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Rotenburger Rudolf-Schäfer-Haus zeigt Werke von Sergej Pisarenko

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Von: Andreas Schultz

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Christoph Dembowski mit einem gerahmten Bild von Sergej Pisarenko.
Christoph Dembowski, selbst an der Organisation der Ausstellung im Rudolf-Schäfer-Haus beteiligt, präsentiert eines der Werke von Sergej Pisarenko. © Schultz

Sergej Pisarenko zeigt seine Bilder im Rudolf-Schäfer-Haus in Rotenburg - oder besser: lässt zeigen. Wenn die Schau am Samstag eröffnet wird, ist er nicht dabei, aber mit der Kreiszeitung spricht er schon vorher über die Krähe im Weißen Haus und was ihn zum Malen animiert.

Rotenburg – Sergej Pisarenko lebt in zwei Welten: Normalerweise trifft man den Maler jedes Jahr für ein paar Monate im ländlichen Freetz bei Sittensen an, die anderen Monate ist er Stadtmensch, verbringt sein Leben in Minsk, Landeshauptstadt von Belarus. Nun stellt der Maler im Rudolf-Schäfer-Haus in Rotenburg aus. Antreffen wird man ihn aufgrund der derzeit umständlichen und teuren Reise nicht. Eine Möglichkeit für ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht gestaltet sich derzeit schwer, ein Interview mit der Rotenburger Kreiszeitung war dennoch möglich.

Herr Pisarenko, eines Ihrer Werke hängt im Weißen Haus – wie kam es dazu und um was für ein Werk handelt es sich dabei?

Die Geschichte dazu gleicht einem Märchen. Ein ehemaliger Botschafter in Belarus hat es erworben. Er wurde dann nach Amerika berufen, das Weiße Haus in Washington wurde sein Arbeitsplatz und das Bild folgte ihm. Es ist ein Aquarell und zeigt eine winterliche Szene aus einem Dorf mit einer Krähe auf dem Ast eines einsamen Baumes, darunter eine Katze, die sie anschaut.

In dem Fall also Natur als Motiv. Ist das immer so? Wovon lassen Sie sich inspirieren?

Ich lasse mich von der Umgebung inspirieren. Im Kontakt mit der Realität entdecke ich meine Geschichten. Vielleicht sind sie einfach, aber genug für mich. Es genügt, genauer hinzusehen. Ich habe dann das Gefühl, dass es dafür keine Grenzen gibt.

Sergej Pisarenko
Der ausstellende Künstler Sergej Pisarenko © Pisarenko

Welchen Motiven widmen Sie sich am liebsten?

Ich habe kein Lieblingsthema, aber das entwickelt sich im Prozess des Zeichnens. Das muss man mögen, um sein Bild für den Betrachter interessant zu machen.

Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?

Vielleicht ist „Stil“ etwas, woran man einen Künstler erkennt. Mein Stil ist die äußere Hülle meiner Welt. Ich versuche, nicht an ihn zu denken. Für mich ist der Inhalt wichtiger, denn Kunst ist eine Geschichte über Widerstand. Widerstand gegen die Umstände sowie gegen sich selbst. Das ist so etwas wie die Ausdruckssprache für einen Künstler.

Und was bekommen die Besucher der Ausstellung in Rotenburg zu sehen?

Besucher der Ausstellung in Rotenburg werden besonders Gemälde sehen, die im schönen Haus meiner Freunde in Freetz bei Sittensen entstanden sind. Sie spiegeln die Entdeckung ungewöhnlicher Geschichten dort.

Über Sergej Pisarenko

Sergej Pisarenko ist hauptberuflicher Künstler. Aquarell ist das Medium seiner Wahl, aber auch mit Öl, Kalligrafie und Bleistift weiß er umzugehen. Pisarenko kommt 1967 in Molodechno in Belarus zur Welt. Das Verlangen, zu malen, überkommt ihn mit 16 Jahren und lässt ihn seither nicht mehr los. 1985 bis 1994 studiert er an der Akademie der Künste in Minsk. Nach und während seiner Schullaufbahn stellt er aus, erst in Polen, später in Deutschland, Belgien, Russland, Litauen. Pisarenko ist mehrfach preisgekrönt, unter anderem mit zwei Goldmedaillen durch das Haus der Künstler in Moskau in den Kategorien „Malerei“ und „Publikumspreis“.

In der Pressemeldung, die das Rudolf-Schäfer-Haus zur Ausstellung herausgegeben hat, steht „Er malt vom Frieden, um die Sehnsucht und die Hoffnung wachzuhalten, wie die Welt sein könnte“ – machen Sie das schon immer oder nehmen Sie auch Bezug zu aktuellen Ereignissen in Europa?

Die Pressemitteilung versucht damit, ein künstlerisches Porträt von mir zu zeigen. Ich male nur im Kontext der Zeit, aber durch die „Linse“ meiner Vision von der Welt entwickele ich meine Bilder. Der Wahrnehmungsreichtum des Betrachters macht dann etwas damit.

Wie kam die Ausstellung zustande, wenn Sie sich derzeit nicht in Deutschland befinden?

Meine Freunde aus Rotenburg hatten die Idee für die Ausstellung schon im Sommer 2019. Dann aber kam die Pandemie.

Wann wird man Sie wieder in Rotenburg begrüßen können?

Ich würde gerne meine alten Freunde wieder besuchen und hoffe, dass Reisen von Weißrussland nach Deutschland bald wieder möglich sind.

Die Ausstellung

„Bewunderung für die Welt“ heißt die Schau, die ab Samstag, 25. Juni, im Rudolf-Schäfer-Haus in Rotenburg zu sehen sein wird. Samstags haben Besucher zwischen 10 und 12.30 Uhr die Gelegenheit zum Schauen, mittwochs von 15 bis 17 Uhr. Die Vernissage startet am Samstag, 25. Juni, um 11 Uhr. Der Eintritt ist frei. Einen Vorgeschmack auf das Gezeigte finden Interessierte auf der Facebook-Seite von Sergej Pisarenko oder auf seinem Instagram-Account „Pisarenkosergej“.

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