Rotenburger Netzwerk und Diako informieren am Welthospiztag über Angebote

Sterben als Teil des Lebens

+
Die Gesprächsrunde auf dem Podium im Buhrfeindsaal.

Rotenburg - Das Lebensende – für viele Menschen ein Lebensabschnitt, der gern verdrängt wird. Nicht so für die rund 100 Teilnehmer der Veranstaltung des Agaplesion Diakonieklinikums Rotenburg und des Rotenburger Netzwerks am Sonntag anlässlich des Welthospiztages. Ihren Fragen stellten sich Vertreter verschiedener Einrichtungen und Dienste aus der Region, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, eine möglichst selbstbestimmte letzte Lebensphase zu ermöglichen.

Unter sensibler Moderation von Pastor Matthias Richter, dem theologischen Direktor im Diakonieklinikum, erörterten Vertreter des Palliativstützpunkts Rotenburg, der Hospizarbeit, des Agaplesion Pflegezentrums, eine Palliativmedizinern sowie der Geschäftsführer eines Hospizes im Plenum, welche Unterstützungsmöglichkeiten es für Todkranke und ihre Angehörigen heutzutage gibt. Und die haben sich, so Pflegedirektor des Diako Olaf Abraham, „enorm entwickelt – alle heute anwesenden Träger gab es vor 15 Jahren noch nicht.“

Anhand eines fiktiven Falles wurde den Zuhörern im Buhrfeindsaal – neben einigen beruflich Involvierten fanden sich auch viele interessierte Bürger ein – deutlich gemacht, welches Procedere und welche Bedingungen erforderlich sind, um Hilfe zu bekommen. Zur Sprache kamen die vielen verschiedenen Bausteine, die nach Bedarf in Anspruch genommen werden können. Deren Koordination übernimmt der von den Krankenkassen getragene Palliativstützpunkt.

Wichtig war es Andreas Thiel, Facharzt für Palliativmedizin, außerdem, das Thema ins Gespräch zu bringen. Noch immer finde in der Öffentlichkeit eine Tabuisierung statt, der es entgegenzuwirken gelte: „Die Hospizbewegung begreift Sterben als Teil des Lebens.“ Zwar sei die finanzielle Situation schon wesentlich besser als früher, allerdings würden stationäre Aufenthalte zum Teil durch Spenden aufgebracht werden. „Und auch die Krankenhäuser arbeiten in diesem Bereich nicht kostendeckend“, so Thiel.

Allgemein sei ein immer größeres Bedürfnis zu verzeichnen, zuhause zu sterben. „Hier stellen die Ambulanten Pflegedienste und die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) eine deutliche Verbesserung der Situation für pflegende Angehörige dar“, so Abraham.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion gab Ruprecht Schmidt, seit 17 Jahren Chefkoch im Hamburger Hospiz „Leuchtfeuer“, bewegende Einblicke in seine Arbeit. Ein informeller Austausch der Teilnehmer mit der Möglichkeit zu persönlichen Nachfragen rundete die Veranstaltung ab.

hey

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Rettungskräfte kämpfen mit Regenmassen

Rettungskräfte kämpfen mit Regenmassen

Für diese unglaublichen Dinge können Sie Cola verwenden

Für diese unglaublichen Dinge können Sie Cola verwenden

Das sind die verrücktesten Leichenwagen der Welt

Das sind die verrücktesten Leichenwagen der Welt

50 Jahre AMG: Vollgas von Anfang an

50 Jahre AMG: Vollgas von Anfang an

Meistgelesene Artikel

Ab Mittwoch rollt wieder der Verkehr auf der B 440

Ab Mittwoch rollt wieder der Verkehr auf der B 440

Das Herz der Stadt ist seit 30 Jahren autofrei

Das Herz der Stadt ist seit 30 Jahren autofrei

Aus Freundschaft wurde er zum Straftäter

Aus Freundschaft wurde er zum Straftäter

Kommentare