24,27 Millionen Euro für Umbau

Rotenburger Ratsgymnasium: Sanierung als Notwendigkeit

Der 100er-Trakt des Ratsgymnasiums. Ein rotes Backsteingebäude mit weißen Fenstern, davor Gräser, ein Baum und eine Pferdeskulptur.
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Auf das Rotenburger Ratsgymnasium kommen umfangreiche Sanierungsmaßnahmen zu. Der 100er-Trakt wird komplett ersetzt.

Es wird das aktuell zweitgrößte Bauprojekt des Landkreises werden: die Sanierung und der Teilneubau des Ratsgymnasiums Rotenburg. Zumindest der Schulausschuss gab am Dienstag grünes Licht für die 24,27 Millionen Euro, die der Landkreis voraussichtlich in das Vorhaben investiert.

Rotenburg – Es wird das aktuell nach dem Schulneubau in Bremervörde zweitgrößte Bauprojekt sein, das der Landkreis Rotenburg in den nächsten Jahren stemmen wird – und auch muss: 24,27 Millionen Euro sollen in die Sanierung und den Teilersatzbau des Ratsgymnasiums Rotenburg fließen. Das befürwortet zumindest der Schulausschuss des Landkreises nach seiner ersten Sitzung der Wahlperiode am Dienstag im Foyer der Berufsbildenden Schulen Rotenburg einstimmig.

„Es gibt hier Handlungsbedarf, und der ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit“, machte Christina Schultz, Leiterin des Amtes für Gebäudemanagement, deutlich. 2020 hatte sich der Landkreis daher mit Planer und Architekten auf den Weg gemacht, Letztere allerdings inzwischen gewechselt, „da das nicht so optimal lief“, so Schultz.

100er-Trakt eine „energetische Katastrophe“

Indes: „Dieses Thema beschäftigt uns seit Jahren“, erklärte der Erste Kreisrat Torsten Lühring. „Das Ratsgymnasium ist über Jahrzehnte hinweg traktweise entstanden. Daher sind einige Teile der Schule schon erheblich älter.“ Knackpunkt ist vor allem der überalterte 100er-Trakt, „der ist eine energetische Katastrophe und muss komplett ersetzt werden“, so Lühring. Problematisch ist da auch das nicht-barrierefreie und verschachtelte Dachgeschoss. Daher hat sich der Landkreis entschieden, diesen Part komplett zu ersetzen. Der Neubau, der auf dem Fundament des bestehenden Kellers geplant ist, soll im Gegenteil zum Bestand lediglich zweigeschossig, aber dafür größer sein.

Ebenfalls von den Sanierungsmaßnahmen ist der 300er-Trakt betroffen: Im Erdgeschoss werden Lehrerzimmer, Bibliothek und Verwaltung umgebaut, im Obergeschoss der Fachunterrichtsbereich umgebaut und saniert, darüber hinaus sieht die Planung dort auch eine Erneuerung der Fassaden vor – „und da beziehen wir natürlich auch die Fenster mit ein“, betonte Schultz. Darüber hinaus lässt der Landkreis auch die „Schulstraße“ im Erdgeschoss sanieren sowie die Datenverkabelung und Verteilerräume erneuern. Im 200er-Trakt soll ein zweiter baulicher Rettungsweg entstehen sowie weitere Parkplätze im Außenbereich.

Obendrein werden von insgesamt vier Schüler-Sanitäranlagen drei saniert. Die einzige, die nicht Teil des Sanierungskonzeptes ist, ist die hinter der Aula. „Und die ist noch in Ordnung“, betonte Schultz auf Nachfrage von Ausschussmitglied Ina Helwig (SPD), die zuvor angemerkt hatte, dass diese Toilettenanlage im Zuge der Sanierung gleich mit erneuert werden könnte. „Irgendwann ist auch diese Anlage wieder dran, aber das hat mit den aktuellen Maßnahmen nichts zu tun“, so Lühring. „Gut 24 Millionen Euro sind schon kein kleines Paket“, erläuterte Schultz. „Wenn wir das jetzt noch weiter anfüttern, wird es immer schwieriger.“

Moderne Räume für moderne Pädagogik

Iris Rehder, Schulleiterin des Ratsgymnasiums, sieht vor allem den Fortschritt der Pläne positiv: „Wir freuen uns sehr, dass das Ratsgymnasium jetzt auch baulich an die Anforderungen moderner Pädagogik angepasst wird“, betonte sie. „Frontalunterricht ist nicht mehr zeitgemäß, von daher brauchen die Schüler auch die räumlichen Möglichkeiten, in wechselnden Gruppen zusammenzuarbeiten.“

Mit den umfangreichen Baumaßnahmen wird zugleich eine Interimslösung notwendig. „Wir hoffen, dass wir die Schulcontainer in den Sommerferien 2022 stellen können“, sagte Schultz. Diese sollen ihren Platz in Richtung Hotel Wachtelhof bekommen. „Die waren natürlich nicht sehr begeistert von einem dreistöckigen Containerbau.“ Bis Februar 2022 soll die Entwurfsplanung stehen, Baubeginn soll dann nach Errichtung der Interimslösung im Herbst 2022 sein. Die Fertigstellung ist für Ende 2025 geplant.

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