Rotenburger Sportprojekt quält sich durch „Krass-Fit-Challenge“

Gemeinsam leiden

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15 Rotenburger waren bei dem Extrem-Lauf am Timmendorfer Strand dabei.

Rotenburg - Von Michael Krüger. „Wir haben mal wieder was Verrücktes getan“, sagt Eduard Hermann und lacht. Dabei liegt Rotenburgs Straßensozialarbeiter mit dieser Einschätzung gar nicht falsch: Am Wochenende haben sich 15 Rotenburger durch die „Krass-Fit-Challenge“ am Timmendorfer Strand gequält. 16 Kilometer Strandlauf mit waghalsigen Hindernissen – um damit ein Zeichen gegen Alkoholmissbrauch zu setzen.

„Wir brauchen keine Leute, die schlaue Reden halten, sondern Vorbilder“, verdeutlicht Hermann den Ansatz, der aus dem Kern der mittlerweile in der Kreisstadt und darüber hinaus bekannten Street-Workout-Gruppe entstanden ist. Positive Signale setzen durch körperliche Höchstleistungen: Das ist den Jungs und Mädchen, Frauen und Männern mit ihren öffentlichen Auftritten zuletzt oft gelungen. Nun haben sie sich um einige neue Teilnehmer verstärkt nach Timmendorf aufgemacht, um bei dem Wettrennen unter erschwerten Bedingungen dabei zu sein.

Dabei ging es nicht darum, wer am Ende als Erster über die Ziellinie rennt. Es ging darum, gemeinsam anzukommen, sich zu helfen, sich gemeinsam über die 16 Kilometer und 25 Hindernisse zu quälen. Eisbecken, Schlammgruben oder meterhohe Holzwände erschwerten den Weg, den die 15 Teilnehmer aus Rotenburg, darunter vier Frauen, im Alter zwischen 16 und 34 Jahren hinter sich brachten. Knapp drei Stunden brauchten sie dafür. Doch die Zeit war nebensächlich, wer im Ziel war, war ein Sieger. Auch das ein Signal, das dem Streetworker Hermann sehr am Herzen liegt: „Wir haben alle gewonnen.“ Und das unter erschwerten Bedingungen. „Es war wunderschönes Wetter für den Lauf“, betont Hermann. „Durchgehend Regen.“

Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber lobt das Engagement der Sportler und der Betreuer um die Sozialarbeiter Hermann und Viktoria Düver. „Darauf kann Rotenburg nur stolz sein.“ Die Leute, die dort auftreten, leben einen gesunden Lebensstil vor. Denn anders seien die Strapazen gar nicht zu bewältigen. Hermann: „Wir zeigen, dass es mehr Spaß macht als auf der Straße rumzuhängen und zu trinken.“ Über Monate hätten sich einige Teilnehmer speziell auf die „Krass-Fit-Challenge“ oder „X-Letix Challenge“ genannte Veranstaltung, bei der laut Hermann 5000 Teilnehmer dabei waren, vorbereitet. Und das habe sich dann ausgezahlt – keiner machte unterwegs schlapp.

Unterstützt wurde das Team von den Vereinen Fortuna Rotenburg und Rotenburger SV, aber auch von der Stadt. Und es dürften in Zukunft durchaus noch einige mehr mitmachen, betont der Sozialarbeiter. Zwar sei die ambitionierte Workout-Gruppe mittlerweile bei Fortuna angegliedert, beim offenen Sportprojekt sei eine Teilnahme aber jederzeit auch ohne Vereinszugehörigkeit möglich. „Die beste Form der Integration“, sagt Hermann. Trainiert werde immer montags und donnerstags von 20 bis 22 Uhr in der Adolf-Rinck-Halle an der Freudenthalstraße. Weitere Fragen beantwortet Eduard Hermann unter der Nummer 0173/7417542.

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