Ein Anfang ist gemacht

Rotenburger Tierschutzverein richtet mit Helfern Grundstück wieder her

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Ramona Hachtmeister (l.) und Silke Wingen vom Tierschutzverein lassen sich von dem Chaos nicht abschrecken – bis zum Sommerfest am 12. August soll das Gelände des Tierheims wieder auf Vordermann gebracht werden.

Mulmshorn - Von Matthias Daus. Im Gebäude des Tierheims in Mulmshorn existiert eine Fliese, die die Grundsteinlegung des Anbaus auf den 7. September 1998 datiert. Beinahe 20 Jahre also, in denen sich die freiwilligen Helfer hier um das Wohl in Not geratener Tiere gekümmert haben, aber auch 20 Jahre, die nicht spurlos an den Gebäuden und dem Gelände vorübergegangen sind. Ein Lagerschuppen und ein Gehege für ansteckend kranke Katzen sind baufällig geworden, und auch im Bereich der Grünflächen, Sträucher, Büsche sowie Bäume besteht Handlungsbedarf.

Für Silke Wingen, die im Mai gewählte Vorsitzende des Vereins, ist es das erste große Projekt in ihrer Amtszeit und zugleich auch ein Herzenswunsch, das Ambiente für die Tiere und auch für die Menschen, die hier tätig sind, wieder ansprechender zu gestalten. „Wir wollen es einfach wieder schön haben“, sagt sie. Das bedeutet, weg mit den Altlasten und Platz für Neues schaffen. Das bedeutet aber auch viel freiwilliges Engagement. Am Wochenende wurden die ersten großen Maßnahmen geplant. Ein Aufruf über Facebook auf der Suche nach Helfern hatte sich augenscheinlich sehr erfolgreich gestaltet, denn allein am Sonnabend hatten sich mehr als 20 Leute eingefunden, um tatkräftig mitzuhelfen.

„Eigentlich hatten wir 14 Uhr als Beginn geplant, aber die ersten waren schon um 12 Uhr da. Da sage ich natürlich nicht nein, also haben wir schon früher beginnen können“, freut sich Wingen. Die Arbeiten sind umfangreich, jede Hand wird dringend gebraucht, denn der Verein ist, wie die Vorsitzende betont, auf Spenden und die Bereitschaft der Helfer angewiesen. Aber natürlich ist die große Abriss- und Aufräumaktion nur ein Baustein des gesamten Projektes. Dort, wo etwas Altes weicht, soll auch wieder etwas Neues entstehen.

Anstelle des Vorratsschuppens soll ein Blockhaus für Kaninchen mit Freilauf entstehen, und der Bereich des alten Katzengeheges wird eine Auslauffläche für Hunde werden. Dass diese Maßnahmen möglich wurden, liegt nicht zuletzt auch daran, dass der Verein einen Förderpreis der Sparkasse Rotenburg Osterholz erhalten hat, mit dessen Mitteln notwendige Anschaffungen getätigt werden können. Aber bevor es soweit ist, liegt noch eine Menge Arbeit vor den Vereinsmitgliedern und den Helfern, die sich auch von den extremen Temperaturen von über 30 Grad nicht abschrecken lassen. In der Hauptsache geht es darum, die Materialien der beiden abgerissenen Gebäude in entsprechende Container zu bringen, damit alles fachgerecht entsorgt werden kann. Das ist mitunter körperlich sehr anspruchsvoll, und die Hitze macht die Angelegenheit nicht wirklich einfacher. Aber alle sind mit großem Eifer bei der Sache, es herrscht eine angenehm gute Stimmung unter den Helfenden.

Müll-Container reichen nicht aus

Recht schnell wird deutlich, dass die Kapazitäten der Container nicht ausreichen werden. Zu groß ist die Menge der zu entsorgenden Materialien. „Wir werden an diesem Wochenende mit Sicherheit nicht fertig, aber ich denke, dass wir hier schon eine sehr gute Grundlage schaffen werden und sichtbare Fortschritte erkennen können“, sagt Silke Wingen. Man erkennt auf jeden Fall schon, welches räumliche Potenzial in dem Grundstück steckt, wenn Bäume und Büsche beschnitten und Aufräumarbeiten gelaufen sind. Man freue sich schon jetzt auf das zusätzliche Platzangebot, das man dadurch erhalte, so Wingen.

Gemeinsam wird angepackt, um den alten Schuppen abzutragen.

Doch mit dem Einsatz am Sonnabend ist es nicht getan. Nachdem es am Sonntag ein wenig geregnet hat und die Temperaturen auf ein erträglicheres Maß zurückgegangen sind, finden sich erneut arbeitswillige Helfer ein. Nicht ganz so viele wie am Vortag, aber dafür erhalten sie Unterstützung von der Jugendhilfe Wümmetal, die mit sechs Jugendlichen und einer Betreuerin vor Ort ist. „Ich freue mich ganz besonders darüber, dass uns von Wümmetal geholfen wird. Die Jugendlichen sind genauso fleißig und mit Eifer bei der Sache wie die Mannschaft von gestern“, freut sich Silke Wingen.

Und dass bei soviel Einsatzbereitschaft in zwei Tagen auch sichtbare Ergebnisse vorliegen, versteht sich von selbst. Das größte Chaos ist überwunden, und was nicht in die beiden großen Container passt, liegt säuberlich sortiert bereit, um demnächst abtransportiert zu werden. Ein weiteres positives Ergebnis des Wochenendes ist, dass sich auch ein fachkundiger Maurer gefunden hat, der für die Sanierungsarbeiten an den Hundegehegen Gold wert ist und mit den ersten Maßnahmen dort begonnen hat. Das alles sind erste und wichtige Schritte für eine gesamte Verschönerung der Anlage, deren Arbeiten spätestens am 12. August beendet sein sollen – zum Sommerfest des Tierschutzvereins.

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