Rotenburger Rotary-Delegation gesund zurück aus Nepal / Die Hilfe geht weiter

Sie sitzen auf der Terrasse, als die Erde zu beben beginnt

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Sie alle sind gesund aus Nepal zurückgekehrt: Dr. Peter Dreyer (oben v.l.), Ulrike Dreyer, Christa Seekamp, Heike Herrmann, Dr. Gerd Seekamp und Stefanie Zukunft sowie (unten v.l.) Heide Holst, Dr. Christiane Lichte, Prof. Dr. Thomas Lichte und Torsten Meyer.

Rotenburg - Professor Thomas Lichte, Arzt und Rotarier aus Lauenbrück , war bereits zum 19. Mal in Nepal. Im Laufe der Jahre haben die Rotarier in diesem bitter armen Land am Himalaya viele Hilfsprojekte auf den Weg gebracht. Nun sollte eine kleine Klinik ihrer Bestimmung übergeben werden. Am Morgen des 25. April traf sich die zehnköpfige Rotary-Delegation im Hotel, wenige Kilometer von Kathmandu entfernt. Drei Stunden später wurde alles anders...

„Wir saßen auf der Hotelterrasse“, berichtet Rotarier Torsten Meyer aus Scheeßel, „als plötzlich ein unheimliches Donnern und Rauschen aufkam.“ Ein Flugzeugabsturz? Einer ruft: „Erdbeben – raus, raus!“ Die Erde bebt so stark, dass man nicht mehr stehen kann. Auf allen Vieren geht‘s Richtung Rasenfläche, einigen wird übel. Der erste Erdstoß ist nach gut einer Minute vorüber, aber es folgen unentwegt weitere schwere Nachbeben. Die Rotarier haben sich aus den Augen verloren. Einige sind vor, einige hinter dem Hotel. Niemand wagt es, um das Haus herumzugehen, aus Angst, es könnte zusammenfallen. Zwar gilt das Hotel als erdbebensicher, aber wer traut dem schon, wenn sich am Haus nebenan armdicke Risse zeigen?

Kurze Zeit darauf bricht die gesamte Stromversorgung zusammen. Als diese schließlich wieder klappt, holen ein paar Mutige wenige Sachen aus dem Hotel. Im Internet sind die ersten Bilder vom wahren Ausmaß der Zerstörung zu sehen. Im Hotel selbst ist fast alles heil geblieben – bis auf das Nachbarhaus und eine Mauer, die umgefallen ist. Niemand soll das Gelände verlassen. Viel zu gefährlich! Niemand hat auch wirklich Interesse daran. Die Erde bebt immer wieder. Viele schlafen draußen.

Die deutschen Rotarier führen ihre Hilfsprojekte immer in enger Zusammenarbeit mit Rotariern in Nepal durch. Endlich gelingt ein Kontakt zu Rabindra Puri, einem Ingenieur, der seit langem mit Thomas Lichte zusammenarbeitet. „Es gibt so viel zu tun, ich weiß nicht, wo ich anfangen soll“, gibt Puri seinen deutschen Freunden zu verstehen. Ob das neue Krankenhaus noch steht, weiß er nicht. Aber es ist erdbebensicher gebaut worden. An ein Durchkommen bis dahin, einige Autostunden von Kathmandu entfernt, ist nicht zu denken. Schweren Herzens beschließt die Delegation, sich um die Rückreise zu bemühen. Das ist nicht einfach. Tausende von Ausländern wollen zurück. Drei Tage später gelingt es, zehn Plätze in einem Flieger zu ergattern. Die kurze Busfahrt zum Flughafen ist gespenstisch: Dicht an dicht lagern die Menschen auf jedem freien Platz außerhalb der Häuser.

Am Flughafen herrscht Chaos. Auch dort: Abertausende von Menschen, die alles verloren haben. Die Rotenburger sind froh, als sie im Flugzeug Richtung Heimat sitzen. Hier erfolgt die Abstimmung mit Rotary Deutschland über die notwendige Hilfe: Klar ist, dass man weiter Schulen und Krankenstationen aufbauen will, die dringender denn je gebraucht werden. Und Puri bittet: „Helft uns, unsere alten Tempel und Häuser wieder aufzubauen. Wir brauchen den Tourismus, er ist unsere einzige Einnahmequelle!“ Wer helfen will, kann auf das Hilfskonto der Rotarier spenden: Sozialfonds Rotary, IBAN DE54 2915 2550 0000 1001 80, Stichwort: Nepal.

msc

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