Millionenverlust 2020

Rotenburger Stadtwerke sanieren Ronolulu

Baustelle im Rotenburger Ronolulu.
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Das Springerbecken ist derzeit eine große Baustelle.

Rotenburg – Das Ronolulu bleibt, wo es ist. Eine Nachricht, die alles andere als selbstverständlich ist. Denn der Aufsichtsrat der Stadtwerke Rotenburg (SR) hat sich im vergangenen Jahr intensiv mit dem Erlebnisbad an der Nödenstraße beschäftigt. Die Frage: Leitet man eine umfangreiche Sanierung ein, oder kommt eventuell ein Neubau des Schwimmbades an einem anderen Standort infrage?

Inzwischen steht die Antwort: In den kommenden sechs bis sieben Jahren sollen rund zehn Millionen Euro in eine Sanierung fließen. Die ersten Maßnahmen haben bereits begonnen.

Das Ronolulu ist seit mehreren Monaten schon komplett geschlossen. Fast alle Mitarbeiter befinden sich zurzeit in Kurzarbeit. Irena Carstens als Leiterin des Bades, die beiden Auszubildenden sowie ein technischer Mitarbeiter sind noch vor Ort. Während viele Rotenburger – nicht nur die vielen Stammgäste – das Ronolulu vermissen, bietet die derzeitige, coronabedingte Schließung immerhin die Möglichkeit, mit den Sanierungsarbeiten zu beginnen. Denn mit einer zeitnahen Wiedereröffnung wäre ohnehin nicht zu rechnen.

Volker Meyer (v.l.), Irena Carstens und Uwe Schmidt hoffen, dass das Ronolulu bald wieder öffnen kann.

Derzeit geht es dem Springerbecken an den Kragen. Alle Fliesen müssen raus, um das tiefe Becken neu abdichten und wieder herrichten zu können. „Wir hatten einen Schaden, es gab einen Wasserverlust“, schildert SR-Chef Volker Meyer die Problematik. Jetzt soll eine „Elefantenhaut“ mit eingebaut werden, um für Sicherheit zu sorgen.

In der Vergangenheit seien an vielen Stellen des Erlebnisbades gravierende Alterungsprozesse im Baukörper eingetreten und die technischen Anlagen in die Jahre gekommen. Jetzt geht es also los, diese Mängel zu beheben. Nach dem Sprungbecken soll es schon bald mit der Erneuerung des Blockheizkraftwerkes (BHKW) weitergehen. Die derzeitige Anlage hat ihre eigentliche Lebensdauer bereits deutlich überschritten. Das wohl größte Projekt könnte dann im nächsten Jahr starten: Es geht um die Sanierung eines großen Teils des Daches, der kompletten Lüftungsanlage sowie eines Teils der Fassade. In möglicherweise vier bis fünf Jahren wollen die SR noch ein „Attraktivitäts-Programm“ starten, um das Ronolulu nicht allein technisch, sondern auch vom Erscheinungsbild her auf einen modernen Stand zu bringen. Dazu gehören eine neue Beleuchtung und möglicherweise auch Veränderungen in den Umkleidebereichen. Volker Meyer sagt allerdings: „Ohne finanzielle Förderung wäre das alles nicht möglich.“ Aktuelle selektiere man die Möglichkeit. Meyer: „Die Sanierung bietet sich als Chance an, dem Ronolulu ein neues Gesicht in Rotenburg zu geben.“

Das BHKW hat ausgedient. Es kommt ein neues rein.

Mit den Maßnahmen gehe es nicht zuletzt darum, sich im Wettbewerb klar zu positionieren. Darüber hinaus ist das Sanierungsprogramm eine deutliche Ansage, ein Bekenntnis. „Stimmt“, sagt Uwe Meyer als neuer Leiter Vertrieb und Marketing bei den SR. „Das Ronolulu hat als Anlaufpunkt für und in Rotenburg eine große Bedeutung. Es ist ein Merkmal der Stadt – und das soll es auch bleiben.“

Darauf baut auch Irena Carstens: „Wir drücken alle Daumen, dass wir bald schon wieder öffnen können.“ Denn Schwimmunterricht, Fitness-Kurse, Sauna-Besuche und auch Vereinssport – alles liegt auf Eis. „Nicht nur unsere Gäste sind traurig – wir sind es auch.“

Volker Meyer wirft in diesem Zusammenhang natürlich einen Blick auch in die Kasse: „Das vergangene Jahr hat zu einer Verdoppelung des Verlustes geführt.“ Der reiche fast an die Zwei-Millionen-Grenze heran.

Schmidt betont in diesem Zusammenhang, dass das Ronolulu inzwischen auch eine große Bedeutung mit Blick auf soziale Kontakte und daher eben als Treffpunkt habe. Das allein, so Carstens, lasse sich am Stammtisch der Frühschwimmer erkennen. „Die sind wie eine große Familie.“ Das Hallenbad – zurzeit eh Baustelle – bleibt vorerst dicht. Eine Freibad-Öffnung aber soll so schnell wie möglich erfolgen. „Wenn das Wetter im März schon wieder richtig gut ist, machen wir auf – wenn es die Lage zulässt“, so Meyer. Aber auch das ist angesichts der Corona-Entwicklung alles andere als selbstverständlich.

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