Abstraktes konkret erleben

Rotenburger Museen öffnen sich zum Kulturtag 

Ina Welzel informierte im Rudolf-Schäfer-Haus über den „Prediger mit Stift und Pinsel“.

Rotenburg - Lassen sich die göttlichen Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung in Kunst verwandeln? Mediziner und Kunstkenner Professor Hermann Haller von der Medizinischen Hochschule Hannover gab am Sonntag zum Auftakt des ersten Rotenburger Kulturtags rund 80 Zuhörern im Rotenburger Ratssaal Anregungen mit auf den Weg, wie sich Bilder lesen lassen. Die Anwesenden nahmen seine Ideen dankend an und waren dann tatsächlich unterwegs – zum Kunstturm, zum Rudolf-Schäfer-Haus und zur Cohn-Scheune. Die drei kleinen Häuser hatten am Nachmittag zum Internationalen Tag der Museen erstmals gemeinsam eingeladen, ihre Ausstellungen zu erleben.

Haller spannte einen weiten Bogen unter dem Titel „Denken in Bildern“ von den Anfängen der Renaissance-Malerei in Italien bis zur modernen Tattoo-Körperkunst. Dabei erkundete er, wie sich die abstrakten Begriffe Glaube, Liebe und Hoffnung in den Werken verschiedenster Künstler entdecken lassen und mit welchen gemeinsamen Codes die Bilder versehen sind. Die Erkenntnisse daraus konnten die Kunstinteressierten dann gleich vor Ort anwenden. Allerdings war es nicht immer ganz einfach, in die kleinen Museen zu kommen: Bei bestem Wetter und parallel zum gut besuchten Naturerlebnismarkt sowie in Konkurrenz zu den rappelvollen Eisdielen in der Innenstadt war der Andrang bei den stündlichen Führungen bemerkenswert groß.

Der Glaube stand natürlich im Rudolf-Schäfer-Haus im Vordergrund. Die Pastorin im Ruhestand Ina Welzel informierte über den „Prediger mit Stift und Pinsel“ und wusste so manche Hintergrundgeschichte zu den Werken im restaurierten Heimathaus des Malers zu berichten. 

Hermann Haller beim Vortrag im Ratssaal. - Fotos: Krüger

Ein paar hundert Meter entfernt im Kunstturm hatte am Morgen die Ausstellung „Kuss und Kodierung, Sechs Betrachtungen über die Liebe“ eröffnet, Professor Hermanus Westendorp führte die Besucher in die Werksammlung in dem ehemaligen Schlauchturm ein. Über die Hoffnung im Judentum sprach schließlich Professor Michael Amthor mit den Gästen der Cohn-Scheune.

„Das ist unser Geschenk für Rotenburg“, hatte Inge Hansen-Schaberg als Vorsitzende des Fördervereins der Cohn-Scheune zum Kulturtag gesagt. Tatsächlich wurde das Präsent dankend angenommen, wenn auch vor allem von einem älteren Publikum. Offenkundig war aber, dass sich unter die Besucher auch viele gemischt hatten, die die drei Häuser bislang nicht kannten. Und die dürften ihren Premierenbesuch nicht bereut haben. J mk

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Leipzig verliert auf Schalke - BVB siegt 3:0 in Wolfsburg

Leipzig verliert auf Schalke - BVB siegt 3:0 in Wolfsburg

Parkhausteile stürzen ab - Autos hängen in der Luft

Parkhausteile stürzen ab - Autos hängen in der Luft

Einzelkritik: Kruse und Bartels noch nicht auf Betriebstemperatur 

Einzelkritik: Kruse und Bartels noch nicht auf Betriebstemperatur 

Mittelalter und Fantasy am Burghof Rethem

Mittelalter und Fantasy am Burghof Rethem

Meistgelesene Artikel

„La Strada“-Eröffnung: Regionale und internationale Künstler begeistern

„La Strada“-Eröffnung: Regionale und internationale Künstler begeistern

Bundestagskandidaten sind sich in vielen Punkten erstaunlich einig

Bundestagskandidaten sind sich in vielen Punkten erstaunlich einig

1500 Schützen feiern in Westervesede

1500 Schützen feiern in Westervesede

Nach dem Starkregen: Auto durch Gullydeckel beschädigt

Nach dem Starkregen: Auto durch Gullydeckel beschädigt

Kommentare