Trinkwasser verschwenden

Wassersprenger im Garten.
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Die heißen Tage sind da, mit ihnen die Trockenheit. Dann steigt der Wasserverbrauch – auch in den Gärten.

Der Sommer ist da, mit voller Kraft. Das freut die einen, lässt aber die Wasserversorger vorsichtig werden: Gemeinsam appellieren der Wasserversorgungsverband und die Stadtwerke, sorgsam mit dem Trinkwasser umzugehen.

Rotenburg – Donnerstag, der erste Tag über 30 Grad in diesem Sommer: Es ist heiß, und die Menschen suchen Abkühlung. Also werden die privaten Pools befüllt und Planschbecken für die Jüngsten herausgeholt. Gleichzeitig lechzen die Pflanzen im heimischen Garten und auf dem Balkon nach Wasser, also Rasensprenger an und Blumen gießen. Was einfach klingt, sorgt in der Praxis für Probleme: Bereits am ersten richtig heißen Tag des Jahres gab der Wasserversorgungsverband (WVV) Rotenburg-Land 21.700 Kubikmeter Wasser ab – ein Höchstwert.

Angesichts der kommenden warmen und damit trockenen Tage appelliert der WVV gemeinsam mit den Stadtwerken Rotenburg an einen sorgsamen Umgang mit dem Trinkwasser. Damit dieses weiter rund um die Uhr zur Verfügung steht, habe der WVV bereits den Ausgangsdruck in seinen Leitungen gesenkt. Kommt das Wasser also in den Haushalten mit weniger Druck aus dem Hahn, dient das schlicht der Sicherung der Lieferung.

Es werde immer deutlicher, dass das auf Dauer nicht ausreicht und sie erweitern müssen, erklärt Geschäftsführer Ralf Heuer. Das liegt unter anderem daran, dass Rotenburg durch Neubaugebiete wächst. Aber auch daran, dass generell der Bedarf der Menschen stetig steigt. Besonders in der Pandemie sei das gut zu sehen: Sie sind mehr Zuhause, verlegen bei schönem Wetter vielleicht auch mal das Homeoffice ins Grüne. „Wir wollen natürlich keine Schottergärten, es soll grün sein. Aber dafür könnte man mehr Regenwasser nutzen“, meint Heuer.

Die Wasserabgaben haben in den zurückliegenden Sommern zugenommen. Der bisherige Höchstwert beim WVV wurde im vergangenen August mit 23.500 Kubikmetern an einem Tag erreicht, so Heuer. Er hegt die Befürchtung, dass dieser „absolute Rekord an Wasserabgabe aus unserem Werk“ bereits in den kommenden Tagen überschritten werden könnte, wenn der Wasserverbrauch weiter ansteigt. „Am Donnerstag ging die Wasserabgabe schlagartig nach oben“, war die erste Beobachtung, nachdem es vorher die Tage schon langsam angestiegen war.

Die Rasen- sowie Poolbewässerung in Trockenperioden einzustellen, würde da schon „viel helfen“, so der Geschäftsführer. Blumen und Sträucher zu gießen, sollte an heißen Tagen auf das Notwendigste beschränkt werden und auch nur abends, möglichst mit Regenwasser. Dazu könnten eigene, kreative Ideen entwickelt werden, um die Regenwassernutzung auszubauen.

Tipps des WVV zum sorgsamen Umgang mit Trinkwasser:

.  Das Trinkwasser nicht ungenutzt laufen lassen, beim Zähneputzen beispielsweise den Hahn wieder zudrehen.

.  Wasch- und Geschirrspülmaschinen voll auslasten.

.  Selbst kleinste Lecks sofort reparieren.

.  Technik hilft: Wassersparende Geräte und Armaturen einsetzen.

Denn ein Problem, das die örtlichen Wasserversorger zunehmend sehen: Trinkwasser wird „massiv für die Gartenbewässerung genutzt“, sagt Heuer. In Regenperioden sehe man dann die Abgabe schnell auf das Normalniveau zurückgehen.

Zwar sei das Trinkwasservorkommen vor Ort durch die Rotenburger Rinne gesichert, dort sei ein „riesen Reservoir“, doch sollten sich die Menschen bewusst sein, dass sie für ihre Bewässerung und ihre Pools Trinkwasser nutzen. „Es wäre schön, wenn sie sich mehr mit Regenwassernutzungsanlagen auseinandersetzen könnten“, wünscht sich Heuer. Nicht nur für Gärten, auch für Toilettenspülungen gäbe es da beispielsweise Möglichkeiten. Es sei wichtig, die „kostbare Ressource Trinkwasser“ zu schonen, indem man zum Beispiel eine Regentonne aufstellt als ersten Schritt. Denn Trinkwasser dient unter anderem vorrangig dem Trinken, Kochen sowie der Essens- und Getränkezubereitung und Körperpflege.

Auch die Abwasserentsorgung will bedacht sein: Poolwasser ist durch den Einsatz von Chemikalien und Desinfektionsmitteln Schmutzwasser. Das Wasser muss also bei der Entsorgung in das Kanalnetz eingeleitet werden und darf nicht etwa zum Blumengießen oder zur Rasenbewässerung genutzt werden.

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