Zauberwort  Entschleunigung

Michael Hawk zeigt seine Werke im Rathaus-Foyer

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Die Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft nehmen viel Raum bei der Präsentation der Werke ein. 

Rotenburg - Biologisch bedingt nehme bei uns Menschen die Fähigkeit, sorgfältig zu beobachten, merklich ab. Zusammenhänge würden immer weniger wahrgenommen. Das stellte der Künstler Michael Hawk bei der Eröffnung seiner Ausstellung „Visuelle Mantras“ im Rotenburger Rathausfoyer fest.

Der Rotenburger hatte sich mit der Präsentation seiner Arbeiten das Ziel gesetzt, durch Entschleunigung von Mustern und Prozessen, die er auf 55-Zoll-Monitoren zeigt, den Menschen zu animieren und zu trainieren. Er soll sich mehr Zeit für die kleinen „nebensächlichen“ Dinge nehmen. Diese soll er bewusst „in sich aufnehmen, dabei zu sich selbst zu finden, und am Ende sollen alle Menschen dadurch zusammenzufinden“. Hawks Werke wurden bereits in Amsterdam, London, Mexico-City, Los Angeles sowie in Peking gezeigt und vielfach ausgezeichnet.

Aber wie sieht diese Inspiration zur Ruhe für den Betrachter aus? Auf Bildschirmen laufen in Endlos-Schleifen die Bewegtbilder von insgesamt 63 Filmen – und das in schleichendem Tempo. Ein Besucher sagte während der Eröffnung folgerichtig: „Bei den Superzeitlupen würde sich im Vergleich zum Beispiel die natürliche Fortbewegung von Schnecken wie ein Formel-Eins-Rennen darstellen.“

Arbeiten folgen Rhythmen des Lebens

Diese Entschleunigung ist vom Künstler gewollt, und dabei folgen seine Arbeiten grundlegenden Rhythmen des Lebens. Während der Ausstellung ist aus Lautsprechern leise, unaufdringliche Musik zur Untermalung des Gezeigten zu hören. Die Filme sind im Wechsel auf den Monitoren zu sehen.

Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD) zu Hawk: „Sie haben neue Erfahrungen im Bereich der Kunst in die Kreisstadt gebracht.“ Die Bilder würden eigentlich selbst erzählen, worum es geht. Die Besucher sollen unterscheiden zwischen sehen, betrachten und wahrnehmen. Die Arbeiten sind so aufeinander abgestimmt, dass Dinge wahrgenommen werden, die man sonst nicht sieht, weil das Gehirn sie nur oberflächlich registriert. Die Werke sind noch bis Freitag, 27. Oktober, zu sehen.

go

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