Vier junge Männer müssen sich vor dem Landgericht Verden verantworten

Rotenburger Marihuana-„Bande“

Die „Bande“ muss sich vor dem Verdener Landgericht verantworten.
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Die „Bande“ muss sich vor dem Verdener Landgericht verantworten.

Verden/Rotenburg – Seit Mittwoch müssen sich vier junge Männer aus Rotenburg vor der 3. Großen Strafkammer des Landgerichts Verden wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verantworten. Straferschwerend geht die Staatsanwaltschaft Verden bei drei Angeklagten davon aus, dass sich diese als Bande zusammengeschlossen hatten.

Weil die Taten zurückreichen bis Februar 2018 und zwei 22 und 23 Jahre alte Angeklagte damals noch Heranwachsende waren, ist die große Jugendstrafkammer zuständig. Freundlich begrüßt wurden die Angeklagten und ihre Verteidiger vom Vorsitzenden Richter Lars Engelke: Es „imponiere“ ihm, „dass die Angeklagten nicht die Covid-19-Karte ziehen“, sagte er und dankte allen für deren Erscheinen.

Überhaupt nicht imponierend ist indes das, was sich die Männer bei den insgesamt 30 angeklagten Fällen in unterschiedlicher Beteiligung geleistet haben sollen. Jeweils 15 Taten werden den 22 und 23 Jahre alten Angeklagten zur Last gelegt und jeweils vier Taten den beiden 24 und 25 Jahre alten Männern. Keiner der Angeklagten saß auch nur einen Tag in Untersuchungshaft. Drei der vier Männer sind aktuell berufstätig, davon zwei noch in der Ausbildung.

Bereits seit Februar 2018 soll der 22-Jährige wiederholt in Bremen Marihuana besorgt und im Bereich Rotenburg, genannt wurde auch Visselhövede, an „Zwischenhändler“ weiterverkauft haben. Veräußert habe er insgesamt rund 2 300 Gramm und damit mindestens 16 500 Euro umgesetzt. Einer der Käufer soll der 23-Jährige gewesen sein. Mindestens 1 700 Gramm soll dieser weiterverkauft haben. Knapp 600 Gramm konnten der Anklage zufolge am 7. Februar 2019 sichergestellt werden. Nachdem er zwei Tage zuvor „auf Geheiß“ des 22-Jährigen das Marihuana aus einem von diesem unterhaltenen „Waldversteck“ geholt habe.

„Spätestens im November 2018“ soll sich der 22-Jährige mit zwei von den anderen Angeklagten als Bande zusammengeschlossen haben. Der 25-Jährige wird von der Staatsanwaltschaft als „Anführer und Organisator“ angesehen, und der 24-Jährige „hatte die Aufgabe, unverdächtige Fahrer zu gewinnen“, so die Staatsanwältin. Während die Personen, von denen der 22-Jährige das Marihuana geholt habe, nicht ermittelt werden konnten, werden mutmaßliche Fahrer in der Anklageschrift namentlich als gesondert Verfolgte benannt. Drei Fahrten von November 2018 bis Januar 2019 werden der Bande zur Last gelegt. Bei einer vierten Fahrt am 5. Februar 2019 sind sie von der Polizei überwacht worden. Rund 3,1 Kilo Marihuana wurden laut Anklage sichergestellt.

Zu den Vorwürfen äußerten sich die vier Angeklagten an diesem ersten Verhandlungstag nicht. Ihre Verteidiger wollten zunächst mit der Staatsanwältin und den Richtern ein Verständigungsgespräch führen. Dieses Gespräch wurde am Mittwoch nicht beendet. Vielleicht am Donnerstag, allerdings sind auch mehrere Zeugen geladen. Ein Urteil wird nicht vor dem 29. September erwartet.

Von Wiebke Bruns

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